Muttertag (1980)

Abbey, Jakie und Tina treffen sich jedes Jahr zu einem Camping-Wochenende. Während sie Erinnerungen an ihre Schulzeit austauschen,werden sie von zwei gemeingefährlichen Irren verschleppt- in das Haus der wahnsinnigen Mutter… und zu deren Entzücken gefoltert, vergewaltigt und grauenvoll gequält. Als Jackie an den Folgen ihrer Verletzung stirbt, kennen Abbey und Tina nur eines: Erbarmungslose Rache.

Filmkenner werden beim Namen des Regisseurs von Muttertag eventuell etwas hellhörig, wenn manche den Nachnamen „Kaufmann“ lesen, denken sie oft sofort an Troma-Entertainment, dies trifft hier vollkommen ins schwarze: Charles Kaufmann ist der Bruder vom Troma-Gründer Lloyd Kaufmann. Troma-Entertainment waren auch ausführende Produzenten bei Muttertag. Charles hat auch noch mehr als nur Muttertag in seiner Laufbahn vorzuweisen, da wären zum einen: „Mad-Fighters“ und „Zurück zur Natur“ (Review folgt in kürze). Auch ließ sich Kaufmann nicht nehmen in Muttertag eine kleine Nebenrolle zu besetzen, die allerdings im Abspann nicht aufgeführt wird.

Das Budget für Muttertag betrug schätzungsweise nach Angaben nur 150.000 US-Dollar, dies sind für Troma-Entertainment schon normale Verhältnisse, nur allzu oft haben sie uns Filmkennern schon bewiesen, das man auch mit einem kleinen Budget, großes Erreichen kann. Nicht nur Megaproduktionen können Spaß bringen. Muttertag kann man getrost als Slasher betiteln, manche sagen auch dazu Terrorhorror, wobei ich diesen Ausdruck für unangemessen halte, Slasher trifft es wohl eher mit einem kleinen Ansatz von Rap und Revenge, dies merkt man vor allem am Ende von Muttertag deutlicher.

Die zwei Brüder die mit ihrer Mutter in der Einöde leben, wurden interessant gestaltet, sei es die Kostüme oder auch das MakeUp dieser zwei Gestalten, die Mutter wirkt eher wie eine alte Dame aus der Nachbarschaft, klein und unschuldig, dies ist aber nur eine Art Maske um so auch an neue Opfer heranzukommen. In Muttertag wird die Fantasie des Zuschauers angeregt, denn viele Gewaltszenen und auch diverse Vergewaltigungsszenen werden nur ansatzweise gezeigt, ein Softpornofilm zeigt da schon mehr Haut und mehr. Muttertag bietet eine spannende und fesselnde Atmosphäre, die durch dezente Musikuntermalung noch verstärkt wird, dazu trägt die Kulisse auch einen großen Teil dazu bei. Aus heutiger Sicht dürfte Muttertag eher mäßig rüberkommen und eher Trashig, die Standards von Filmen haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Aber der primitive und billige Look von damals unterstreicht den Grundton mit Andeutung an weiteren Low-Budget Schocker wie: „Last House on the left“ und „I spit on your grave“. Muttertag ist indiziert und wurde im September 1984 wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt.

Es gab eine Veröffentlichung mit einer Freigabe von 16, die allerdings um sage und schreibe 13 Minuten gekürzt wurde, sämtliche Szenen mit Gewalt fielen der Schere zum Opfer. Dies mindert den Filmgenuss extrem, denn in dieser Version ist Muttertag mehr als nur langweilig und viele Handlungen sind kaum noch nachvollziehbar, geschweige denn die Fantasie bekommt was zu tun. Denn das Geschehen und die Grausamkeiten der Handlung soll sich in erster Linie im Kopf des Zuschauers abspielen, die dargestellte Gewalt diente nur als Anstoß, daher oft nur die angedeuteten Szenen. Zwar bietet Muttertag auch ein paar Splattereffekte jedoch die meiste Härte ist nur ein Produkt der Fantasie des Zuschauers.

1988 erschien Muttertag 2, der jedoch keine direkte Fortsetzung darstellte, zwar wird dieselbe Thematik behandelt, aber neue Charaktere und ein anderer Ort des Geschehens sind vorzufinden. Der Titel Muttertag 2 diente eher zur Verkaufsförderung. Fazit: Muttertag ist nur was für B-Movie Fans die sich gerne in die Welt Ihrer eigenen Fantasie entführen lassen möchten. Der Film ist nur so krank wie der Zuschauer selbst! Viele sagen das Muttertag: Genial Krank sei, nun dies liegt immer im Auge des Betrachters.

Muttertag gibt es auf VHS und DVD, in diversen Auflagen verschiedener Labels, und auch zahlreiche Bootlegs sind vorzufinden. Jedoch sollte man sich Muttertag nur UNCUT anschauen um in den wahren Filmgenuss zu kommen, alles andere ist Käse und Zeitverschwendung.

Ich gebe Muttertag 7 / 10 Punkten ( inkl. Trashbonus)