Planet der Giganten (1968 bis 1970)

Wir schreiben das Jahr 1983: Bei einem  Überschallflug mit der Spindrift unter Captain Burton kommt es zu einer Katastrophe: Das Raumschiff gerät in einen Zeit-Raum-Strudel und stürzt ab. Kurz nach dem sich die Crew und die Passagiere von dem Schock erholt haben, stellen sie fest, dass irgend etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn alles ansonst so vertraute wirkt fremd und surreal. Sind sie noch auf der Erde wenn ja, was ist in der Zeit mit ihr passiert? Schockiert stellen sie fest,  dass sie auf einem der Erde bis aufs Haar gleichendem Planeten gestrandet sind, nur dass die Menschen hier für die Überlebenden des Absturzes der Spindrift riesenhaft und selbst Insekten für die Winzlinge wie Monster erscheinen. Ein Abenteuer voller Gefahren beginnt …

Ich war noch Kind als ich diese außergewöhnliche TV-Serie damals auf einem der holländischen Fernsehsender sah, die damals beinahe die Rolle der heutigen Privatsender innehatten, zeigten sie meist in englischer Sprache mit holländischem Untertitel viel früher Kinofilme und Serien, die damals in Deutschland erst viel viel später gesendet wurden; wenn sie denn überhaupt im deutschen TV ausgestrahlt wurden. Die Serie  Planet der Giganten ist eine dieser Serien, wie Time Tunnel, mich faszinierten und die ich somit auch noch nach 30 Jahren nicht vergessen konnte.

Nach einer Idee von Irvin Allen, dem Schöpfer und Creator von so allerlei fantastischen Geschichten mit Parallelen, jedenfalls in einer gewissen Hinsicht zu Die unglaubliche Geschichte des Mr. C., müssen sich in Planet der Giganten eine kleine Gruppe von Menschen, die in der damaligen Zukunft des Jahres 1983 nach einem Absturz mit ihrer orbitalen Raumfähre in einer Welt ums Überleben kämpfen, die nur aus Riesen besteht oder in der sie auf die Größe von Lego-Männchen geschrumpft sind. Faszinierende Eindrücke aus dem ungewohnten Blickwinkel von Winzlingen, für die selbst ein normaler Esstisch zu einer waghalsigen Kletterpartie wird und auf die Höhe eines über 10 stöckigen Hochhauses wächst. 

Mich persönlich fasziniert diese Idee immer noch, da hier das eigentlich vertraute und  fast als selbst verständlich angenommene in Planet der Giganten völlig verzerrt wird, banale Gegenstände zu unüberwindbaren Hürden werden und diese Winzlinge, die ja eigentlich normal große Menschen darstellen sich  wacker in einer normalen, aber für sie nun lebensbedrohlichen und bizarren Welt zurecht finden müssen.

Ein Thema, dass auch noch in den 1980ern große Faszination auslöste wohl auch die Inspiration für den erfolgreichen Film Honey, I Shrunk the Kids (Liebling,  ich habe die Kinder geschrumpft) lieferte. 

Planet der Giganten ist auch deshalb so eine faszinierende Serie, die rund 51 Episoden zählt, weil sie auch trick-technisch auf dem neusten Stand für eine TV-Serie war.Natürlich ist es etwas anderes damals einen circa 80 minütigen Spielfilm mit Spezial Effekten zu versehen, als eine eine ganze TV-Serie, die ja durch alle Folgen durch nicht unspektakulärer werden darf, auch um das Publikum nicht zu enttäuschen. So wand man auch in Planet der Giganten die Technik der Rückprojektion an, die aber im Gegensatz noch zu den 1950ern wesentlich ausgereifter wurde und großartigen übergroßen Modellen, die nahezu die perfekte Illusion erschuf, dass unsere Protagonisten sich tatsächlich in einer überdimensionalen Parallelwelt befanden. Begeistert waren auch die Kritiker und so wurde die Serie für den Primetime Emmy nominiert und selbst 2008  noch mit dem Saturn Award für die beste Retro-Serien-DVD-Veröffentlichung.

Die Schauspieler, die die Winzlinge verkörpern, zu denen Gary Conway, der auch mit  Michael Dudikoff 1987 für American Fighter 2 vor der Kamera stand, Deanna Lund, die auch in der Batman-TV-Serie mit Adam West oder auch in dem Horrorfilm Elves von 1989 mitspielte,gehörten sowie Heater Young aus der Kampfstern Galactica -TV-Serie von 1980, Don Matheson aus California Clan und Denver Clan sowie Don Marshall (Der unglaubliche Hulk, Die sieben Millionen Dollar Frau) und der damals erst 13 jährige Stefan Arngrim (Akte X, Fringe – Grenzfälle des FBI) verleihen der  Serie Planet der Giganten mit ihrem Charme und Talent das gewisse Extra und trotz der bizarren  Geschichte eine gewisse Natürlichkeit, was eben such die Zuschauer zu schätzen wussten, stellten sie doch recht authentisch eine kleine verzweifelte Gruppe da,  die sich auch psychologisch mit dieser alptraumhaften Szenerie auseinander setzen mussten. Keine Welt in der einer alleine den Helden spielen konnte, sondern es viel mehr um Zusammenhalt und Teamwork ging.

Die Musik in den Episoden wurden unter anderem von Richard LaSalle und Leith Stevens komponiert, die wir von der Filmmusik aus Fliegende Untertassen greifen an oder Reise durch die Zeit noch kennen. Oft dramatisch und manchmal auch etwas Comic artig,  untermalen sie die verschiedenen oft gefahrvollen aber auch ironischen bis irrwitzigen Abenteuer so  wie man es eigentlich  nur noch aus den TV-Serien vergangener Zeiten kennt. Mir persönlich gefällt eigentlich alles an der Serie zu Planet der Giganten, außer eben der Tatsache, dass Deutschland mal wieder keine DVD-Veröffentlichung aufweisen kann, obwohl diese Serie in deutsch synchronisiert vorliegt und letztens 2002 im Pay-TV komplett ausgestrahlt wurde, Ich hoffe nur, dass die deutschen Labels endlich mal einsehen, dass es nicht nur darauf ankommt den heutigen 08/15-Mist zu vermarkten, sondern auch die wirklich guten Filme und Serien aus  den Jahrzehnten vor 1980, ohne die auch oft Wegbereiter für den heutigen Mainstream waren… 

Wertung: 9,5/10 Punkten