„Die Ninja sind eine uralte japanische Kriegersekte. Sie beherrschen die Kunst des Tötens in höchster Vollendung. Schon vor hunderten von Jahren stellten sich die Ninja in den Dienst der Reichen und Mächtigen und erledigten gegen hohe Bezahlung jeden Mordauftrag mit höchster Perfektion. Experten waren davon überzeugt, dass die Tradition der Ninja der Vergangenheit angehören würde, bis Inspektor Tao die schreckliche Erfahrung macht, daß der mörderische Clan der Ninja die Jahrhunderte überdauert hat…“

 

Nachdem im Genre-Kino der 70er Jahre, der Kung-Fu einzug erhielt, bahnte sich Anfang der 80er, der „Ninjitsu“ seinen Weg in den zeitgenössischen Action/Martial-Arts-Film. Natürlich wurde dieser Trend von der Kult-B-Movie Schmiede „Cannon-Films“ aufgegriffen, welcher sich in diversen Produktionen des Studios, wie zum Beispiel der „American Ninja“-Reihe wiederfindet. Aber auch in diversen Action-Filmen anderer Produktionsfirmen, war das Thema „Ninja“ äußerst beliebt. Doch neben Werken, wie „The Octagon“ war Cannon eine der ersten, die diese Kampfform auf die Leinwand brachten. So kam 1981 „Ninja – Die Killermaschine“ zum Vorschein, der uns zu einem unfreiwillig komischen Martial-Arts Granate einlädt, wie man sie nur von Cannon kennt. Film ab für den wohl unglaubwürdigsten Ninja aller Zeiten: Franco Nero.

Der Film wurde auf den Philippinen gedreht, wie fast jeder „Dschungel-Actioner“ der 80er Jahre. Nachdem Produzent Golan mit den ersten Testaufnahmen dermaßen unzufrieden war, entschied er sich selbst das Projekt zu inszenieren. Auch Hauptdarsteller Mike Stone, der die Story entwarf musste die Hauptrolle abgeben, weil er nicht spielen konnte. Zwar durfte er die Stunts ausführen, aber Golan wollte einen bekannten Darsteller, der auch des Schauspielerns mächtig war, so dass man auf einem Filmfestival den italienischen Star Franco Nero fragte ob er nicht kurzfristig die Rolle übernehmen könne. Und weil der „Ur-Django“ sich wahrscheinlich dachte, dass Geld niemals stinkt, sagte er zu und das ist auch das große Problem des Films. So gern ich Nero als Schauspieler auch mag, er ist sowas von KEIN Ninja. Die Italo-Western Legende, der in dem Film aussieht wie ein drittklassiger Porno-Darsteller, inklusive dichtem Brustpelz und Oberlippenbart, wirkt wie ein Fremdkörper. Das lädt munter zum Lachen ein und bringt somit eine eigene trashige Note in den Film.
Die Geschichte ist ganz locker, nichts Weltbewegendes aber sie erfüllt ihren Zweck um eineinhalb Stunden solide zu unterhalten. Wir bekommen einige nett inszenierte Kämpfe zu sehen, die durchaus zu unterhalten wissen und auch der Härtegrad ist angemessen. Das Setting der Philippinen gibt dem Film noch diesen wunderbaren Exploitation-Touch und zaubert mir als Fan der ganzen Roger-Corman-Tits-And-Asses-In-The-Jungle-Flicks aus den 70ern ein Lächeln in das Gesicht. Die Kämpfe sind gut choreographiert und ansprechend in Szene gesetzt. Man kann von Golan halten was man will. Als Regisseur hat er durchaus seine Qualitäten. Auch seine weiteren Arbeiten, wie zum Beispiel „Over The Top“ oder „Delta Force“ sind alle solide in Szene gesetzt. So sieht die Sache auch hier aus, weswegen man dem Film in dieser Hinsicht nichts vorwerfen kann. Er ist einfach kurzweilig.
Neros Co-Stars gewinnen schon mehr Profil. Christopher George brilliert als Ober-Villain mit versnobter Attitüde und macht dem Zuschauer besonders Spaß. Auch sein Henchman Shó Kosugi liefert als böser Ninja eine gute Performance ab. Er muss so beeindruckt haben, dass er in den Nachfolgern, „Ninja II – Die Rückkehr der Ninja“ und „Ninja III – Die Herrschaft der Ninja“ jeweils die Hauptrolle des Helden übernahm, die auch sehr spaßig sind. Ebenso gibt es ein Wiedersehen mit Zachi Noy, ja genau, der dauergeile Dicke aus „Eis am Stil“, der hier als mit Hakenhand versehener Handlanger des Bösewichts in Erscheinung tritt und einen zugegeben skurrilen Auftritt inne hat.

„Ninja – Die Killermaschine“ ist ein unterhaltsamer und sehenswerter Martial-Arts Film und eine Produktion aus der Frühphase von Cannon. Golan inszeniert souverän, mit der Betonung auf Action, einen schmissigen Reißer ohne viel Schnick-Schnack. Gut choreographierte Kämpfe, nette Location und gute Nebenrollen unterhalten gute 90 Minuten und lassen manchmal vergessen, dass Franco Nero der wohl unglaubwürdigste Ninja der Welt ist. Das man das besser besetzen kann, hat Michael Dudikoff 4 Jahre später bewiesen.