Die Boys von Kompanie C (1978)

1967: Alvin Foster (James Canning) wird zusammen mit einer Gruppe anderer junger Menschen, die quer aus den USA kommen, zu den US-Marines einberufen. Nach der Ausbildung werden fünf von ihnen direkt nach Vietnam verfrachtet. Dort werden die Soldaten schnell mitten in feindliches Hinterland geschickt und versuchen, ihre Aufträge zu erledigen und dabei zu überleben.
 

Die Amerikaner hatten schon kurz nach dem Vietnamkrieg damit angefangen, ihre Erlebnisse und Eindrücke mit Hilfe von Filmen zu verarbeiten und ihrem Heldentum darzustellen. Der Patriotische Amerikaner und seine Kriege oder besser gesagt Einmischungen in Dinge die ihn nichts angehen, das kann man sehen wie man möchte und kann. Doch es gibt wenige Filme die die wahren Geschehnisse und Traumatischen Erlebnisse der Soldaten im Vietnamkrieg darstellen und dem Zuschauer näher bringen, so auch im Film die Boys von Kompanie C. Regie führte Sidney J. Furie, der uns auch schon Filme wie „Boomer – Überfall auf Hollywood“ von 1991, „Superman IV – Die Welt am Abgrund“ aus dem Jahr 1987 und „Der Stählerne Adler“ von 1986 auf die Leinwand brachte. Furie schrieb auch das Drehbuch zum Film.

Die Boys von Kompanie C kam ein Jahr vor „Apokalypse Now“ in die Kinos und ein paar Monate vor dem Klassiker „Full Metal Jacket“ von Stanley Kubrick. Schon zu Beginn von die Boys von Kompanie C bemerkt man Ähnlichkeiten mit dem allseits bekannten Klassiker, man erlebt die junge Truppe während ihrer Ausbildung in der Army. Der Zuschauer erlebt in die Boys von Kompanie C wie durcheinander gewürfelt die jungen Männer doch sind, man erlebt Drogendealer, Schulabgänger und ehemalige Knastbewohner auf den Weg zu der Army. Mit dem Unterschied, das hier weniger drauf eingegangen wurde, und sich hauptsächlich mit dem eigentlichen Thema des Krieges befasst wurde. Die Screentime von der Ausbildung wird daher nur angeschnitten und nicht tief genug drauf eingegangen. Auch werden hier die Ausbilder nicht als fiese, widerwärtige Gestalten präsentiert, sie sind nur Figuren am Rande.

Die Boys von Kompanie C ist kein typischer actionreicher Kriegsfilm, er grenzt sich deutlich vom Klischee ab. Die einzelnen Episoden der Erlebnisse der jungen Männer sind sehr abwechslungsreich und aufwendig in Szene gesetzt worden, vor allem wenn man bedenkt dass dieser Streifen eine B – Movie Produktion ist. Die Truppe durchlebt den Irrsinn eines Krieges und der Zuschauer nimmt voll dran teil, wie die Bombardierung eines harmlosen Dorfes angeordnet wird, damit die Abschussquote stimmt, sie beim Waten durch die Reisfelder auf Minen treten und diese entschärft werden müssen oder als man sie einen Fußballspiel gegen vietnamesische Verbündete spielen lässt, nur damit im Verlauf des Spiels angeordnet wird, dass sie doch bitte verlieren mögen um den befreundeten Befehlshaber nicht zu verärgern. Diese Erlebnisse kennt man wahrscheinlich schon zuhauf aus anderen Streifen, doch in die Boys von Kompanie C wird sehr viel Kritik an die eigene Regierung und deren Befehlshaber geäußert, der Zuschauer erfährt wie viele Dinge sinnlos befehligt wurden, nur damit gewisse Menschen sich gut fühlen konnten.

Die Einstufung von einem Kriegs- oder Antikriegsfilm ist immer sehr kompliziert und liegt oft im Auge des Betrachters, dies sollte jeder Zuschauer für sich selber entscheiden. Handwerklich ist der Film sehr sauber und interessant inszeniert worden, auch wurde hier und da etwas Humor eingebaut, auch wenn er sehr trocken und düster daherkommt, aber es unterstreicht die Erlebnisse der Truppe ungemein. Auch erlebt der Zuschauer die Verwandlung der einzelnen Soldaten, da wird ein Einzelgänger zu einem Kameraden und ein ruhiger Vertreter zur Kampfmaschine, der Krieg verändert jeden und hinterlässt viele Spuren, ob sie positiv oder negativ sind sei dahingestellt.

Die Boys von Kompanie C gibt es Deutschland auf VHS und DVD, doch leider sind beide Versionen geschnitten worden, satte 19 Minuten fielen der Schere in Deutschland zum Opfer. Zwar ist die DVD Veröffentlichung sehr sauber gelungen, wenn man bedenkt das das Ausgangsmaterial einige Jahre auf dem Buckel hat, aber angesichts dessen das man ihn nur geschnitten bekommt, reicht die gute Umsetzung nicht aus.

Dieser Film hat es verdient würdig auf die Scheiben gebannt zu werden, aber dann bitte ungekürzt. Zwar befinden sich die geschnittenen Szenen im Bonusmaterial wieder, aber sie gehören in den Film, an die richtigen Stellen und nicht als Bonus auf einer DVD. Somit wird das ungetrübte Filmerlebnis mit die Boys von Kompanie C doch sehr getrübt und gehemmt.

Ich gebe die Boys von Kompanie C 9 / 10 Handgranaten

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