Poltergeist (1982)

Immobilienmakler Steve Freeling zieht mit Gattin Diane und den Kindern Robbie, Dana und Carol Anne ins schmucke Vororthaus der Neubausiedlung Casa Verde. Die Freude weicht dem Entsetzen, als es zu spuken beginnt und Carol Anne Botschaften aus dem Fernseher empfängt. Ein Medium kann nur wenig helfen. Das Haus steht auf einem Friedhof, ist Tor zur Geisterwelt. Als Carol Anne ins Jenseits gezogen wird, holt Ma sie mit einem langen Seil zurück. Die Toten rächen sich und entfesseln einen Sturm von Katastrophen, denen die Familie knapp entkommt.

 

Auch heute noch beängstigend

Tobe Hooper und Steven Spielberg. Was eine interresante Mischung. Und was für ein Film. Hooper, der mit „Texas Chainsaw Massacre“ einen der Klassiker im neuen Horrorfilm schuf (der im Übrigen sehr viel weniger blutig ist wie vielerorts angenommen) und der Blockbusterkönig der 70er und 80er Jahre Spielberg. Eine Mischung, die zunächst ungewöhnlich wirkt, aber letzen Endes sich als sehr effektiv herausstellte. Die Frage die seit Jahren besteht ist: Wer hat den größten Anteil an den Film? Immer wieder wurde Spielberg als eigentlicher Regisseur genannt, obwohl Hooper feststand. Hatte sich Spielberg zu sehr eingemischt? Hat er tatsächlich einen Großteil der Szenen gedreht?

Vieles deutet darauf hin. Der ganze Film wirkt tatsächlich eher nach Spielbergs Handschrift als von Hooper. Allein die eigentliche Personenkonstellation (eine Familie muss sich gegen das Unbekannte wehren) ist typisch Spielberg. Die Inszenierung spricht auch eher für Spielberg als für Hooper. Während bei Hooper das dunkle, unterschwellig brutale (und auch sexuelle), was irgendwann explodiert im Vordergrund steht (als Beispiel sei hier „Lifeforce“ oder eben „TCM“ erwähnt), so sind hier nur einige Szenen wirklich im Sinne von Hoopers Inszenierung (hier z.B. die Szene in der die Mutter in den ausgehobenen Swimming Pool bei nacht und Regen fällt).

Auch die Anschuldigungen von Hooper, dass er übergangen wurde und eine einseitige Anzeige Spielbergs in Variety als Dank an Hooper gedacht, dass er am „kreativen“ Prozeß des Films teilnehmen durfte lassen diese Vermutung zu. Spielberg drehte zur selben Zeit „E.T.“ und laut Gewerkschaftsregeln damals darf man nicht zwei Filme gleichzeitig drehen. Hatte er es getan? War Hooper nur ein Alibi? Ein Werkzeug um mit einem Namen Werbung zu machen? Wir können es nicht wissen. Wir können auch nicht wissen, wie das Endprodukt aussehen würde, hätte man Hooper mehr freie Hand gelassen ( denn das er eingeschränkt wurde ist deutlich erkennbar).

Aber im Grunde ist das auch fast egal, denn dieser Film schockt und beängstigt noch heute! 1982 gedreht ist er bis heute das Maß aller Dinge im Gruselgenre (dazu zählen noch einige weitere, aber der hier eben auch). Jeder heutige Film, sei es „Paranormal Activitiy“ oder „Insidious“, „Mama“ oder „Don´t be afraid of the Dark“, müssen sich mit diesem Film Vergleiche gefallen lassen. Dieser Film ebnete einem altem Genre neue Wege. Der Hausgeistfilm ist hier am Beginn und an seinem Höhepunkt angelangt. Eine unheimliche Atmopshäre, geschaffen durch den geschickten Einsatz von Licht, Kamera, gezielt eingesetzten Schockeffekten und einer dunkeln Musik von Jerry Goldsmith (obwohl er hier auch viele heiter klingende Musikstücke bietet, da es ja im Grunde ein Familienfilm ist), aber auch die Darstellerriege lassen eine Stimmung aufkommen, die man durchaus als unheilvoll-düster bezeichnen kann.

Die Tricks sind sehr gut gelungen, auch wenn vieles heute als erscheint. Aber sie sind treffsicher gesetzt und ohne Zweifel erhaben (wer immer mir den Tricks erklären kann, wie die innerhalb von zwei Sekunden die Stühle den Tisch in der Küche gestapelt haben, das alles ohne Schnitt, den gebe ich einen aus).

Ein perfekter Grusler, der trotz seiner 34 Jahre nach wie vor zu schocken weiß.