Night Warning (1982)

Cheryl ist für Billy nicht nur Tante, sondern nach dem tragischen Tod seiner Eltern auch Ersatzmutter. Billy ist für sie einfach alles im Leben. Irgendwann gleitet die übertriebene Fürsorgepflicht der Frau aus dem Ruder und sie täuscht eine Vergewaltigung vor, um so Billy zu ihrem Schutz für immer bei sich zu haben. Der Plan misslingt, sie wird zu Mörderin und Billy wird mit in die Sache hinein gerissen.

 

Ich habe schon viele Slasher gesehen. Die meisten waren eher kurzweilig. Sie kurbelten schlichtweg die Klischees aneinander gereiht ab. Entweder war die Story altbacken oder die Inszenierung sehr lahm. Doch NIGHT WARNING aus dem Jahr 1982 schlägt eine ganz andere Kerbe ein.

Schon der Prolog zeigt einen kleinen Einblick auf das was einen noch erwartet. Schon recht schnell bekommt man harte Szenen geboten. Der Autounfall wo die Eltern von Billy ums Leben gekommen sind, ist dramatisch und aufwendig inszeniert worden. Recht blutig und Kopflos durch einen Baumstamm geht es zur Sache. Gekrönt wird dies noch mit einem Sturz eines Abhang in einen reißerischen Fluss.

Final Destination in den 80er Jahren

Nach dem starken Anfang flacht der Streifen etwas ab. Regisseur William Asher nimmt sich die Zeit einzelne Charaktere und deren Beziehungen zueinander genauer auszuleuchten. Allen voran die sonderbare Beziehung zwischen Billy und seiner Tante Cheryl. 

Durch den Verlust seiner Eltern wächst Billy bei seiner Ersatzmutter Cheryl auf. Sie behütet ihn wie ihren eigenen Sohn. Doch ihre Mutterliebe geht etwas weiter als gewohnt. Billy ist ein Teenager im Alter von 17 Jahren. Er träumt von einer Karriere als Profisportler im Basketball. Die Pubertät weckt in ihm das Interesse an Mädchen in seinem Alter. Doch Cheryl sieht nur böses an Billys Interessen.

NIGHT WARNING zeigt in einer leichten Krimi Geschichte, wie weit Mutterliebe gehen kann. Zwar nicht auf Mutter-Sohn bezogen, aber sehr ähnlich wurde die Geschichte 1990 in “Misery” verfilmt.

Misery lässt grüßen

William Asher schuf mit NIGHT WARNING einen explosiven, recht drastischen und sogar blutigen Beitrag im Slasher Genre. Selbst Thriller/Krimi Elemente fanden ihren Einsatz.

Zwar sind hier auch diverse Klischees vorhanden. Doch durch Einsatz einer leichten Kriminalistischen Story werden diese gut ausgebügelt und ausgestaffiert.

Das Motiv und Denken von Cheryl wird lange geheim gehalten. Der Zuschauer wie auch Billy im Film bleiben lange im Unwissenden. Ein Geheimnis steckt in Cheryls Leben und vor allem im Haus. 

Im Mittleren Part verliert die Story etwas an Tempo. Doch schaut man gespannt auf das nächste Geschehen. Erst im letzten Part und vor allem das Finale wird das ohnehin schon flotte Tempo noch mehr angezogen.

Hier kommen Machete, Kaminbesteck, Messer und Hammer vollends zum Einsatz. NIGHT WARNING zeigt einem was er drauf hat. Recht blutig und ansprechend mit passenden Sounds untermalt werden viele Szenarien brutal und hart präsentiert. Gezielt wird mit kleineren oder größeren Überraschungen in der Story gespielt. Somit bleibt der Unterhaltungswert auf einem hohen Level.

Schauspielerisch sticht besonders Susan Tyrell in der Rolle von Cheryl hervor. Teils etwas Overacting, aber sehr mysteriös, spannend und bedrohlich spielt sie den Part von Billys Tante.

In Deutschland ist NIGHT WARNING lediglich geschnitten auf VHS erschienen. Wer in den ungeschnittenen Genuss kommen möchte, dem empfehle ich die amerikanische DVD aus dem Hause “Code Red”. Dort ist er unter dem Originaltitel “Butcher, Baker, Nightmare Maker” erschienen.