Der Tollwütige (1977)

Der Tollwütige

19771 h 31 min
Kurzinhalt

Der psychopathische Berufskriminelle Nanni Vitale bricht mit ein paar Kumpels aus dem Gefängnis in Ancona aus. Als Geisel haben sie einen Gefängniswärter dabei, der übelst misshandelt wird, bevor sie ihn während der Verfolgungsjagd mit der Polizei aus dem Auto werfen. Kommissar Santini, der Vitale und seine Komplizen verfolgte und leider nicht aufhalten konnte, macht es sich fortan zu seinem obersten Ziel, Vitale wieder hinter Gitter zu bringen. Während Nanni Vitale und seine Kumpanen eine scheußliche und brutale Tat nach der anderen begehen und eine Spur der Gewalt durch das Land ziehen, unternimmt die Polizei unter der Anleitung von Santini immer wieder erfolglose Versuche, die Kriminellen zu stellen. Zwischen Vitale und Santini entwickelt sich so eine Art persönliche Feindschaft, die darin gipfelt, dass Vitale die Familie des Polizeikommissars entführt. Kann Santini seinen Vater und seine Schwester rechtzeitig aus den Fängen des unberechenbaren Verbrechers befreien?

Metadaten
Regisseur Sergio Grieco, Enzo Milioni
Laufzeit 1 h 31 min
Starttermin 29 Oktober 1977
Detail
Medien DVD
VHS
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut
Bilder
Schauspieler
Mit: Helmut Berger, Marisa Mell, Richard Harrison, Marina Giordana, Luigi Bonos, Vittorio Duse, Claudio Gora, Alberto Squillante, Nello Pazzafini, Antonio Basile, Sergio Smacchi

Im Jahr 1977 entstand der letzte Film des italienischen Regisseurs Sergie Grieco, DER TOLLWÜTIGE oder auch bekannt unter BEAST WITH A GUN (Originaltitel: La Belva col mitra). Nur 5 Jahre nach diesem Film verstarb er im Alter von 65 Jahren. Zu seinen weiteren Werken zählen Filme wie MARSCHBEFEHL ZUR HÖLLE von 1971, DIE SÜNDIGEN NONNEN VON ST. VALENTIN aus dem Jahr 1974 und TERROR IN ROMA von 1976.

DER TOLLWÜTIGE zeigt dem Zuschauer die wahre Härte des italienischen Kinos der 70er Jahre.

Die Action wird ausreichend gezeigt, viele blutige Einschüsse, dazu gesellt sich eine derbe Aussprache der Charaktere. Auch Einfallsreichtum wurde ausgiebig ausgeschöpft, sei es einen Verräter in einer Kalklauge im Steinbruch lebendig zu begraben, sowie auch eine Vergewaltigung der Freundin des Verräters, die im späteren Verlauf zur Gespielin des Tollwütigen wird. Die Geschichte ist simpel gestrickt, und wird in einem flotten Tempo inszeniert, durch zahlreiche Wendungen baut sich kontinuierlich eine Spannungskurve auf, die sich konstant bis zum Finale hält.

Der intensiven Ausdrucksstärke ist auch viel den Schauspielern zuzusprechen, allen voran Helmut Berger als Nanni. Er spielt die Rolle des rachsüchtigen Psychopathen so ernst und intensiv, das es einem eiskalt den Rücken runterlaufen könnte. Auch hartgesottene Zuschauer dürften bei seiner Darbietung der Kaltblütigkeit der Atem stocken. Vor allem kannte man Berger als sympathischen, freundlichen Menschen, der sich zu damaliger Zeit schon sehr für Nachwuchs einsetzte. In einer weiteren Rolle istdie hübsche Marisa Mell zu sehen, ihr markantes Gesicht dürften manche aus NACKT ÜBER LEICHEN und SPEKTRUM DER ANGST kennen. Auch sie ereilte der frühe Tod, im Alter von nur 53 Jahren erlag sie ihrem Krebsleiden. Als guter Gegenspieler von Berger wurde Richard Harrison engagiert, seine filmischen Anfänge sind im Western Genre vorzufinden, und seine späteren Versuche sind im NINJA Genre zu entdecken, ein Mann der sich in vielen Genres beheimatet fühlte und diverse Versuche unternahm.

DER TOLLWÜTIGE ist eine klare Empfehlung für Italo Fans, selbst nach mehrmaligen Betrachten des Werkes verliert er nichts an seiner Intensivität und zieht einen immer noch in den Bann. Die darstellerischen Leistungen Helmut Berger gehen in die Geschichte ein, auch ohne den typischen Oberlippenbart!

Es ist Quentin Tarantino nicht zu verdenken, das es einer seiner Lieblingsfilme ist. Er würdigte ihm in seinem JACKIE BROWN von 1997. Die deutsche VHS ist um Handlungen und Gewalt gekürzt worden, lediglich die DVD vom Label NEW ist komplett ungeschnitten, und ebenfalls indiziert.