Die Teuflischen von Mykonos (1975)

Ein Geschwisterpaar kommt auf die Insel Mykonos, gibt sich allerdings zu meist als Ehepaar aus. Nicht schlimm genug, dass die Geschwister eine Vorliebe für Inzest haben, sie haben auch noch die Wahnvorstellung, dass sie Gottes Befehle ausführen und den Sündern den Tod bringen müßten. So pflastern Schwule, Lesben, Ehebrecher und andere ihren Weg. Von den Taten, die die beiden begehen machen sie Fotos, an denen sie sich nach ihren Taten aufgeilen. Die Schwester befürchtet allerdings dass ihnen schon bald die Polizei auf den Fersen sein wird und sie hat Recht. Denn da sie die diesen Wahn schon vorher in London hatten, ist die Polizei hinter den beiden bereits her. Als sie ihre Mutter anrufen und sagen wo sie sind, weiß auch die Polizei, die das Telefon der Mutter abhört, bescheid. Doch das Ende wird nicht die Polizei darstellen.

Fast jeder hat schon mal einen Film gesehen wo man sich gefragt hat: Muss das sein? Ist der Film krank! Doch laut diversen Aussagen wollte der Regisseur Nico Mastorakis das mit seinem ersten Film bezwecken, und mit die Teuflischen von Mykonos ist ihm das vollkommen gelungen. Zwar gab es schon damals weit härtere Streifen als dieser in den 70er Jahren, doch die hatten mehr Härte und Splattereffekte zu bieten, doch Mastorakis beschränkte sich auf psychischen Terror und schöpfte den voll aus. Doch der Regisseur kann noch mehr Filme als nur die Teuflischen von Mykonos vorweisen, da wären zum einen der Actionstreifen „The Zero Boys“ aus dem Jahr 1986 und „Ninja Academy“ von 1988, wo man wieder beim dem oft verwendeten Wort „Academy“ wäre.

Doch in diesem Streifen geht es um mehr, hier wurden einige Genre doch sehr erfolgreich vermischt, Drama, Horror, Thriller und Erotik (Sex) fanden ihren festen Platz im Drehbuch. Die Geschichte vom Film ist recht einfach gehalten worden, ein Geschwisterpaar gibt sich auf der Urlaubsinsel Mykonos als Liebespaar aus, und sie fangen an auserwählte Personen zu quälen um sie später auf verschiedene Arten zu ermorden. Sie spielen eine Art Katz und Mausspiel, erst sind sie nett und freundlich zu ihren Opfern und dann zeigen sie ihr wahres Gesicht. Es ist schwer über den Film zu schreiben, ohne zu Spoilern, denn man möchte auch nicht zu viel verraten, aber sie dienen dazu diesen Film ein wenig zu erläutern.

Das Paar strahlt eine unheimliche Kühle aus, und die Atmosphäre ist angespannt, im Film werden sehr viele Tabus gebrochen, sie werden zwar nur fadenscheinig dem Zuschauer näher gebracht, doch sie erfüllen ihre Zweck. Hier sind zwar Ähnlichkeiten zu diversen Italienischen Streifen vorhanden, doch die Teuflischen von Mykonos gehen einen Schritt weiter. Vieles geschieht zwar im Off und manche Effekte sind nicht gerade Topleistung, aber wenn die Kamera draufhält, dann wirkt es oft so als wenn die Kameramänner vor Geilheit nur so draufhalten, der Voyeurismus lässt grüßen. Hier geschehen verschiede Morde und Folter, wie annageln wie Jesus, jedoch ohne Holzkreuz, verbrennen eines Opfers mit einer Spraydose, Kopf abtrennen mit Hilfe eines Baggers und vieles mehr. Doch dies ist alles nicht die Spitze des Eisbergs, hier wird der Zuschauer auch Zeuge von Tiersnuffszenen, ob diese echt sind, sei umstritten, beweise gibt es dafür leider keine, aber die Möglichkeit besteht schon, man kennt solche Sachen ja bereits von diversen Kannibalenfilmen aus den 70er und 80er Jahren aus dem schönen Italien.

Doch damit nicht genug, Vergewaltigung, Inzest und Sodomie wird auch betrieben, und Opfer werden mit menschlicher gelber Flüssigkeit besudelt und geschlagen. Die Teuflischen von Mykonos ist für manche Zuschauer ein Fest und für andere einfach nur Abschaum auf der Leinwand. Über diesen Film neutral zu schreiben ist recht schwer, ich persönlich fand vieles einfach nur abstoßend und widerlich, aber auch interessant das ein Regisseur einen so harten Weg bestreitet und ihn auf die Leinwand bannt.

Die Darsteller in die Teuflischen von Mykonos wirken sehr kalt und herzlos, und schauspielerisch wurde nicht sehr viel von ihnen abverlangt, dies gilt auch für die Nebendarsteller. Glanzleistungen sollte der Zuschauer bei diesem „Schocker“ nicht erwarten. Das Erzähltempo hält sich auch recht in Grenzen und erzählt die Story gradlinig und ohne Abschweifungen, manches sei vorhersehbar, doch die Art der Morde ist es nicht, denn Abwechslung stand hier an erster Stelle. Die musikalische Untermalung diverser Szenen ist einfach nur nervtötend und sehr penetrant, viel zu sleazig der Sound, etwas mehr Tempo und andere Tonlagen hätten hier vielleicht etwas retten können. Da helfen auch nicht die Softsexszenen der Protagonisten, auch wenn man relativ viel nackte Haut sieht, sei es Brüste oder auch den Buschwuchs der Frauen, und manche kurze Sexszenen, ein Hauch von Erotik sieht in meinen Augen anders aus.

Die Teuflischen von Mykonos ist in Deutschland auf VHS und DVD erhältlich, und hat eine Freigabe von 18 bekommen, doch die VHS Versionen sind geschnitten. In England wurde der Streifen komplett verboten. Die griechische DVD Veröffentlichung soll laut Angaben komplett ungeschnitten sein.

Ob man diesen Film gesehen haben muss, sei dahin gestellt, dieser obskure Streifen ist vielleicht nur was hartgesottene und für Fans solcher Streifen. Ich habe ihn jetzt zwar gesehen, aber einen Wiedersehenswert habe ich nicht verspürt. Filmisch können sich manch andere Regisseur zwar mehr als nur eine Scheibe abschneiden, aber das macht noch keinen Top Film aus. Was für andere heutzutage „A Serbian Film“ ist, war damals die Teuflischen von Mykonos.