Der Weisse Killer

Was heutzutage schon Gang und Gebe ist, wurde früher auch schon fabriziert, die Rede ist das Filmemacher sich vom Kuchen anderer Filmemacher was abschneiden wollen und Ihre Interpretation der Story darboten. So auch 1981 geschehen, der italienische Regisseur Enzo G. Castellari brachte seine Version von „Der Weisse Hai“ auf den Markt, mit dem ähnlichen Titel: „Der Weisse Killer“ und nutzte somit noch den Bekanntheitsgrad von Steven Spielberg seinem Meisterwerk aus. Aufgrund der Namensähnlichkeiten der Filme passierte es auch dass viele Zuschauer Castellari seine Version als Fortsetzung ansahen. Castellari ist für viele bis heute kein Unbekannter, viele Kultfilme kann er zu seinen Werken zählen, sei es „The Riffs – Die Gewalt sind wir“ und deren Fortsetzung „The Riffs 2 – Flucht aus der Bronx“ und natürlich nicht zu vergessen „Zwiebel Jack räumt auf“ unter seinem Pseudonym Enzo Girolami.

Für den Film der Weisse Killer wurde sich auch schauspielerisch was Tier – Horror angeht Erfahrung mit ins Boot geholt, James Franciscus, den manche noch aus „Piranha“ und „Piranha 2“ kennen dürften, hatte ja schon Erfahrung mit Tieren aus dem Meer die sich nicht mehr ganz normal verhalten. Und als tatkräftige Unterstützung wurde noch Vic Morrow engagiert, auch er hatte schon Erfahrung vom Film „Das Grauen aus der Tiefe“ von 1980. Was die Story in der Weisse Killer angeht, braucht man wohl nicht mehr viel zu sagen, ein großer Hai taucht an der Küste eines Strandes auf, und versetzt die Badegäste und die Behörden in Aufruhr, und ein kleines Team macht sich an die Arbeit dem Schrecken ein Ende zu setzen. Hier merkt man ganz deutlich dass sich Castellari sehr an der Weisse Hai orientiert hat. Aber auch was kameratechnisch angeht wurde vieles bald 1:1 kopiert, selbst einige identische Noten fanden ihren Platz im Soundtrack wieder.

Was die Effekte und die Darstellung des Hais angeht, so wurde hier eine Sparversion dem Zuschauer unter die Nase gehalten, meist ist das einfache Model des Hais als solches erkennbar, der Mund bewegt sich nicht, Kopf ebenfalls, und die Szenen wo der Hai in Action ist, stammen aus verschiedenen Dokumentationen und wurden lediglich in den Film hineingeschnitten! Auch wenn der Weisse Killer viele Schwächen und negative Punkte an Tag bringt, so bietet der dem Zuschauer doch einen gewissen Unterhaltungswert, zwar kommen keine riesen Spannungsmomente auf, doch fanden ein paar blutige Szenen auch den Weg ins Drehbuch, und das obwohl der Streifen damals eine Freigabe von 12 bekam. Die Actionszenen sind sehr rar gesät und nicht nur der Hai war ein Modell, auch viele andere Dinge wie der Hubschrauber sind klar als Spielzeug zu erkennen.

Manche betiteln den Film der Weisse Killer als Trash – Film, aber aus meiner Sicht versprüht er einen ganz anderen Charme und vieles was Castellari in diesem Streifen umgesetzt hatte, war später gang und gäbe im Tier Horror Bereich. Der Weisse Killer gibt es auf VHS und DVD. Fazit: Netter Versuch eines Erfolgsfilms, aber nur was für eingefleischte Tier Horror Fans. Zählt nicht zu den besten Werken von Castellari, aber sollte mal erwähnt werden. Bei Fans von italienischen Filmen hat der Weisse Killer einen Kultstatus errungen und hält ihn in Ehren.

 

 

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