Der Teufel auf Rädern (1977)

In einer abgelegenen Gegend terrorisiert ein schwarzes Auto die Bevölkerung, verursacht Unfälle, drängt von der Straße ab oder überfährt Menschen. Wade Parent (James Brolin), eigentlich nur ein normaler Streifenpolizist, steigt zum Sheriff auf, als dieser selbst ein Opfer des schwarzen, geheimnisvollen Wagens wird. Er versucht, den Fahrer zu stellen, muß dann aber feststellen, das niemand Sichtbarer das Auto fährt. Offensichtlich ist der “Lincoln” besessen.

Zu manchen Autofahrern sagt man ja der Teufel auf Rädern, doch dies war im Jahr 1977 schon ein Titel für einen Horrorfilm, unter der Regie von Elliott Silverstein. Der bekannteste Streifen von ihm ist immer noch „Der Mann, den sie Pferd nannten“ von 1970, und sieben Jahre später verpasste er dem Zuschauer einen Film mit einem schwarzen mysteriösen Auto, was wahllos Menschen auf verschiedene Art und Weisen zur Strecke bringt. Die Thematik mit Horror und Auto, ist nicht neu, und man kennt es bereits aus „Christine“ und „Rhea M“, oder auch wild gewordene Trucks, alles Adaptionen von Stephen King. Doch der Teufel auf Rädern stammt nicht von King und gehört in die B – Movie Ecke.

In einer Kleinstadt im Südwesten der USA taucht unverhofft eine schwarze Limousine auf und beginnt, wahllos Menschen zu überfahren. Was zunächst wie das Werk eines Amokfahrers aussieht, gewinnt an Brisanz, als sich die Aussagen häufen, dass der Wagen gar keinen Fahrer hat. Sheriff Wade Parent versucht verzweifelt, das mörderische Auto zu stoppen. Es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, an dem der intelligent agierende Wagen durchaus seine Freude zu haben scheint.

Der Teufel auf Rädern gehört eher zu den unbekannteren Filmen, viele andere Werke wurden schlichtweg verrissen und einige gingen auch oft in der Masse der Veröffentlichungen in den Videotheken einfach unter. Die Story vom Film ist sehr dünn und viele Fragen werden dem Zuschauer auch nie beantwortet, die wichtigste aller Fragen: Wieso ist das Auto so böse, was hat es für Beweggründe? Während in anderen Streifen vieler solcher Dinge aufwendig abgearbeitet werden, so wird hier einfach nur das Auto als Ausgeburt des Bösen dahin gestellt. Ein wenig mehr Informationen wären hier denkbar gewesen und hätten den Film noch ein wenig unterstützt.

Aber die Ideen wie das Auto seine Opfer killt, ist abwechslungsreich gestaltet worden, sei es die Opfer von der Strasse drängen, oder auch mal eben durchs Haus brettern um das Opfer zu erwischen. Das Design des Autos ist gelungen. Ohne Stachel oder hervorstehende “Killerelemente” könnte das Auto aus der gleichen Autofabrik wie der Truck aus Steven Spielbergs “Duell” entstammen. Es verbreitet bei seinem Erscheinen eine unangenehme Erscheinung, klassisches Design aber dennoch etwas beunruhigend.

Beim Auto handelt es sich um einen Lincoln, der aufwendig extra für den Film umgebaut wurde. Die Charaktere vom Film wirken etwas hölzern und eintönig, werden aber vom Auto, was oft spannende und kritische Momente verursacht wieder aufgefangen. Die Kameraeinstellungen sind sehr konstant und ideenreich umgesetzt worden, man erlebt herrliche Landschaftsaufnahmen und ruhige, langsame Schnitte. Oft erkennt man auch nur vom weiten das etwas Böses sich auf den Weg zu einen macht, bis zu den Moment wo das Auto vor einem steht. Auch wenn manche Szenen etwas modellhaft wirken, so sind sie doch mit einem echten Auto gedreht worden, dies lag wahrscheinlich nur an den jeweiligen Kameraeinstellungen und Blickwinkel der Einstellungen.

Markant ist auch die Melodie die die Hupe von sich gibt, sie wird des Öfteren eingesetzt um die Dramatik der Morde noch zu verstärken. Der Teufel auf Rädern floppte an den Kinokassen, dies könnte am gleichzeitigem Start von Star Wars gelegen haben, denn Star Wars verdrängte alles an den Kassen, und dieser Flop beendete vorläufig die Karriere von Silverstein, erst einige Jahre später meldete er sich in der Filmbranche zurück.

Der Teufel auf Rädern gibt es auf VHS und DVD und hat eine Freigabe von 16 erhalten, die auch vollkommen in Ordnung geht, denn dieser Film kommt ohne riesen Blutlachen und ähnlichem aus. Wer „Christine“ mochte, der wird an der Teufel auf Rädern seine Freude haben, spannend, kurios und dennoch sehr unterhaltsam, so kann man in wenigen Worten den Film beschreiben.

Ich gebe dem Teufel auf Rädern 8 / 10 Radkappen