Pledge Class (1990)

Erst sehr spät, um genau zu nehmen 1990 begann Regisseur Paul Ziller mit seiner Karriere auf dem Regiestuhl – und sein erstes Werk ist zudem auch noch Teil dieser kleinen Kritik. Die Rede ist von „Pledge Class“ oder auch unter „Pledge Night“ oder aber auch unter „Death Night“ so manchen Slasher Freund ein Begriff.

Manche werden nun sagen: Wer ist das?, wer aber auch ein Gefühl für satte Action hat, wird um ein Werk von ihm nicht drum herum kommen: „Back in Action – Die Vergeltung“ aus dem Jahr 1993. Später folgten noch diverse andere Produktionen, aus den verschiedensten Genres, noch heute ist er aktiv hinter der Kamera und hat sich größenteils dem Trash Genre verschrieben.

Pledge Class“ ist ein Slasher der ja eigentlich um ein paar Jahre zu spät in den Flimmerkasten wanderte, Anfang der 90er Jahre war dieses Subgenre schon weitgehend bedient und ausgeschöpft. Daher wahrscheinlich auch sein eher unbekannter Status. Der Film bedient sich vielerlei Klischees und versucht sie in eine Story zu packen um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Doch man muss zugeben das es Paul Ziller durchaus gelungen ist, bekannte Klischees gut zu verpacken und sie in ein anderes Licht zu rücken, auch der Einsatz von „Heavy Metal“ Musik war ein Wagnis von ihm, auch wenn dieser Einsatz auch an vielen Stellen im Film leider etwas deplaziert wirkt.

In den USA ist es in der Studentenrige ein Gang und Gebe das man Teil einer Studentenvereinigung ist, viele Politiker und Präsidenten waren zu ihrer College Zeit Mitglied solch einer Vereinigung. Dazu gehören auch verschiedene Prüfungen die „Anwärter“ absolvieren müssen, um in den Kreis aufgenommen zu werden. Dieses Phänomen ist weltweilt in den USA einzigartig, zumindest in diesem Umfang. Und an diesen Geschehnissen von Neulingen und deren Prüfungen bedient sich Ziller sehr ausgiebig. Der Zuschauer bekommt sehr viel von solchen oft peinlichen oder ekligen Prüfungen geboten, leider geht damit sehr viel Screentime drauf, und gewisse Längen bauen sich auf, und viele Zuschauer werden nur schwer aufmerksam dem Film weiterhin folgen können.

Doch wer wach bleibt und dem Geschehen aufmerksam folgt, wird mit ein paar Mordszenen belohnt, sie sind sehr abwechslungsreich inszeniert worden und bieten auch einen gewissen Härtegrad, was ihm wohl auch den Platz in der §131 einbrachte. Doch wer sich etwas mit der Materie auskennt, wird in Erfahrung bringen das der Film bzw. die DVD von LASER PARADISE in der RED EDITION nur auf Liste B landete, weil sich ein Trailer von „Cannibal Ferox“ auf der Scheibe befand. Aber somit wurde zumindest die Werbetrommel ein wenig in Schwung gebracht.

Die Story des Films ist relativ trocken und zäh, und wirkt schon dutzende Male durchgekaut. Auflockerung und Schwung kommt mit den Mordszenen und dem Auftritt des „Sid“ eines alten Studenten der vor 30 Jahren durch eine Prüfung in der Studentenbewegung ums Leben kam. Er sinnt auf Rache und nimmt sich einen Studenten nach dem anderen vor. Mehr kann man zur Story auch nicht schreiben!

Zu den Darstellern sollte man noch erwähnen, das es sich um Laiendarsteller handelt, was man auch leider in deren Schauspielqualitäten bemerkt. Dazu noch die typische deutsche Synchronisation – perfekt! Doch wer Lust und Laune auf einen Slasher hat, abseits der Klassiker und Kultperlen, sollte mal einen Blick in „Pledge Class“ riskieren. Kein Brüller oder Reißer, auch kein Geheimtip, aber bietet durchaus entspannte Unterhaltung, mit ein paar kleinen Macken und Kanten aber für ein Erstlingswerk durchaus anschaubar.

Mir hatte der Film sehr gut gefallen, und hat einen festen Platz in der RED EDITION Sammlung gefunden und eingenommen.