Die Fratze (1971)

Es sieht nach einem ganz normalen Babysitterjob für die Studentin Amada (Susan George) aus, das Kind ist friedlich, das Haus angenehm und Helen (Honor Blackman) und Jim (George Cole) gehen nur auf einen Geburtstag, aber dennoch zögert die Mutter, das Haus zu verlassen. Was Amanda nicht weiß: es handelt sich um einen Wiedergeburtstag Helens, nämlich den ihrer Scheidung von ihrem ersten Mann, der ihr nach dem Leben getrachtet hat und jetzt in einer Anstalt einsitzt.
Doch wie könnte es in einer solchen Nacht anders sein: just heute ist Brian (Ian Bannen) ausgebrochen und hält die junge Frau prompt für seine ehemalige Frau, während er erst das Haus und dann sie belagert.

Die Fratze ist ein britischer Horrorfilm aus dem Jahr 1971 unter der Regie von Peter Collinson, ein Jahr zuvor drehte er den bekannten Film „Zwei Kerle aus Granit“ mit Charles Bronson und Tony Curtis. Im Jahr 1980 erlag Collinson seinem Krebsleiden in Los Angeles. Er war spezialisiert auf Thriller und Gruselfilme und seine Filmliste ist sehr abwechslungsreich, viele davon immer noch nicht auf DVD erhältlich.

Für die Hauptrollen in die Fratze wurden Susan George und Ian Bannen gecastet, die beide ihr volles Talent und Können in ihre Rollen interpretierten. Susan George ist kein unbeschriebenes Blatt in der Filmbranche, sie spielte in „Wer Gewalt sät“, „Morgen gibt es kein Erwachen“ und „Ninja – Die Killermaschine“ mit, und auch ihr Filmpartner in die Fratze Ian Bannen ist sehr bekannt und kann durchaus ein paar Erfolge verzeichnen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Ghost Dad“ an der Seite von Bill Cosby, „Gorky Park“ und „Ghandi“.

Die Fratze kann man gut als Horror – Thriller bezeichnen, denn er vereint die typischen Merkmale dieser Genre gekonnt in einem Film, der Zuschauer ist sofort mittendrin im Geschehen, Vorgeschichte und Eingehensweisen auf die Charaktere werden hier von vornherein weggelassen. Man ahnt zwar dass das Ehepaar in dem Film welches die Babysitterin für ihr Kind anstellt, etwas verheimlicht, aber um was es sich handelt wird noch offen gelassen. Der Spannungsaufbau ist gut und wird konstant angezogen, das typische Klischee das der Freund der Babysitterin vorbeischaut darf natürlich auch nicht fehlen, ein bisschen Spaß auf der Couch lenkt kurzzeitig den Film in eine andere Richtung, hier wird dem Zuschauer ein wenig nackte Haut präsentiert, aber dezent im dunklen Lichtschein und nicht voll drauf. Doch die Atmosphäre der Turteltauben wird getrübt.

Der Freund verlässt das Haus und wird sofort vor der Haustür von einem entflohenen Psychopathen attackiert. Der Psychopath gibt sich bei der Babysitterin als Nachbar aus und gewinnt so das Vertrauen, erst später wird er sein wahres Gesicht offen kundgeben. Die Story ist recht simpel und einfach gehalten, auch was die Schauplätze angeht wird hier nicht viel Abwechslung geboten, doch der Realismus der Charaktere durch die Schauspieler ist mehr als nachvollziehbar, sie hauchen ihren Rollen das nötige Leben ein, und gehen in ihren Rollen voll auf. Man kann in deren Gesichtern die blanke Angst und den Psycho spüren und sehen.

Doch es gibt auch ein wenig Unlogik im Film die Fratze, die Polizei verhält sich etwas verhalten und bedeckt und deren Handlungen sind nicht ganz nachvollziehbar, aber nun gut, dies stört der Story nicht, und der Zuschauer wird wunderbar unterhalten und an dem Bildschirm festgehalten. Die Fratze ist sehr unblutig, lediglich am Ende des Streifens fließt ein wenig roter Saft, weswegen ich die Einstufung der FSK von 18 nicht ganz nachvollziehen kann, aber so was muss man auch nicht verstehen! Zwar bekommt man ein paar Gewalt und Terrorszenen präsentiert, die aber eher blutleer vonstatten gehen.

Die Fratze gibt es in Deutschland auf VHS und DVD, und wer auf spannende Filme mit Psychokillern abfährt und noch dazu mit einer Babysitterin der sollte die Fratze mal genauer anschauen und sich berieseln lassen. Spannend und gut inszeniert und klasse Schauspielarbeiten zeichnen diesen Film besonders aus.

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