Track 29

19881 h 26 min
Kurzinhalt

Linda, Anfang 30, verheiratet, keine Kinder, unerfüllt und sehr attraktiv, kann ihre Ehe mit Henry, um die 40, Arzt in der nahegelegenen Klinik, nicht länger ertragen. Keine Gespräche, keine Zärtlichkeiten, keine Gemeinsamkeiten. Henry hat nur zwei Hobbies: seine computergesteuerte Modell-Eisenbahn - und die anstößigen Spielchen, die er mit Schwester Stein in der Klinik spielt...Plötzlich wird Linda von der Vergangenheit eingeholt: Eines Tages steht ein Fremder vor ihrem Swimmingpool. Er behauptet ihr Sohn zu sein. Und der weiß Dinge über Linda, die sie bisher in ihrem tiefsten vor der Welt versteckte...

Metadaten
Regisseur Nicolas Roeg
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 15 Mai 1988
Detail
Medien DVD
Film-Details Verfügbar
Bewertung Gut
Bilder

Schu, schu, schu….Achtung, Achtung, ein Zug fährt ein…

…auf “Track 29”. Dem Zuschauer wird das Leben der Familie Henry in einem verschlafenen US-Nest präsentiert. Man nehme einen Arzt ohne Leidenschaft und eine Hausfrau, der die unbefriedigte Lust bereits aus allen Poren quillt, denn “Daddy” kümmert sich lieber (nein, gar ausschließlich, wenn er nicht schläft oder arbeitet) um seine kleine Dachbodenwelt, die gigantische Miniatur-Eisenbahnlandschaft, als um “Mommy”. Sowieso, wo wir schon bei elterlichen Kosenamen sind, liegt hier schon der erste Hund begraben.

Sexuelle Frustration auf beiden Seiten, sie nennt ihn Daddy, er wiederum strebt dieser “herrischen” Rolle entgegen, indem er sich in der Klinik von seiner “Lieblingsschwester” striegeln lässt. Dr. Henry nennt es (der einzige, wirkliche Lacher im Film) Ischialgie-Prophylaxe, Soft-Bondage trifft es aber eher. Schnell zurück zur Schu-Schu, oder? Eisenbahn an, Alltag aus! Soweit, so schlecht, nein, nicht ganz, denn Doktorchen besucht mit seiner Nurse noch nebenbei das städtische Jahres-Highlight, die Eisenbahner-Messe, wo sich während seiner flammenden Rede vor maximal-enthusiastischem Publikum die ganze klein,-und spießbürgerliche Pseudo-Moral der zeitlich-eingefrorenen, “braven” US-Sechziger offenbart, sodass der Anstandswauwau aus vollem Halse gellend kläfft.

© − Alle Rechte vorbehalten.

Was wäre das Ganze ohne Gegenpol, denn daheim hockt “Mommy” und wäre so sehnsüchtig gerne eine Solche. Geht aber nicht, denn da waren ja die “ungezogenen” US-Sechziger mit dem ach so “elllllllektrischen” Autoscooter-Mann (Seufz!!!). Das Kind war fort, es lebe das Kind, heißt es nun. Denn da wäre ja noch der unnachahmliche Gary Oldman, über dessen Rolle sich an dieser Stelle tunlichst ausgeschwiegen wird, bildet er doch die wahre Essenz dieses kleinen, eigentümlichen Streifens, und damit auch eine Aufwertung ins solide Psychothriller-Mittelmaß, trotz Längen und seltsamem Ende.

Schu, schu…der Zug verlässt den Bahnhof richtung (N)irgendwo…


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