Queen City Rocker (1986)

Filme die sich mit Jugendbanden und den verschiedenen Gesellschaftsschichten auseinandersetzen gibt es viele, man denke nur an die vielen Klassiker. Doch es gibt auch relativ unbekannte Filme aus anderen Ländern die ein unbekanntes Dasein tristen, obwohl sie deutliches Potenzial beinhalten. So auch mit dem Film „Queen City Rocker“ aus dem Jahr 1986, der auch oft mit dem Alternativtitel „Street Hooligans Vs. Rocker“ angepriesen wird. Der Film stammt aus Neuseeland, man kennt das Land zugenüge, viele Actioner wurden dort gedreht, allein schon aus Kostengründen, oder auch wegen den atemberaubenden Kulissen die oft für Kriegs – oder Endzeitstreifen benutzt wurden. Doch der Gelegenheitsregisseur Bruce Morrison drehte dort einen Jugendbandenstreifen der sich hinter Hollywood-Produktionen nicht verstecken muss. Die Filmliste des Regisseurs ist recht kurz und übersichtlich, der bekannteste Titel seiner Laufbahn dürfte wohl „Shaker Run“ auch von 1986 sein, den es bis heute nur auf VHS gibt, anders schaut es mit „Queen City Rocker“ aus, dazu später aber mehr.

In „Queen City Rocker“ geht es um den Kampf und Auflehnung der verschiedenen Klassen bzw. Schichten der Gesellschaft. Doch der tiefgründige Inhalt bezieht sich mehr auf Freundschaft, Zusammenhalt und um eine Subkultur, Punks, Skins und Straßenkinder gegen die Oberschicht und gewisse Vorschriften. Im Film werden einem nicht die bunten 80er Jahre anhand der schrillen Mode und Frisuren in grellen bunten Farben geboten, sondern die Randgruppen. Nicht eine Modewelle, sondern ein Lebensgefühl wird dem Zuschauer präsentiert und näher gebracht, vielleicht schwer für manche nachzu vollziehen, die diese Erlebnisse damals nicht mitbekommen haben.

Queen City Rocker“ vermittelt auch konstant das auch die Liebe keine Grenzen kennen sollte, ganz gleich aus welcher Gesellschaftsschicht man kommt, wahre Gefühle kennen keine Grenzen und materielle Dinge, vor allem das Geld sind eher zweitrangig, somit kann man dem Film eine Menge Realismus zusprechen, der ihn deutlich von anderen Produktionen aus diesem Genre abgrenzt und abhebt. Doch wurde darauf geachtet, das die Liebesromanze die in die Story eingebaut wurde, nicht zu sehr dramatisch und aufgesetzt wirkt.

Für die Rolle des Ska wurde Matthew Hunter gecastet, ihn kennt man auch aus „Tödliche Ernte – Kinder des Zorns 2“. Die weiteren Rollen sind mit Schauspieler besetzt worden, die hierzulande eher unbekannt sein dürften. Der Stuntman der für den Film zur Verfügung stand ist Kenny Alexander. Auch wenn diese tollkühnen Männer (Frauen) eher im Hintergrund agieren, sind sie doch unverzichtbar. Kenny Alexander wirkte in diversen bekannten Filmen als Stuntman mit, unter anderem: „Eve 8 – Außer Kontrolle“ von 1991, „Cage Fighter“ von 1989 und „True Lies – Wahre Lügen“ von 1994, um nur ein paar zu nennen.

Die DVD Veröffentlichung aus dem Hause Ascot Elite wurde Covertechnisch an „American History X“ angelehnt, doch sollte man sich nicht täuschen lassen. „Queen City Rocker“ kann mit diesem Klassiker nicht mithalten, er bietet zwar viele Qualitäten, wie Realismus, schonungslose Härte, aber auch leider einige Schwächen. Die Story ist zu flott erzählt, aber reines Tempo kommt in der Story kaum auf. Beide Aspekte agieren aneinander vorbei und bringen den Unterhaltungswert auf ein niedriges Level. Doch Genre Fans sollten einen Blick riskieren und werden ihn zu schätzen wissen. Ein solider Undergroundstreifen!