Sudden Death

19851 h 30 min
Kurzinhalt

Help yourself, Valerie Wells! Sie ist brutal vergewaltigt und geschlagen worden. Ihr Freund kann ihre Verzweiflung nicht verstehen und läßt sie im Stich. Total in die Enge getrieben, nimmt sie die Dinge selbst in die Hand. Sie will Vergeltung! Sie verschafft sich Einblick in die Polizeiakte und stellt ihre Peiniger mit einer großkalibrigen Waffe. Detektive Marty Lowery unterstützt ihren Schlag gegen die Unterwelt...

Metadaten
Regisseur Sig Shore
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 19 September 1985
Detail
Medien VHS
Film-Details Verfügbar
Bewertung Gut
Bilder

Das Sub-Genre Rape´n Revenge war in den 80er noch immer ein beliebtes Thema. Zahlreiche Filme entstanden im Schatten von erfolgreichen Kassenschlagern. Man denke da nur an die “Death Wish” Reihe mit Cannon-Ikone Charles Bronson oder auch Clint Eastwood als “Dirty Harry”. “Dirty Harriet” ist ein Ableger solcher Ideen, und versuchte sich in den Videotheken zu vermarkten.

Betrachtet man das Cover von der VHS so sieht man eine Lady in Red in lasziver Pose mit einem Revolver auf den Betrachter gerichtet. Die schöne Dame ist keine Unbekannte, die Miss Australien 1978  in einem knappen Outfit. Kleine Anmerkung: Dies legt sie auch mal im Film “Dirty Harriet” komplett ab und eine laszive Sex-Szene fand seinen Platz im Skript.

“Dirty Harriet” versucht wie andere Vertreter an den großen Kassenschlager anzuknüpfen um auch etwas vom Kuchen ab zubekommen. Gelingen tut es dem Film leider nur recht wenig.

Regisseur Sig Shore gelang es leider nicht das was solch einen Streifen ausmacht in Bildern einzufangen. Die Verwandlung der Hauptdarstellerin von einer selbstbewussten Karrierefrau, die durch eine Vergewaltigung zur eiskalten Killerin wird ist unglaubwürdig. Zu wenig wird auf die psychische Verwandlung geachtet, zu schnell das traumatische Erlebnis vergessen.

Eine Liebesgeschichte fand auch ihren Platz im Skript. Mit inbegriffen eine Sexszene im Zeitlupentempo. Miss Australien 1978 völlig unbekleidet. Jedoch scheitert auch diese Szene an Glaubwürdigkeit. Kurz nach einer Vergewaltigung in ein Liebesabenteuer verfallen, noch dazu mit einem der Cops der die Ermittlungen an den Fall leitet.

Ihm gelang es gut zu zeigen wie einfach es in den USA ist eine Waffe zu bekommen um seinen Rachefeldzug zu starten.

Hinzu kommt das es eher unwahrscheinlich ist, das man seine Peiniger in einer Metropole wie New York findet ohne zu wissen wo sich gewisse Menschen aufhalten. Auf Streifzügen durch ein paar Bars findet sie ihre Peiniger und nimmt mithilfe von DumDum Geschossen in ihrer Pistole Rache. Die Rache-Szenen sind recht blutig und glaubwürdig in Szene gesetzt worden. Jedoch werden auch viele Randgruppen der Gesellschaft als kriminell dargestellt.

“Dirty Harriet” kann sich auch nicht als schonungsloser Rache-Thriller durchsetzen. Für einen Exploitationkracher ist “Dirty Harriet” zu harmlos und langatmig. Der Film wurde an vielen New Yorker Locations gedreht unter anderem Lower Manhattan und Brooklyn. Das Flair der Achtziger wird auffallend gut eingefangen. Die Mode, die Frisuren, die Autos. Dazu dröhnt ein elektronischer Synthesizer Klang aus den Boxen, Abwechselnd mit ein paar Pop-Songs. Allen voran der Titelsong, den man auch im Abspann vernehmen kann mit dem Titel “Sudden Death” klingt sehr gut und stimmig. “Dirty Harriet” trägt auch im Original den Titel “Sudden Death”.

Nach all den Schwächen und Stärken des Films “Dirty Harriet” bleibt nur zu sagen: Durchschnittsware. Kein Reißer, kein Hit aber auch kein Reinfall. Wer ein Faible für solche Streifen hat, kann ruhig mal einen Blick riskieren. Bislang ist er in Deutschland nur auf VHS erschienen.