Das Auge des Killers (1987)

Das Auge des Killers

19881 h 51 min
Kurzinhalt

Drei Morde verübte bereits ein unbekannter Killer, und der einzige Anhaltspunkt der Polizei sind die Reifenspuren. Kommissar Mendoza verdächtigt den Elektriker Paul White. Soll dieser glückliche Familienvater etwa ein Frauenmörder sein? Pauls Alibi wäre seine Affäre mit der stadtbekannten Ann Mason. Das erschüttert Pauls Gattin ebenso wie die gräßlich zerstückelten und ausgenommenen Leichen, die sie zu Hause findet...

Metadaten
Regisseur Donald Cammell
Laufzeit 1 h 51 min
Starttermin 20 Mai 1988
Detail
Medien Blu-Ray
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut
Bilder

 

Hinter dem Titel “Das Auge des Killers” von 1987 verbirgt sich ein recht unbekannter Film. Man kann ihn ohne Schwierigkeiten als kleine Perle des Thriller-Genres bezeichnen. Jedoch muss man sich mit der Machart des Regisseurs auseinandersetzen. Regisseur Donald Cammell legt hier eine Mischung aus Arthouse und das typische Design der 80er zusammen vor die Kamera. Dies birgt ein paar Gefahren beim Zuschauer. Wenige lassen sich von wirren Ideen und Mischungen abschrecken, doch wer dran bleibt und sich der Story hingibt bekommt ein fettes Dankeschön auf dem Silbertablett serviert.

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Im ersten Drittel von “Das Auge des Killers” bekommt man recht schnell den Eindruck vermittelt es handele sich um einen reinen Slasher der 80er Jahre. Regisseur Cammell setzte auf Flashbacks um den Zuschauer einerseits mehr über die einzelnen Charaktere zu informieren, ihnen mehr Tiefe zu geben, andererseits dazu den Zuschauer zu verwirren. Diese Methode gelang ihm recht gut und der Anspruch der Story ragt in die Höhe. Die Flashbacks sind in einem grob-körnigen Stil erhalten, das erweckt den Anschein von Träumen, Erinnerungen der einzelnen Charakteren.

“Ich verstehe nichts von Picasso. Ich bin Mediziner und kein Hippie.”

Untermalt wird der Film mit einem wohlklingenden Soundtrack, gekonnte Abwechslung von Country-Klänge, Klassiker der 80er und einfache Percussions die sich ins Trommelfell hämmern. Die Ausdrucksstärke der gezeigten Bilder wird dadurch immens gesteigert.

Der Mittlere Teil von “Das Auge des Killers” ist mehr im Drama-Genre einzuordnen. Der Zuschauer bekommt ein paar mehr Eindrücke von den einzelnen Bewohnern des kleinen Dorfes in der Wüste Arizonas. Hinzu kommen ein paar Einblicke in die Ermittlungsarbeiten der Polizei die auf der Jagd nach dem Mörder ist. Doch die ruhige Passage des Mittelteils wird durch das Finale zum krönenden Abschluss gebracht.

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Der Psycho-Trip des Mörders geht in die entscheidende Phase. Auch wird die Gewalt-Schraube, vor allem in der Darstellung nochmals angezogen. Zuvor sah man meist nur den Killer stückweise oder man sah aus der Publikumsperspektive des Mörders die einzelnen Taten. Nun ist der Mörder den Zuschauern bekannt, doch das hindert ihn nicht daran sein Psycho-Spiel weiter zu spielen.

Doch bleiben einige Antworten auf Fragen die auftauchen der Regisseur dem Zuschauer schuldig. Es wäre zumindest ansatzweise interessant gewesen was den Killer dazu bewegte seine Morde zu begehen. Darauf wird leider nicht eingegangen. Auch die lange Laufzeit von fast zwei Stunden ist ein kleines Manko was die Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert. Durch die wilden Sprünge, die Flashbacks verliert man recht schnell den Überblick und muss zweimal hinsehen um zu erkennen was gerade passiert oder bereits passiert ist.

Lange Zeit gab es “Das Auge des Killers” nur auf VHS im Vertrieb der Cannon Group. Nun Mitte Juli 2019 ist es soweit und der Film erstrahlt durch das Label NSM im neuen Glanz. “Das Auge des Killers” erscheint im Mediabook, zur Wahl stehen insgesamt 5 verschiedene Cover-Motive.

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