Outland – Planet der Verdammten (1980)

Inhalt:

Marschall William T. O´Neill (Sean Connery) wird auf den Jupitermond Io versetzt und will dort eine Reihe von ungeklärten Todesfällen unter Bergbauarbeitern aufklären.  Hilfe bekommt er von der Ärztin Dr. Lazarus (Frances Sternhagen). Er findet heraus dass der Leiter der Station Sheppard (Peter Boyle) den Arbeitern Drogen zur Leistungssteigerung verabreicht. Sheppard lässt zwei Auftragskiller einfliegen, die O´Neill beseitigen sollen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Filmisches Feedback:

Gesellschafts- und Finanzkritik im SF-Gewand

Peter Hyams hatte im Laufe seiner Karriere (ja ich weiß er dreht immer noch) einige gute Filme dem Zuseher beigesteuert. Als Beispiele seien hier zu nennen: UNTERNEHMEN CAPRICORN (1978), EIN RICHTER SIEHT ROT (1983), 2010 – DAS JAHR IN DEM WIR KONTAKT AUFNEHMEN (1984) oder DAS RELIKT (1996). Er war und ist ein technischer Regisseur, der immer darauf bemüht ist eine Geschichte spannend und unterhaltsam zu inszenieren. Das dabei ab und an die Glaubwürdigkeit verloren geht oder sich die ein oder andere lapidare Erklärung als die Lösung präsentiert hemmt nicht den Unterhaltungswert seiner Filme.


Mit diesem Neo-Western schaffte er es ein altes Genre in ein Neues umzuwandeln. Das geschah auch vor ihm bereits (hier sei KRIEG DER STERNE (1977) als Präzedenzfall genannt), allerdings bislang noch nicht in solcher Deutlichkeit. Hyams versetzte eine uramerikanische Mythologie in das Weltall und schlug somit zwei Fliegen mit einer Klappe.

1.) brauchte er nicht wirklich eine neue Story zu kreieren (denn die gab es ja bereits in HIGH NOON, 1952)

und 2.) benutzte er gekonnt das SF-Genre um aktuelle Geschehnisse dem Zuschauer durch die Mittel der Unterhaltung transportabel zu machen.

Hier war es die finanzkritische Sicht des Kapitalismus die in den 80ern langsam seine korrupten Auswüchse fand. Drogen, Korruption und Gewinnmaximierung auf Lasten des Arbeiters, des Proletariats prangert er an. Ja er will sogar dies abschaffen. Hier personifiziert von Sean Connery als “Weltall”-Sheriff, der gegen das Böse ermittelt und sich gegen jeden stellt um am Ende als gebrochener Held zu erkennen, dass schlussendlich das System einen vernichtet. Hyams schuf hier einen antikapitalistischen SF-Western der Güteklasse A bei dem sämtlicher filmische Akzent wie dem Design, die Musik( unser aller Jerry Goldmsith) oder die SFX sich sehr gut in das dystopische Bild dieses Universums einfügt. Alle beteiligten zeigen wirkliches Können. Das fängt bei den Darstellern an.

Sean Connery spielt absolut überzeugend. Frances Sternhagen ist wohltuend sympathisch in ihre Rolle und Peter Boyle ist das Sinnbild der Korruption. Die Nebendarsteller sind auch alle wunder bar, wie John Ratzenberger, den man am Ehesten aus der TV-Serie CHEERS kennt (aber auch aus den wunderbaren Trashfilm TAUCHFAHRT DES SCHRECKENS, 1978). Auch Steven Berkoff ist wunderbar. Übrigens gibt es zu Sternhagen und Berkoff auch einen Beitrag hier auf dieser Homepage in der GESICHTER AUS DER ZWIETEN REIHE. Für die SFX war neben John Stears auch John Eppolito verantwortlich. Er entwickelte hier ein Verfahren namens Introvision für das er 1988 einen Technikoscar bekam. Auch Kameramann Stephen Goldblatt (LETHAL WEAPON-REIHE) oder Cutter Stuart Baird (DAS OMEN, 1976 oder SUPERMAN, 1978) gebe hier ein Beweis ihrer Kunst ab.

Alles in Allem ganz großen und ernsten SF-Kino vom Feinsten.