Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen (1987)

Nachdem den Erlebnissen aus Teil 1 und Teil 2 haben sich die Freelings entschieden Ihre kleine Tochter Carol Anne bei Verwandten in Chicago unterzubringen. Tante Patricia und Onkel Bruce versuchen dem kleinen Mädchen zu helfen die schrecklichen Erfahrungen mit dem Übersinnlichen zu bewältigen und schicken sie zu dem in eine Schule für besonders begabte Kinder. Dort glaubt ihr Lehrer und Psychologe Dr. Seaton, dass es sich bei den Geschehnissen nicht um realen Horror handelte, sondern vielmehr ist er der Überzeugung, dass die kleine Carol Anne die Fähigkeit besitzt ihre Mitmenschen einer Massenhypnose zu unterziehen, die  sie nur glauben ließ sie hätten es mit Poltergeistern und Dämonen zu tun gehabt. Doch Kane, der ruhelose Geist eines ehemaligen Sektenführers, der Carol Anne schon im zweiten Teil verfolgte findet sie erneut und versucht sie wieder aus der Spiegelwelt heraus ins Jenseits zu entführen … der Horror beginnt von Neuem …

Da haben wir wieder das Dilemma, wenn man versucht auf den Erfolg eines Blockbusters aufzuspringen, der so genial ist, dass eine Fortsetzung stets zum Scheitern verurteilt ist. Während man noch den zweiten Teil der Poltergeist-Trilogie wegen dem Schauspieler Julian Beck noch als Fortsetzung akzeptieren konnte, wenn auch einige ihn nicht unbedingt großartig empfanden so versagt Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen auf ganzer Linie. Warum eigentlich? An sich ist der Film im großen und ganzen recht spannend und hat durchaus seine packenden Momente. Doch als dritter Teil kann selbst ich nur noch den Kopf schütteln.

Zwar spielt hier die junge Heather O’ Rourke auch wieder die kleine Carol-Anne, wie wir alle wissen war diese auch ihre letzte Rolle beor sie noch in ihren jungen Alter verstarb und auch sonst kann Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen mit guten Schauspielern wie Tom Skeritt (Alien), Nancy Allen (Robocop), Lara Flynn Boyle (Men in Black 2) oder Richard Fire (Alienkiller) aufwarten, doch trotz der an sich vielversprechenden Geschichte hapert es einfach an der Umsetzung.

Schon alleine dass Regisseur Gary Sherman (Tunnel der lebenden Leichen) den fiesen untoten Reverent Kane auf Grund des Ablebens von Julian Beck im Jahre 1986, kurz nach der Fertigstellung von Poltergeist 2 durch Nathan Davis ersetzen musste, hat der Film Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen seine Schwächen, da nun Kane eher wie ein knatschiger alter Mann wirkt, aber keineswegs diese unheimliche Ausstrahlung des vorhergegangenen Schauspielers besitzt und zu dem das Geschehen um diesen Kane in Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen völlig aus dem Ruder und hinein ins Lächerliche läuft.  Die die den Film gesehen haben werden wissen, was ich damit meine, wenn sie sich an das Ende erinnern.

Die Idee die Story von Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen in einem stattlichen Hochaus irgendwo in Chicago spielen zu lassen, das fand ich gar nicht mal so übel und auch nicht dass das “Böse” aus der Spiegelwelt heraus zuschlägt. Das hätte großes Potenzial gehabt, wenn es sich dabei nicht um einen Film gehandelt hätte, der eben auf den ersten großartigen Poltergeist aufgebaut wurde. Irgendwie, so empfinde ich es, passt es auf eine Art und Weise nicht, auch wenn die Grundidee durchaus ihren Reiz hat. Denn gute Ansätze und Ideen hat Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen sicherlich, auch die Idee mit dem Psychologen Dr. Seaton, der einfach nicht an das Übersinnliche glauben will und immer wieder versucht auf rationale Weise die Dinge, die geschehen zu erklären und auch so offensichtlich es ist, die Wahrheit verleugnet.

Zelda Rubinstein als das Medium Tangina macht Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen vor allem durch eine besondere Szene, die mit zum Highlight des Filmes gehört,  bis zu einem gewissen Grad interessant, als ziemlich schockierend Lara Flynn Boyle, als die Cousine der kleinen Carol Anne, aus der guten alten Dame im wahrsten Sinne des Wortes herauskriecht. ich möchte eigentlich nur damit zum ausdruck bringen, dass Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen eigentlich sehr gute Spezial Effekte aufweisen kann. Diese wurden unter anderem  von Frances A. Kolar visualisiert, der auch an den Filmen Malcolm X und Kopfgeld mit Mel Gibson beteiligt war. Die Effekte sind gut und werden auch nicht nur dazu benutzt um eben Effekte zu zeigen, sondern sind im Verhältnis zum Film gut integriert. Spannung und Atmosphäre besitzt Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen eigentlich auch, die so gesehen auch recht stimmungsvoll mit der Musik von Joe Renzetti (Chucky – Die Mörderpuppe) untermalt wird.

Es st mitunter einfach auch das völlig blöde Ende, dass den Film so mies macht, wo man sich einfach nur kopfschüttelnd fragt, wozu nun alles überhaupt gut gewesen ist.  Und eben die Tatsache, das dieser Film als dritter Teil von einem legendären Gruselhorrorfilm gedacht ist. Hätte man nun die Story als völlig für sich stehenden Film genommen mit anderen Schauspielern und dem ganzen einen anderen Titel gegeben, der eben nicht mehr an Poltergeist erinnert, so wäre Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen durchaus in der Lage gewesen den Zuschauer zu überzeugen. Doch leider ist es eben wie es ist .. und somit wird man einfach nur gnadenlos enttäuscht.  

Man kann sich den Film aber dennoch ansehen, wenn man außer Acht lässt, dass wir es hier bei um einen dritten und vor allem letzten Teil einer Trilogie zu tun haben, der ja eigentlich mit Pauken und Trompeten hätte enden müssen, anstelle sich mit einem leisen beschämten Flüstern irgendwo hin zu verkriechen. Obwohl Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen in meinen Augen ein Flop ist (als Poltergeist-Film), so wurde Zelda Rubinstein für ihre Rolle in Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen für den Saturn Award nominiert – und gleichzeitig als schlechteste weibliche Nebendarstellerin für die goldene Himbeere – also man siehst, dass bei Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen die Ansichten über diesen Film sehr weit auseinander liegen. 

Trotzdem gehört Poltergeist III – die dunkle Seite des Bösen in die DVD-Sammlung, um alleine schon die Poltergeist-Trilogie komplett zu besitzen. 1996, 9 Jahre nach diesem Film kam dann noch eine TV-Serie namens Poltergeist – Die unheimliche Macht hinzu, die obwohl sie mir persönlich sehr gut gefallen hat, im wesentlichen rein gar nichts mit den Filmen zu tun hat, sondern sich um eine geheime Gesellschaft dreht, die sich mit dem Okkulten und Übersinnlichen beschäftigt und so allerlei Abenteuer mit den Mächten der Finsternis erlebt. Gut ist die Serie, aber warum man sie als TV-Serie zu den Filmen ansieht, verstehe ich eigentlich nicht.

Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen, obwohl das Böse hier gar nicht so dunkel erscheint^^, gibt es auf VHS, DVD und BluRay von MGM und 20th Century Fox ab einer FSK-Freigabe ab 16… 

Wertung. 5/10 Punkten

(als dritter Teil von Poltergeist bewertet)

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