Quatermain II – Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt (1987)

Inhalt:

Der Abenteurer Allan Quatermain (Richard Chamberlain) macht sich zusammen mit Jessie (Sharon Stone) auf die Suche nach seinen Bruder Robeson (Martin Rabett). Dieser suchte in Afrika nach der „goldenen Stadt“. Unterstützung bekommt er hierbei auch vom Kriegerhäuptling Umslopogas (James Earl Jones).

Filmisches Feedback:

Kurzweiliges Abenteuer im Mantel des Bekannten

Also man kann sagen über den Film was man will, aber er macht Spaß anzusehen. Natürlich kann man nun sagen, dies sei eine billige INDIANA JONES-Kopie. Und die Parallelen sind unverkennbar vorhanden. Nur ist die Figur des Quatermain schon bereits 1885 von Henry Rider Haggard erfunden worden. Der erste Teil von Quatermain (zumindestens die Variante aus den 80er Jahren) ist quasi die exakte Verfilmung des Buches. Dies ist die Fortsetzung die recht eigenständig ist und nur bedingt auf den Büchern basiert. Man könnte nun fast behaupten “Jones” basiert auf Quatermain. Auch nicht ganz korrekt, aber so ganz unrichtig auch nicht. Wie dem auch sei, es ist eigentlich egal wer von wem abgekupfert hat.

Dieser Film ist tatsächlich rein inszenatorisch kein großer Wurf. Und er wäre auch bestimmt nicht gedreht worden wäre nicht INDIANA JONES  geboren worden. Aber er macht auf seine kindlich-naive Art einfach sehr viel Spaß. Kurzweile wird durchaus geboten, Humor (sei es freiwilliger oder unfreiwilliger Natur) ist vorhanden, schöne Szenerien sind da, die Musik passt (auch hier versucht Jerry Goldsmith auf den Spuren seiner selbst zu wandeln), die possierlichen kleinen Fallen sind nett, und selbst die Darsteller funktionieren. WENN, ja WENN man den Film nicht ernst nehmen will! Richard Clayderman…ähhm Moment Richard Chamberlain (ich verwechsel die immer) kann man einfach den harten Abenteurer nicht abnehmen.

Aber eben drum ist es spaßig ihn anzusehen. Sharon Stone ist hier noch am Anfang ihrer (jetzt doch recht stagnierenden) Karriere und herrlich im 80er Look anzutreffen, das Kultgesicht Henry Silva gibt den Bösewicht par Excellence, aber das Highlight ist hier James Earl Jones als afrikanischer Bulla-Bulla-Helfer der mit seinem Mörderknüppel alle platt macht. Das ist witzig anzusehen. Und ernst nehmen kann ich den Film eh nicht. Wahrscheinlich auch wenn man bedenkt das der Drehbuchautor Gene Quintano solche Perlen zu verantworten hat wie POLICE ACADEMY 3 & 4 (1986 & 87) , LOADED WEAPON 1 (1993) oder SUDDEN DEATH (1995). Und um ehrlich zu sein sind die Bilder sogar ziemlich eindrucksvoll. Hinter der Kamera stand auch Frederick elmes. Seines Zeichens Kameramann bei ERASERHEAD (1977), WILD AT HEART (1990) oder NIGHT ON EARTH (1991). Also so schlecht ist die Crew nun bei Leibe nicht. Ganz im Gegenteil.

Alles in Allem: ein herrliches Abenteuer mit dem Charme einer Kindersendung zum Thema Afrika.