Die Geister, die ich rief… (1988)

Dickens Weihnachtsgeschichte in modernem Gewand: Frank Cross (Bill Murray) ist ein hohes Tier bei einer TV-Anstalt und plant gerade sein Weihnachtsprogramm, das in seinem Sinne agressiv und gewalttätig die Zuschauer an sich binden soll. Frank ist kalt und gnadenlos, entläßt in zehn Minuten komplett einen Angestellten und seine Sekretärin muß ebenfalls unter ihm leiden. Da taucht des Nachts sein Chef (John Forsythe) auf, der leider schon ein paar Jährchen tot und deswegen recht vermodert ist und kündigt ihm die Ankunft von drei Geistern an, die jeweils die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnachten repräsentieren.
Frank will weitermachen wie bisher, doch die fiesen Geister in Form eines großmäuligen Taxifahrers, einer schlagkräftigen Fee und eines stummen Monstrums, mischen sein TV-Leben kräftig auf. Und Frank lernt auf seinen Reisen Lektion um Lektion.

 

Der Film die Geister die ich rief basiert auf einen Weihnachtsroman von Charles Dickens und gehört zu den meist verfilmten Geschichten auf der ganzen Welt. Reisseur Richard Donner verfrachtete diesmal die Geschichte in die Neuzeit, Donner ist ein bekannter Name hinter der Kamera, zu seinen weiteren filmischen Werke zählen vor allem „Superman – Der Film“ aus dem Jahr 1978, „Zwei Stahlharte Profis – Lethal Weapon“ von 1987 und nicht zu vergessen „Die Goonies“ von 1985, und viele weitere mehr, auch an diverse Serien war Donner beteiligt, „Der Sechs Millionen Dollar Mann“, „Die Straßen von San Francisco“ und „Kojak – Einsatz in Manhattan“ sind nur ein paar Beispiele.

Für die Rolle des Ebenezer Scrooge wurde Bill Murray verpflichtet, der dieser Rolle den nötigen Charme und Ausdrucksstärke verleiht. Murray kennen die meisten aus „Ghostbusters – Die Geisterjäger“ aus dem Jahr 1984, „Caddyshack“ von 1980 oder auch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ von 1993, seine Filmliste ist sehr lang und er ist immer noch aktiv im Filmgeschäft, zu seinen heutigen Auftritten zählen mehr Nebenrollen und Gastauftritte. Die Geister die ich rief bietet dem Zuschauer sehr viel Humor und Running Gags, wovon sehr viele vom Darsteller Murray kommen, er schaffte es in beeindruckender Weise das seine Rolle sehr viel Gefühl wie auch Arroganz ausstrahlt. Die Art wie er seine Mitmenschen behandelt und zu einem späteren Zeitpunkt selber dieses Leid spürt ist sehr beeindruckend inszeniert.

Aber auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt und tragen ihren wichtigen Teil zur Story bei. Hier spielen unter anderem Karen Allen, John Forsythe, John Glover und Robert Mitchum sehr ausdrucksstarke Rollen und Charaktere. Vor allem die Rolle des Taxifahrers, gespielt von Sgt. Harris aus Police Academy, namens Bob Goldthwait ist eine Augen und Ohrenweide und prägt sich gut in die Köpfe der Zuschauer. Die Story vom Film ist recht flott gehalten, zu Anfang wird der Zuschauer mit den einzelnen Charakteren vertraut gemacht und bekommt einen Einblick in das biedere Leben des Scrooge, als die Nacht der drei Geister beginnt, nimmt der Film deutlich an Fahrt auf und zeigt auch seine Dramatische Seite von einem guten Standpunkt aus. Vor allem fällt einem auf, das hier nicht zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt wurde und die humorische Ader nicht außer Acht gelassen wurde. Hier wechseln sich die Gefühlsschwankungen sehr gut ab.

Die Sets und die Kostüme im Film sind sehr detailreich und aufwendig, und auch die Tricktechnik kann eine Menge bieten und sein Können zur damaligen Zeit zur Schau stellen und beeindrucken. Die Musik darf auf keinen Fall vergessen werden, sie stammt aus der Feder von Danny Elfman, der uns auch schon die Musik zu „Beetlejuice“, „Darkman“ und „Mission: Impossible“ lieferte, er bekam für seinen Beitrag in die Geister die ich rief , eine Auszeichnung, BMI Film & TV Award. Selbst die Maskenbilderart war für einen Oscar in der Kategorie „Bestes MakeUp“ nominiert.

Der Film vermittelt eine Botschaft an den Zuschauer, die zwar etwas aufgesetzt und künstlich wirkt, aber ein fester Bestandteil der Story ist und den Film sehr angenehm ausklingen lässt. Dieser Film ist nicht nur zu Weihnachten eine Freude für Filmfans, diesen Streifen kann man das ganze Jahr über sich ansehen und geniessen. Die Geister die ich rief gibt es in Deutschland auf VHS, DVD und BD und hat eine Freigabe von 12, und wird meist zu Weihnachten im Free TV ausgestrahlt. Zu Recht besitzt dieser Film einen Kultstatus und sollte mindestens einmal gesehen worden sein.