Predator (1987)

USA 1987
mit Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers, Bill Duke, Shane Black…
Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas
Regie: John McTiernan
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Eine Routinemission wird zum Horrortrip. Das Spezialkommando unter Major Dutch Schaefer (Arnold Schwarzenegger) soll im südamerikanischen Dschungel Geiseln aus den Händen von Guerilleros befreien. Doch die Männer bekommen es nicht nur mit einer Handvoll Rebellen zu tun. In der grünen Hölle lauert ihnen ein Gegner auf, der nicht von dieser Welt ist. Eine Kreatur, die das Töten als reine Lust betrachtet – und Elitesoldaten als willkommene Jagdtrophäen.

Wenn es um Action-Filme geht, kommt man natürlich nicht an der „steirischen Eiche“ Arnold Schwarzenegger vorbei, der nach dem Klassiker „Terminator“, neben Sylvester Stallone, den Status der Action-Ikone im zeitgenössischen Kino inne hatte und ihn auch heute noch immer noch besitzt, auch wenn seine Glanzzeiten vorüber sind. Während „Terminator 2“ für mich in Sachen Arnie immer noch das Maß aller Dinge ist, reiht sich knapp dahinter schon gleich der 1987 erschienene Sci-Fi/Action/Horror-Mix „Predator“ ein, zu dem ich, obwohl ich ihn schon mindestens zehn Mal gesehen habe, immer noch eine sehr tiefe Zuneigung empfinde. Im Zuge eines Kino-Screenings dieses Meisterwerks, ist es definitiv Zeit diesem Klassiker noch einmal die Ehre zu erweisen.

„GET INTO THE CHOPPAAAAH!“

Es war ein Gefühl der Begeisterung, als ich las, dass unser Multiplex in Darmstadt „Predator“ in einem Special auf der großen Leinwand zeigen würde. Die Karten waren sofort bestellt und gemeinsam mit einem guten Freund machte ich mich auf für 100 Minuten klassisches Testosteron-Kino. Ich freute mich wie Bolle. Nach einer eklatanten Verzögerung wegen „technischen Problemen“, ich fragte mich, ob da jemand zu blöd ist, die Blu-Ray einzulegen, ging der Spaß endlich los und ich kann nur sagen: Es war großartig! Voller Saal, fantastische Stimmung und ein Kracher, wie „Predator“ auf großer Leinwand. Schon bei den ersten Filmminuten stellte sich bei mir grenzenlose Befriedigung ein. Ein tolles Erlebnis, diesen Film mit vielen, gut gelaunten, Menschen sehen zu können, die jeden One-Liner, jede coole Gestik und jeden Schuss aus dem Maschinengewehr mit tosendem Applaus honorierten. Schon in den ersten Szenen, als die Truppe aus dem Helikopter steigt und sich Schwarzenegger, mit Sonnenbrille im Gesicht, genüsslich die Zigarre anzündet, grölte das Publikum: „AAAARNIIIE!“ Ich wusste, ich bin hier genau richtig und ich muss sagen, dass der Film mich zum x-ten Mal begeistert hat, denn „Predator“ ist, ohne jeglichen Zweifel, einfach ein verdammt guter Film und ich kann mir denken, dass der Streifen anno 1987 ein richtiger Renner gewesen sein muss. Eine Zeit, in der noch keiner wusste, was ein „Predator“ eigentlich ist und wie er aussieht. Der Film fängt an, wie ein klassischer 80er Jahre Action-Streifen. Eine Handvoll harter Kerle mit dicken Oberarmen, großen Kanonen und Nerven, wie Drahtseile, unter der Führung von Arnold Schwarzenegger macht sich auf in den Dschungel Südamerikas, um vermeintliche Geiseln aus den Händen von Guerillas zu befreien. Begleitet werden sie von Carl „Apollo Creed“ Weathers, der als CIA-Mann den Posten des Überwachers einnimmt. Doch im Dschungel lauert eine Gefahr, die alle bisherigen Einsätze dieser Kämpfer, wie einen Kindergeburtstag wirken lässt. Ich glaube, mehr muss ich nicht erzählen, denn fast jeder müsste die Story und ihren Verlauf kennen. Zwar ist die Geschichte kein wendungsreiches Kunstwerk, jedoch ist sie dicht und einfach gut erzählt. Vom klassischen Testosteron-Actioner mündet der Film in ein Horror-Szenario mit Sci-Fi-Touch, wodurch die Spannungsschraube massiv angezogen wird. Man geht einfach bis zum Ende mit, was bei einem Schwarzenegger-Film der 80er Jahre, nicht unbedingt selbstverständlich ist.

 

