Nashville Lady (1980)

Filme die sich sehr viel mit Musik beschäftigen, haben es oft recht schwer Anklang bei den Zuschauern zu finden. Nur wenige waren so erfolgreich das man nach Jahrzehnten noch über sie spricht. Es gibt noch dutzende solcher Werke die bis dato unbekannt oder schlichtweg vergessen wurden.

Im Jahr 1980 drehte Regisseur Michael Apdet solch einen Film, der sich auf einer Autobiographie stützt. „Nashville Lady“ startete in den amerikanischen Kinos und begann seinen Siegeszug. Michael Apdet war bekannt dafür sich ungewöhnlicher Skripte anzunehmen um sie in bewegte Bilder zu interpretieren. Sein Lebenslauf ist recht umfassend und bietet einige Klassiker, allen voran „Gorky Park“ von 1983, aber auch „Gorillas im Nebel“ von 1988 mit Sigourny Weaver sollte Erwähnung bekommen. Weitere Filme tragen Titel wie „Der aus der Hölle kam“ von 1977 und „Stardust“ von 1974 um noch ein paar zu nennen.

Nashville Lady spiegelt das Leben der erfolgreichen Country-Sängerin Loretta Lynn wieder. Ihr Leben von der einfachen Tochter eines armen Bergmannes, der seine Großfamilie nur schwer durchs Leben bringen kann, bis zum Megastar in der Country Welt – an der Seite der großen Stars wie Patsy Kline und Ernest Tubb.

Für die Rolle der Loretta wurde Sissy Spacek gecastet, sie kennt man sicherlich als „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ aus dem Jahr 1976. Doch anstatt die Darstellung des Teufels zu repräsentieren, schlüpft sie hier in die Rolle eines kleinen Mädchens im Alter von 15 Jahren, ihre Kunst der Verwandlung vom einfachen, primitiven Dorfmädchen zum Megastar ist allein schon ein Genuss – noch dazu auch ihre Äusserliche Verwandlung ist beachtlich. Das zeugt vom großen schauspielerischen Talent. An Ihrer Seite als Ehemann und Manager tritt Tommy Lee Jones in jungen Alter auf, er verkörpert die Rolle von „Mooney“ – ebenfalls ein Bergmann der aber das Potenzial seiner Ehefrau erkennt und sie tatkräftig unterstützt, was aus ihrem Leben zu machen.

Beide Schauspieler gehen förmlich auf in ihren warmen Rollen, und bieten dem Zuschauer Romantik, Dramatik und viel Herz – ohne aber zu sehr in diese Schiene abzudriften. Sie verkörpern in ihren Charakteren den Eindruck als würde man den „realen“ Personen beiwohnen.

In weiteren Rollen tauchen Namen wie Beverly Dángelo auf, sie kennt man auch als Ellen Grisworld aus „Hilfe, die Amis kommen“ und deren Fortsetzungen. In Nashville Lady verkörpert sie die Rolle der Patsy Kline, eine langjährige Freundin von Loretta, die durch ein Flugzeugabsturz ums Leben kam. Weitere Namen im Cast lauten Levon Helm, Phyllis Boyens und Bill Anderson Jr.

Der Film Nashville Lady heimste einige Nominierungen und Preise ein. Sissy Spacek gewann 1981 den Oscar in der Kategorie BESTE HAUPTDARSTELLERIN, nominiert war er noch für BESTER FILM, BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH, AUSSTATTUNG, KAMERA, SCHNITT und TON. 1981 gewann er auch den Golden Globe für BESTER FILM – KOMÖDIE/MUSICAL, und wieder Sissy Spacek als BESTE HAUPTDARSTELLERIN. Zu erwähnen sei noch das Sissy und Beverly alle Songs im Film selber gesungen haben, kein Playback oder irgendwelche Originalaufzeichnungen der realen Sängerinnen. Bei beiden ging auch eine Karriere als Sängerin verloren, denn Talent besitzen beide. Auch für Nicht Fans solcher Musik ist dies ein Ohrenschmaus.

Der Film schreitet in einem langsamen Tempo voran, der Zuschauer erhält allerlei Einblicke in das Leben von Loretta, mit all seinen Höhen und Tiefen. Erfolge sind oft von Mißerfolgen gekrönt, und der Zuschauer nimmt vollkommen teil an der ruhigen aber ernsten Achterbahn des Lebens und der Gefühle. Vom einfachen Menschen zu einem erfolgreichen Star ist möglich, Talent, Ausdauer und eine große Portion Glück gehören dazu – das sowas möglich ist zeigt uns Nashville Lady in bewegenden Bildern. Das Geburtshaus was man im Film zu sehen bekommt, ist das Original Haus in dem die Sängerin Loretta Lynn aufgewachsen ist.