Reise durch die Zeit (1964)

In ihrem Labor ist es drei Wissenschaftlern unter der Anwesenheit von einem Elektriker gelungen mittels eines Computers in die Zukunft zu schauen. Doch als die Anzeige das Jahr 2071 anzeigt, ist der riesige Bildschirm nicht nur einfach ein Fenster in die Zukunft, sondern ein Portal, durch das sie die Zukunft, die ziemlich verödet und lebensfeindlich wirkt, betreten können. Ihre Neugier ist stärker als ihre Vernunft und da werden sie auch schon von menschenähnlichen Mutanten angegriffen. Scheinbar in einer ausweglosen Falle sitzend, bekommen die Forscher unerwartete Hilfe von richtigen Menschen, die eine Roboter-Armee zum ihrem Schutze vor den Mutanten gebaut haben und in Kürze die sterbende Erde mit einer Rakete verlassen wollen… 

 Ein herrlicher auch etwas trashiger anmutender Science Fiction – Klassiker, der vielen wohl eher unter dem Titel 2071 – Mutan-Bestien gegen Roboter kennen werden und mit einigen absonderlichen Ideen den Zuschauer mal auf eine etwas andere Art von Zeitreise mitnimmt.

 Im Gegensatz zu Die Zeitmaschine von H.G. Wells gelingt es hier drei Wissenschaftlern das Tor durch die Zeit zu öffnen und zwar in ihrem Labor. Auch wenn dieses völlig unlogisch erscheint, dass urplötzlich ein Bildschirm zu einem Tor in eine andere Zeit wird, so ist dies aber genau der Fall in Reise durch die Zeit, was dem etwas heiteren und farbenfrohen Klassiker keineswegs schadet. Der in Dänemark geborene Regisseur und Drebuchautor Ib Melchior, der zudem auch den Streifen Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort machte und mitunter an der Story zu Frankensteins Todesrennen beteiligt war, pfeift in Reise durch die Zeit auf jegliche wissenschaftliche Logik und schaffte mit Reise durch die Zeit einen wunderbaren, wenn auch ziemlich naiven, Klassiker, der unglaublich gut unterhält.

 Seine Charaktere, die unter anderem von John Hoyt, Philip Carey, Preston Foster sowie Marry Anders, die eher aus dem Western und Tv-Serien-Genre kamen und Steve Franken, der als einziger von den hier genannten noch bis 2009 in erfolgreichen Filmen wie Illuminati oder TV-Serien wie King of Queens oder Freddy’s Nightmares mitwirkte, werden zwar in Reise durch die Zeit nur oberflächlich angeschnitten, können sich aber schnell – insbesondere der von Steve Franken verkörperte charmante und witzige Elektriker Danny – die Sympathie der Zuschauer sichern.

 Jetzt muss ich nochmal darauf zu sprechen kommen, dass zu Anfang schrieb, dass der Film ein wenig trashig anmutet. In gewisser Hinsicht könnte man den Film als positiven Trash bezeichnen, da er nicht nur eine ungeheure unlogische Story besitzt, sondern auch von seinem Stil schon fast an ein Comic erinnert.

Gerade die Kulissen wirken wie oft aus einer Folge der Raumschiff Enterprise-TV-Serie, etwas einfach, aber wiederum etwas zu unwirklich, wenn nicht gar wie Plastik und buntem Pappkarton.. aber irgendwie hat das ganze auch seinen Charme, aber eben offensichtlich das bis auf die Außenaufnahmen in einem Studio gefilmt wurden. Dazu kommen die Kostüme und ganz besonders die der Frauen in der Zukunft. Hautenge Ganzkörper-Leggins, pastellfarbene Oberteile mit Ausschnitt und Frisuren der 60er…  für die Zukunft zwar unpassend aber nicht unattraktiv^^

 Eine teilweise sehr harmonische dann aber auch wieder abenteuerliche Musik, die mich ein wenig an den Sound aus Voyage to the Bottom of the Sea erinnert, stammt übrigens von Richard LaSalle, der auch die Filmmusik zu dem grandiosen aber leider nicht in Deutschland auf DVD erhältlichen Film Um 9 Uhr geht die Erde unter aus dem Jahre 1971 und auch einigen Episoden der kultigen TV-Serie Planet der Giganten komponierte.  

 Im Grunde genommen ist der Film großer Humbug, der gerade mal 250,000 US-Dollar kostete, der aber mir zumindest viel Spaß macht. Und nicht alles was gut oder unterhaltsam ist, muss ein großes Budget besitzen – vor allem nicht bei den Klassikern. Die Roboter in Reise durch die Zeit wirken etwas seltsam mit ihren Coneheads ähnlichen Köpfen und der runden Mundöffnung und Augen von weiblichen Schaufensterpuppen, aber irgendwie haben diese stummen Gesellen auch ihren Charme, wenn man das so sagen kann.

Die so genannten Mutanten sind da eher die unsympathischeren Gestalten, dreckig, stets grimmig schauend, mit Keulen drohend und um sich schlagend und in Lumpen gekleidet und natürlich auch nur zu primitiven Lauten wie Knurren und Schreien fähig, was aber den Darstellern dieser wohl keine all zu große schauspielerische Leistung abverlangte, sie aber im Film auch unterschwellig auf gewisse gesellschaftliche Misstände aufmerksam machen könnten. Nicht umsonst bekommt man Mitlied mit ihnen, da sie plötzlich nicht mehr nur wie wilde Idioten wirken, sondern eher  verzweifelt und um ihr erbärmliches Leben kämpfend. Aber ob das wirklich beabsichtigt war? Ich kann es nicht sagen.

 Als richtig originell empfand ich auf jeden Fall das Ende, das sich verraten muss, um es zu beschreiben,dass einer Zeitschleife ähnlich wieder beim Filmbeginn anfängt, im Schnelldurchlauf den ganzen Film wiederholt und wieder immer schneller von vorne beginnt, ohne dass die jeweiligen vorherigen Persönlichkeiten etwas davon merken, dass sie in dieser sich ständig wiederholenden Szenerie befinden. Insofern in der ganze Film nur die erneute Wiederholung der Zeitschleife.

Mir gefällt diese Idee^^  Schade ist allerdings, dass der Film bisher nur sehr selten im TV ausgestrahlt wurde und leider auch nur bis Datum auf einer recht seltenen Veröffentlichung auf VHS-Video von VCL Video erhältlich ist. Ich hoffe, dass sich das schnell ändert und ein DVD-Label diesen Klassiker für sich entdeckt um ihn der breiten Masse zur Verfügung zu stellen. 

Wertung: 9/10 Punkten 

 

 

 

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