Retroactive – Gefangene der Zeit (1997)

Die Polizeipsychologin Karen hat mitten in der menschenleeren texanischen Wüste eine Autopanne. Zum Glück wird sie von Frank Lloyd und seiner Frau Rayanne aufgegabelt. Im Laufe der Fahrt entpuppt sich Frank jedoch als amoklaufender Psychopath. Erst tötet er seine Frau, dann macht er Jagd auf Karen. Die flüchtet in ein abgelegenes Labor, in dem Brian an einem Zeit-Experiment arbeitet. Karen lässt sich von ihm in die Vergangenheit zurückversetzen und landet erneut auf Franks Rücksitz. Doch damit ist das Morden noch nicht zu Ende.

Auf den Film Retroactive bin ich nur durch Zufall gestoßen, ich kaufte mal ein VHS Paket und da befand sich dieser Film unentdeckt drin. Die Coverbeschreibung klang vielversprechend, vor allem weil auch bekannte Darsteller mitwirken, wie zum Beispiel: James Belushi, den man aus „Red Heat“ an der Seite von Arnold Schwarzenegger und aus „Mein Partner mit der kalten Schnauze“ her kennt. Natürlich nicht zu vergessen seine eigene Comedy-Serie: „Immer wieder Jim“. An seiner Seite in Retroactive wurde ihm Kylie Travis gestellt, sie ist eher im Filmgewerbe ein unbekanntes Gesicht, ihre Laufbahn weist mehr TV-Serien auf, aber schauspielerisches Talent ist vorhanden!

Retroactive beschäftigt sich mit dem Thema „Zeitreisen“, nun dieses Thema scheint für viele bereits ausgelutscht zu sein, jedoch behandelt Retroactive dieses Thema eher im Hintergrund, es wurde nicht viel Wert darauf gelegt, dem Zuschauer zu erläutern wie das Zeitreisen funktioniert, es funktioniert halt einfach. Dies kann Retroactive aber keineswegs als Schwäche angehängt werden, eher im Gegenteil, so wird der Film nicht unnötig in die Länge gezogen, und dem Zuschauer wird mit Wissenschaftlichem Kram nicht langweilig. James Belushi erlebt man in Retroactive mal von einer ganz anderen Seite, sonst eher der Komödiant, schlüpft er in diesem Film in die Rolle eines Ekelpaketes, der Frauen wie Vieh behandelt, vulgäre Ausdrücke von sich gibt und denkt das er der Obermacho und Stecher vom Herrn ist. Diese Rolle spielt er sehr überzeugend, man nimmt ihn dies vollkommen ab, das zeichnet schauspielerisches Talent aus. Man zweifelt keine einzige Minute an seiner Rolle und seinen Handlungen im Film.

Regisseur von Retroactive war Louis Morneau, dieser Name dürften vielleicht nur wenige kennen, zu seiner Regielaufbahn zählen noch Filme wie „Bats – Fliegende Teufel“ und „Crackdown – Tödlicher Auftrag“, in Retroactive beweist er eindeutig dem Zuschauer das man auch mit geringen Mitteln einen amüsanten, fesselnden, spannenden Streifen auf die Leinwand zaubern kann! Der Film lebt von einer dichten, spannenden Story und hoher Atmosphäre, laufend gibt es Wendungen in der Story und in den Handlungssträngen der Darsteller, was aber beim Zuschauer nicht zu Verwirrungen führt. Der Zuschauer ist immer am Ball des Geschehens.

Zur Story kann man sagen, das „Karen“ (gespielt von Kylie Travis) den Weg zum geheimen Labor auf Ihrer Flucht vor Frank findet, und so in den Genuss des Zeitreisens kommt, und die Chance nutzt, die Geschichte umzuändern, das Geschehene ungeschehen machen um Menschenleben vor Frank zu schützen und ihm das Handwerk zu legen. Dadurch wird dem Zuschauer zwar ein gleicher Anfang der Story präsentiert, aber der weitere Weg der Handlung geht in eine ganz andere Richtung, die Geschichte wird verändert und das Schicksal wird herausgefordert, doch obwohl die Geschichte geändert wird, sterben die selben Personen, wie beim zuvor erlebten Desaster, und wieder wird das Medium Zeitreisen genutzt um noch mal das erlebte wieder in eine andere Richtung zu lenken, dies hört sich für viele vielleicht verwirrend an, aber bei Retroactive behält man stets den Überblick und fragt sich nicht: „Wieso passiert das denn nun?“ oder „Hab ich jetzt was verpasst?“, nein, die Story ist klar und gradlinig und verfolgt stets sein Ziel, das finale Ende. Was für Aufklärung sorgt ist der Punkt: das die Person die in die Zeit gereist ist, das erlebte nicht vergessen hat, so hat die Person die Möglichkeit Dinge die gleich passieren, in eine andere Richtung zu lenken.

Auch die Action kommt nicht zu kurz in Retroactive, man wird ausreichend belohnt mit Explosionen, Schiessereien und Verfolgungsjagden, und diese wirken auf keinen Fall billig und primitiv, auch nicht überzogen. Auch wird dem Zuschauer eine Message übermittelt: Wenn man das Schicksal beeinflussen kann, sollte man lieber die Finger davon lassen, das Schicksal nimmt sich seinen Lauf, egal was man tut. Wer sterben soll, der wird sterben, wer leben soll, der wird weiterleben, diese Message und Thematik wurde auch später in der bekannten Filmreihe „Final Destination“ wieder aufgegriffen und auf die Leinwand projiziert.

Fazit: James Belushi in einer Ekelrolle ist schon ein Genuss, dazu satte Action und eine spannende Story, die sich kaum an Klischees orientiert und trotz eines SciFi Hintergrund, wie Zeitreisen nicht an deren Standards festhält. Kurzum: Ein Filmtipp, nicht nur für Belushifans. Retroactive gibt es erst seit kurzem auf DVD in Deutschland, zuvor gab es diesen Streifen nur auf VHS, beide Versionen haben eine Freigabe von 16 erhalten, die vollkommen in Ordnung geht.

Ich gebe Retroactive 10 / 10 Punkten

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