Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei (1977)

Die Rescue Aid Society ist eine Hilfsorganisation, allerdings geführt von Mäusen. Als diese eine Flaschenpost der aus dem Waisenhaus entführten kleinen Penny erhalten, melden sich die kecke Miss Bianca (freiwillig) und der ängstliche Bernard (nicht ganz so freiwillig) zur Rettung des Mädchens. Die ist in den Händen der skrupellosen Madame Medusa und ihres tolpatschigen Helfers Snoops incl. zweier fieser Alligatoren, denn sie ist klein genug, um einen verschollenen Diamanten zu bergen. An Bord des Albatros Orville reisen die beiden Mäuse an das Ziel in den Sümpfen, wo sie ungeahnte Hilfe finden.

Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei ist der 23te animierte Film von Disney, und war bis dahin der erfolgreichste Film am Startwochenende in den Kinos, die Zuschauer standen Schlange, alle wollten diesen Film sehen. Diesen kleinen Erfolg musste der Film aber später im Jahr 1986 an „Feivel – Der Mauswanderer“ wieder abgeben.

Der Film basiert auf die Kinderromane von der Schriftstellerin Margery Sharp mit der Titelreihe „Miss Bianca“, Disney griff diese Reihe auf und setzte sich an die Produktion zu Bernard und Bianca, die Produktionszeit betrug insgesamt vier Jahre und kostete knapp 1,2 Millionen US – Dollar, und spielte bis dato an die 70 Millionen US – Dollar ein. Die lange Produktionszeit lag vor allem daran das damals die Filme noch per Hand gezeichnet wurden, und Disney legte viel Wert auf eine Ausarbeitung aller Charaktere, was man im Film deutlich zu spüren bekommt. Bernard und Bianca ist ein etwas düsterer Film aus dem Hause Disney, zwar nicht so wie „Taran und der Zauberkessel“ aber bei weitem nicht so farbenfroh wie andere Werke aus dem Hause, viele Szenen spielen in der Nacht und es regnet auch hin und wieder, doch dennoch vermittelt der Film keine düstere Stimmung und Atmosphäre.

Aufgelockert wird vieles von den abwechslungsreichen Charakteren im Film, sei es der Albatros Orville der in der deutschen Synchronisation von Harald Juhnke gesprochen wird, oder den klassischen Bösewicht die Madame Medusa, sie ist brutal, hässlich und hat ein Herz aus Stein. Bernard und Bianca bietet viele versteckte Anspielungen die man so beim schauen nicht sofort erkennen vermag, da wäre zum einen die Angst von Bernard zu der Zahl 13 auch Triskaidekaphobie genannt. Diese sorgt an diversen Stellen im Film für so einige Schmunzler, ist aber auch eine versteckte Anspielung auf den Tod von John Lounsbery, er war einer der Disneyproduzenten und verstarb an einem Freitag den 13, im Jahr 1976. Disney legte somit viel Wert auf die Charakterdarstellung, bis in die Nebenrollen hindurch, man denke nur an die beiden Hauskrokodile von Madame Medusa „Nero“ und „Brutus“.

Bernard und Bianca ist sicherlich ein Film für die Kleinen Zuschauer, aber auch die großen haben ihre wahre Freude an diesem Meisterwerk aus dem Hause Disney. Es gibt viel zu lachen, schmunzeln oder auch zum nachdenken, hier wird alles versorgt und bedient. Und auch musikalisch kann der Film gut überzeugen, und es wirkt nichts deplaziert oder sogar überzogen. Bernard und Bianca versprüht einen Charme beim schauen, den man vielleicht heutzutage kaum noch spürt in den neueren Produktionen und dies ist sehr schade.

Zeichnerisch sollte man diesen Film mit späteren Produktionen nicht vergleichen, denn auch die Techniken und Möglichkeiten im Zeichnen hatten sich in den folgenden Jahren sehr verändert. Bernard und Bianca war an den Kassen ein Erfolg, und es dauerte fast 13 Jahre bis endlich eine Fortsetzung in den Kinos anlief, „Bernard und Bianca im Känguruhland“ aus dem Jahr 1990.

Den Film Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei gibt es auf VHS, DVD und BD und hat eine Freigabe von 6 bekommen, und sollte in keiner Kinderfilmsammlung fehlen, ein Meilenstein der Zeichentrickgeschichte aus dem Hause Disney.

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