Easy Rider (1969)

Easy Rider

19691 h 31 min
Kurzinhalt

Die zwei jungen Männer Wyatt und Billy brechen Ende der 1960er mit Motorrädern von Los Angeles auf und wollen in New Orleans mit geschmuggeltem Rauschgift das große Geld machen. Während ihrer von Sex- und Drogentrips begleiteten Reise nehmen Wyatt und Billy einen Hippie per Anhalter mit, verbringen einige Zeit in einer Hippie-Kommune und treffen den alkoholsüchtigen Anwalt George Hanson. Dabei stoßen die beiden Biker immer wieder an die Grenzen einer intoleranten Gesellschaft, etwa in einem ländlichen Ort in Louisiana – wo sie die Feindschaft der Dorfgemeinschaft auf sich ziehen, bloß weil sie in einem Restaurant mit einem Mädchen flirten.

Metadaten
Regisseur Dennis Hopper
Laufzeit 1 h 31 min
Starttermin 7 Mai 1969
Detail
Medien Blu-Ray
Film-Details Verfügbar
Bewertung Grandios
Bilder

Dennis Hopper erschuf schon früh, zu Beginn seiner langen Karriere, mit DEM Road Movie überhaupt, sein Meisterstück – und ein Meisterwerk. EASY RIDER zeigt wie kein anderer Film eindrucksvoll und zugleich äußerst bescheiden die Unvereinbarkeit zwischen Realität und Ideal der sogenannten 68er Generation. Außerdem wirft der Film einen düsteren Blick auf den Traum von Freiheit und Selbstverwirklichung.

© 1969 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Die Helden, mit dem Unterwegs-sein als Ziel und auf der Suche nach einem Leben jenseits von Zwängen und Regeln, scheitern schließlich an der Borniertheit und den rücksichtslosen, brutalen Reaktionen ihrer Mitmenschen, die aus Furcht vor dem Unbekannten und Unkontrollierbaren mit Ablehnung antworten, welche in Hass und Gewalt endet. So stellt es auch Anwalt George Hanson, gespielt vom jungen Jack Nicholson, der hier sein Leinwanddebut feiert, in seiner eindrucksvollen Rede über seine Vision vom freien Menschen, der selbstbestimmt in einer freien Welt ohne Geld, Regierungen und Kriege lebt, dar:`Sehen sie ein freies Individuum, bekommen sie es mit der Angst!´Hopper, Fonda und Autor Terry Southern beerdigen in ´Easy Rider´den amerikanischen Traum, den Mythos eben, welcher noch gar nicht begonnen hat, denn sie entlarven die ach so große US-Gesellschaft der 60er Jahre als selbstgerechte und zutiefst pseudo-demokratische und ignorante Hinterwäldler und Kleingeister. Sicherlich muss man hierbei auch die einseitige Sicht der Protagonisten bedenken, doch Hopper fragte zu Recht noch Jahrzehnte danach, welche Chance seine Generation mit ihrer Welt,-und Lebensanschauung denn jemals hatte!

Hopper´s und Fonda´s Rollen im Film heißen Billy und Wyatt, sicherlich auch eine Anspielung auf die triefend-patriotischen, glatt gebügelten US-Western mit Wyatt Earp und Billy The Kid. Fonda nennt sich zudem ´Captain America´, alles Randnotizen in Hopper´s schonungsloser Abrechnung. Nicholson spielt als Dritter im Bunde die Beiden fast glatt an die Wand, das ungeheure Potenzial war hier bereits zu erkennen.

© 1969 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Easy Rider behandelt selbstverständlich auch das Thema Drogen und wirkt dabei weder verherrlichend noch ablehnend. Kokain ist verpönt, Billy und Wyatt lassen die Finger davon, lediglich der kaufmännische Effekt als Finanzgrundlage ihrer Reise kommt zum Tragen. Marihuana ist ihr befreiendes Laster, welches sie in ihrer friedlichen und toleranten Lebensweise bewusstseinserweiternd begleitet. Der LSD-Trip wird lange aufgeschoben, erst in New Orleans auf dem Friedhof zeigt er sich im Beisein ihrer weiblichen Bekanntschaften als ´Film-im-Film´: Verstörend, bizarr und durch die virtuose Kameraführung sowie die klanglichen und bildlichen Experimente, der Gipfel an Audiovisualität, entsteht ein fast perfektes Nach,-und Miterleben des Rausches, ohne die Droge selbst zu konsumieren.

© 1969 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Mit den glaubwürdigen Darstellern, der einmaligen Atmosphäre, dem unsterblichen Soundtrack mit u.a. Steppenwolf, den Byrds und Hendrix und den herrlichen Landschaftsaufnahmen ist EASY RIDER ein unvergesslicher Meilenstein, DAS Plädoyer für die Freiheit – und deren Preis.