Der Trip

19671 h 15 min
Kurzinhalt

Der Werbefilmregisseur Paul Groves ist bei der Beendigung eines Spots, als er von seiner Frau besucht wird, die ihm vorhält, den Scheidungstermin verpatzt zu haben. Gepeinigt von seinen Problemen, bittet er seinen Freund John, ihm zu helfen, indem er ihm eine Dosis LSD verabreicht, ‘damit er sich selbst besser verstehen lernt’. John soll ihn als Führer auf diesem Trip begleiten und ihn, falls nötig, beruhigen. Sie ziehen sich in ein Haus mit Blick auf Los Angeles zurück, wo Paul das LSD zu sich nimmt. Anfangs geschieht nur wenig; die Stimmung ist friedlich, die Farben und die Sonne sind intensiv.

Metadaten
Regisseur Roger Corman
Laufzeit 1 h 15 min
Starttermin 23 August 1967
Detail
Medien DVD
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut
Bilder

Das ´Trio Infernale´ Fonda/Hopper/Nicholson aus ´Easy Rider´ widmete sich hier explizit der Droge LSD. Im Gegensatz zu Dennis Hopper´s Plädoyer für die Freiheit, wo sich der Trip auf dem Friedhof von New Orleans in einem kurzen, clip-artigen Schreckensszenario entlud, ist hier die Droge selbst die Story, gar der Hauptdarsteller, denn sie degradiert Peter Fonda zu ihrem hilf,- und willenlosen Sklaven. Was als Selbstfindungs-reise und verklärt-strahlende Hippie-Romantik beginnt, entwickelt sich rasant-steigernd zu einem paranoiden Horrorwahnsinn voller purer Angst und Selbstzweifel, an dessen Ende die Erkenntnis steht, dass Erweiterung und Reflexion des eigenen Bewusstseins doch nicht vereinbar sind, im Gegenteil, alles mutiert zur nichtigen Farce, was den Eindruck entstehen lässt, Fonda´s Charakter könne zum dauerhaften Wiederholungstäter werden, mit dem (ewigen) Ziel aller Ziele: Der Suche nach sich selbst! Genug Spekulation!

© 1967 American International Pictures (AIP) − Alle Rechte vorbehalten.

Regisseur Corman lässt in ´The Trip´ das LSD den Film bestreiten, denn schnelle Schnitte und die audiovisuelle Macht von Farben und psychedelischem Score (im Gegensatz zu ´Easy Rider´ deutlich härter und weniger ´hippie´esk´!) in perfekter Symbiose machen den außergewöhnlichen Indie-Streifen zu einem Fest für die Sinne, wobei Drogenkonsum weder verherrlicht noch verteufelt wird.

© 1967 American International Pictures (AIP) − Alle Rechte vorbehalten.

Jack Nicholson´s Script ist simpel und effizient durchdacht, der Film wird so nicht durch lange Dialogketten seiner Stimmung beraubt.
Der Cast wirkt äußerst glaubwürdig und echt, wie schon in ´Easy Rider´ verschmolzen wohl Film und Realität im freundschaftlichen Künstlerkollektiv der Endsechziger-Jahre. Hervorzuheben sei Dennis Hopper in der (Quasi-) Doppelrolle als kiffender Kommunenhäuptling und als ´Hausmeister´ in Fonda´s ´Seelenwohnung`, dargestellt als chaotischer Jahrmarkt zur Deutung seines Lebens, ein absolutes Highlight, denn ´Billy und Captain America´ harmonieren auch hier prächtig.
´The Trip´ ist avantgardistische Genre-Kunst und ausgezeichnetes Independent-Kino, für Fans und/oder Zeitzeugen dieser Ära ein unbedingtes Muss.


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