Stirb langsam (1988)

Stirb langsam

Er ist für alle die letzte Chance.

19882 h 11 min
Kurzinhalt

Eigentlich möchte der New Yorker Polizist John McClane dieses Weihnachten nur seine Noch-Ehefrau Holly, welche in Los Angeles in einer großen, erfolgreichen Firma Karriere gemacht hat, besuchen und das Fest mit den beiden gemeinsamen Kinder verbringen. Als die Feierlichkeiten im Nakatomi Plaza beginnen sollen, stürmt eine Gruppe von Terroristen das Hochhaus und nur John McClane schafft es ihnen zu entwischen. Lediglich bewaffnet mit ein paar Zigaretten und einem Walkie-Talkie, wodurch er den Funk der Geiselnehmer mithören kann, und mit Waffen, welche die Terroristen gelegentlich so rumliegen lassen, muss John nun nicht nur sein eigenes Leben retten, sondern möglichst auch das aller anderen Beteiligten. Und so beschließt er, die äußerst brutale Truppe auszumerzen und sich einen Terroristen nach dem anderen vorzuknöpfen. Während draußen dann schon die Polizei und das FBI stümperhaft versucht, das Gebäude zu stürmen, kämpft McClane ohne Schuhe gegen die 12 Aggressoren...

Metadaten
Regisseur John McTiernan
Laufzeit 2 h 11 min
Starttermin 15 Juli 1988
Detail
Medien Blu-Ray
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut
Bilder

“Stirb Langsam” ist der archetypische `Einer- allein- gegen- alle- Film`, der Prototyp des Actionthrillers, mit Bruce Willis in der Rolle seines Lebens, oft kopiert – und nie erreicht!

Da bereits so viel über diesen Meilenstein rezensiert, kommentiert und analysiert wurde, soll in diesem Beitrag der Fokus vorrangig auf einem dramaturgischen Phänomen liegen:

© 1988 Gordon Company − Alle Rechte vorbehalten.

Beinahe ausschließlich einziger Schauplatz dieses Meilensteins ist das Nakatomi-Hochhaus in L.A., mit angrenzender Tiefgarage und Vorplatz. Die Handlung einzig und allein in diesem begrenzten Areal spielen zu lassen, steigert die Spannung und den Nervenkitzel ins Unermessliche. Der Zuschauer wird dadurch gezwungen, sich ganz und gar auf den Helden einzulassen und sich mitfühlend an dessen Schicksal zu ketten. Es gibt kein Entrinnen, man(n) ist eingesperrt, man(n) muss kämpfen! Verstärkt wird die Isolation des auf sich allein Gestellten noch durch die Tatsache, dass John barfuß und im Unterhemd gegen die Übermacht von Terroristen antreten muss, einzig der hinzugezogene Officer, so nah und doch so weit von ihm entfernt, hält Mut und Motivation des Helden aufrecht.

Die zuvor erwähnten Gefühle lassen den Zuschauer das Geschehene fast in Echtzeit miterleben, denn John schläft, isst und trinkt nicht in ´Stirb Langsam´ und er flüchtet auch nicht, gar mit der Liebsten, “in die Berge”, um sich zu verschanzen. Die permanente Dynamik, das Gefühl, nicht auch nur eine Sekunde abschalten zu können, weil dies den sicheren Tod bedeuten könnte, überträgt sich auf den Zuschauer wie in keinem anderen Film, im direkten Genre-Kontext vielleicht mit Ausnahme von ´Alarmstufe: Rot´ (Alleiniger Schauplatz: Das Schiff!) und ´Rambo´ (Alleiniger Schauplatz: Der Wald!), in beiden Fällen sehr gut gemacht, jedoch nicht an ´Die Hard´ heranreichend.

In Ansätzen ist solch beengende Isolation auch in ´Die Harder’ vorhanden, hier ist es der Flughafen von Dallas, doch das Areal ist weitläufiger, der selbe, geniale Effekt wie in Teil 1 kann so nicht mehr vollständig erzeugt werden, man spürt ihn aber noch. ´Die Hard With A Vengeance` hingegen lebt von der ungleichen Allianz, die Willis und Jackson eingehen, um Jeremy Irons zu besiegen, das ´Allein-gegen-Alle´-Prinzip findet hier keine Anwendung mehr, obwohl der Film unbedingt sehenswert bleibt.

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Einzig ´Die Hard´erzeugt diesen klaustrophob-ischen Spannungsbogen, es kommt auch nur hier zum psychologischen Kammerspiel zwischen Held und Bösewicht: John und Jack treffen sich auf dem Dach, der gegenseitige Hass entsteht in direkter Konfrontation. Dies ist in den folgenden Teilen nicht mehr der Fall.

Zum Schluß sei, in diesem Zusammenhang, noch eine Lanze für Alan Rickman zu brechen, der in seinem psychotisch-wahnsinnigen Spiel teils unfreiwillige, bitterböse Komik aufblitzen ließ, wie nur er es als Darsteller von Bösewichten vermochte. (Auch zu bestaunen in ´Robin Hood – König der Diebe´)

´Die Hard´ war, ist und bleibt der Meilenstein des Actionkinos, aufgrund seiner Vormachtstellung als Genre-Begründer und der oben beschriebenen, einzigartigen Dramaturgie der nervenaufreibenden Spannung, selbst nach dutzendfach Konsum. John McTiernan lieferte seinerzeit ein Meisterwerk des Genres ab, welches auch das Prädikat “zeitlos” vollends verdient.

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[Hiermit rufe ich zu reger Beteiligung auf!
Nennt mir Filme, als Anlage zu diesem Kommentar, wo der (größtenteils) auf sich allein gestellte Held zumindest zum Teil zwanghaft oder freiwillig auf ein begrenztes Terrain beschränkt ist! Format: Titel, plus kurze Erläuterung und Wertung. Ich bin gespannt, viel Spaß…😎
Bereits erwähnt wurden: Die Hard, Die Harder, Alarmstufe:Rot und Rambo.]