Frei von Längen oder unnötigen Scharmützeln wird man gefesselt, so dass ich bei erneutem sehen zeitweise wirklich auf der Sesselkante saß, obwohl ich ganz genau wusste, was als nächstes passieren würde. Diesem Umstand verdankt der Film nicht nur seiner effektiven Dramaturgie, sondern auch seinen Charakterisierungen. Ja ich weiß, Charakterisierungen, beziehungsweise Figurenentwicklung in einem Action-Streifen aus den 80ern. Klingt seltsam, ist aber wirklich mal vorgekommen. Die erste halbe Stunde bedient den klassischen Arnie-Fan. Es werden dicke Sprüche gemacht, es werden trainierte, schwitzige Oberarme ins Bild gehalten und etwas „Gun-Porn“ praktiziert. Wenn der Film „Phantom Kommando 2 – Jungle Warriors“ heißen würde, wäre das, an Hand der ersten 30 bis 40 Minuten, durchaus plausibel und vertretbar. Aber auf genau das zielt der Film ab. Denn nachdem unsere Figuren noch einmal ihre „Wir sind die härtesten Wichser der Welt“-Attitüde untermauert haben, indem sie das Ziellager mit geballter Feuerkraft in Schutt und Asche gelegt haben, geht die eigentliche Story erst richtig los, denn jetzt darf unser außerirdischer Freund zuschlagen und die Gruppe dezimieren. Und hier werden keine flapsigen Sprüche mehr vom Stapel gelassen, denn unseren Figuren geht der Arsch ziemlich auf Grundeis. Und das ist der große Trumpf des Films, denn die Angst wird spürbar und das Grauen greifbar. Wir erleben, wie unsere Charaktere brechen und sehen die nackte Angst in ihren Gesichtern stehen. Ein kleiner Kunstgriff, mit dem die Spannung erhalten bleibt, auch im Finale, in dem der Film noch einmal ordentlich Fahrt aufnimmt und es bei weitem nicht als sicher erscheint, dass Arnold den Kampf überleben wird. Einfach aber effektiv. Man braucht eben keine großartigen Kniffe im Drehbuch um das Endprodukt überraschend und spannend zu machen. Eine dichte Inszenierung und eine gute Dramaturgie können Wunder bewirken. Zudem spielt man ein wenig mit den Erwartungen des Zuschauers, der sich am Anfang, zu recht, wie in einem klassischen Party-Film der Marke „Phantom Kommando“ fühlt. Was zur Qualität auch beiträgt, ist der Umstand, dass sich hinter den Kulissen ein adäquates Team einfand.

Allen voran Regisseur John McTiernan, der uns später noch „Stirb Langsam“ mit Bruce Willis bescheren sollte. McTiernan verstand es einfach konsequent und effektiv zu inszenieren, beziehungsweise Atmosphäre aufzubauen. Seinem Können, ist es sicherlich zu verdanken, dass der Film auch heute noch extrem gut aussieht und bis auf ein paar Kleinigkeiten kaum Spuren des Alterns aufzeigt. Klar, die Infrarot-Inserts des „Predators“ wirken etwas betagt und auch die Szenen in denen er seinen Tarnmodus eingeschaltet hat, haben in 30 Jahren etwas an Glanz verloren, doch dafür funktionieren die restlichen Effekte noch sehr gut. Sowohl Pyrotechnik, die nicht zu knapp verwendet wird, als auch die Make-Up Effekte können sich heute noch mehr als sehen lassen und zeigen noch einmal wie schön es sein kann, wenn es wirklich Hand gemacht ist. Auch das Alien ist toll designt und kommt auch heute noch wirklich furchteinflößend daher. So schön können die 80er sein. Auch ist das Ganze sehr gute besetzt. Mit Arnold Schwarzenegger und Carl Weathers hat der Film zwei Stars zu bieten, die ihr Bestes geben und auch anscheinend ziemlich Spaß hatten. Des Weiteren ist das Ensemble mit klassischen „Harte Kerle“-Darstellern wie Sonny Landham und Bill Duke ebenso gut bestückt. Auch sind Gesichter, wie Regisseur und Autor Shane Black, vertreten, die nicht aussehen wie Söldner, aber somit den Cast bereichern und vielfältiger machen. Der letzte große Star, neben dem „Predator“, der von Kevin Peter Hall verkörpert wurde, ist definitiv die Kulisse. Der Dschungel erscheint wie ein unendliches Gestrüpp, in dem es keine Zuversicht auf Rettung gibt, die grüne Hölle sozusagen, in der unsere Kämpfer auf sich gestellt sind. McTiernan nutzt sein Setting spürbar aus und macht es zum Protagonisten, in dem die Figuren selbst verloren wirken, was ein „Mac“ passen kommentiert: „Wenn du hier den Überblick verlierst, bist du verloren!“ Treffender kann man es nicht ausdrücken. Natürlich war der Film ein finanzieller Erfolg und zog eine Fortsetzung nach sich. „Predator 2“ aus dem Jahr 1990 kann seinem Vorgänger zwar nicht das Wasser reichen, ist jedoch ein unterhaltsamer Action-Film, den man ohne große Bedenken genießen kann. Zwar ohne Arnie, dafür mit Danny Glover. Dann gab es noch die Crossover mit der „Alien“-Reihe, in denen sich beide Kreaturen nicht mit Ruhm bekleckerten, und das von Robert Rodriguez produzierte Sequel zum Original aus dem Jahr 2010, „Predators“. Für das Jahr 2018 ist ein weiterer Film geplant, wieder eine Fortsetzung zum Original, diesmal unter der Regie von Shane Black, worauf ich mich, als „Shane Black-Fan, ziemlich freue.

 

„Predator“ aus dem Jahr 1987 ist ein fantastischer Film. Eine wunderbar inszenierte Mischung aus klassischer 80er-Action und handfestem Sci-Fi-Horror, die auch nach 30 Jahren nur wenig an Glanz verloren hat. Eine dicht erzählte Story, Spannung und ein gut aufspielender Cast machen diesen Klassiker definitiv zu einem der besten Schwarzenegger-Vehikel, die der „Governator“ vorzuweisen hat. Ein Film der nie langweilig wird und auf großer Leinwand eine tolle Wirkung hat. Und nicht vergessen: „i fit bleeds, we can kill it!“