Inhalt:

Im Jahre 1991 kehrt eine Mission vom Jupitermond Ganymed nach vier Jahren zurück zur Erde. Es wurde Leben nachgewiesen. Aber das scheint keinen mehr auf der Erde zu interessieren. Denn die Crew der Ganymed 2 hat sein Schwesterschiff verloren. Und die Verantwortlichen auf der Erde haben alle abgeschrieben, da sie sich seit 900 Tagen nicht mehr gemeldet haben. Die Crew wagt es und landet per Notlandung in einer menschenleeren Einöde. Sie machen sich auf den Heimweg….und die tiefer liegenden Probleme brechen auf.

Filmisches Feedback:

Lohnt wiederentdeckt zu werden

Science Fiction und der deutsche Film scheinen sich nicht unbedingt zu lieben. Warum eigentlich? Schließlich sind die Deutschen ja die quasi Erfinder der SF (siehe METROPOLIS (1927)  von Fritz Lang). Ich werde jetzt hier keinen Exkurs über Filmgeschichte machen, aber wenn man bedenkt, dass ein Großteil der einflussreichsten Filme und Filmemacher aus den 20er – 30er Jahren aus Deutschland stammen ist es mir eben ein Rätsel warum sich der deutsche Spielfilm so schwer tut mit Genrefilmen. Gerade in der heutigen Zeit (Ausnahmen wie z.B. HELL, CORPSE GRINDERS oder RAMMBOCK mal abgesehen), wo der Genrefilm boomt, ist es doch eine Möglichkeit wieder Fuß zu fassen in dem Genre.

Ich spreche hier nicht von Deutschen die außerhalb Deutschlands erfolgreich ihre Filme inszenieren dürfen (wie Roland Emmerich, Wolfgang Petersen oder Robert  Schwentke) sondern tatsächlich in Deutschland ansässige Produktionsfirmen den Mut haben sollten Genrefilme zu machen (die Gelder zur Filmförderung kann man eh vergessen. Lieber eigenmächtig Produzenten und Interessenten suchen). Dann kommen nämlich unter Umständen solche durchaus guten Genrewerke wie dieser hier zu Stande.

Ende der 70er Jahre gedreht zeigt der Film in erschütternder Weise den Untergang der Menschheit und seiner Menschlichkeit. Karge Landschaften, Ruinen, Verfall sieht man. Aber gerade diese äußerliche Erscheinung spiegelt sich ebenso im Menschen wieder, beeindruckend gezeigt durch Jürgen Prochnow und Claus Theo Gärtner. Klar sieht man den Film das geringe Budget an. Aber darum geht es hier ausnahmsweise mal nicht. Hier geht es um den inneren Konflikt den die Überlebenden ausfechten müssen. Während z.B. bei ENEMY MINE (1985)  von Petersen es eine Annäherung verschiedener Rassen gibt, so geschieht hier das Gegenteil. Hier treffen Ideologien aufeinander und die Köpfe der Menschen werden nicht frei von Vorurteilen. Der Mensch wird zum Tier (was er ja eh ist), wenn er zum Überleben verdammt ist.

Regisseur Rainer Erler (der uns auch den genialen FLEISCH (1979) oder PLUTONIUM (1978) brachte) inszenierte hier eine packende Kritik an den Fortschritt und des gutgläubigen Menschentums. Das verpackt im Mantel der SF ist sehr gut gelungen. Auch die Schauspieler sind alle allerster Sahne der deutschen Schauspielkunst: Jürgen Prochnow, Claus Theo Gärtner, Dieter Laser, Horst Frank und Uwe Friedrichsen. Warum nicht häufiger solche Filme. Kann man sich ruhig mal trauen. Aber das waren eben die 70er Jahre. Da wurde sich eben noch was getraut und ausprobiert. Sogar im deutschen Film.