Die Unheimliche Macht (1983)

Während des Zweiten Weltkriegs wird eine Division der deutschen Armee zu einem strategisch wichtigen Schloss in der Nähe eines rumänischen Passes beordert. Als die Soldaten die in die Mauern eingelassenen Kreuze aus Silber entfernen wollen, lassen sie so eine seltsame Wesenheit aus einem riesigen unterirdischen Hohlraum frei, die zwischen den Mauern des Gebäudes eingesperrt war. Das hat bald tödliche Folgen für die Soldaten, Nacht für Nacht gibt es Opfer zu beklagen, so dass Oberst Wöhrmann (Jürgen Prochnow) Hilfe anfordert, doch der gesandte Major Kaempfer (Gabriel Byrne) von der SS glaubt nicht an übernatürliche Zusammenhänge und beginnt nach Partisanen zu fahnden. Zwangsweise müssen sich die Deutschen an einen jüdischen Historiker (Ian McKellen) wenden, der die Zusammenhänge klären soll, doch der geht einen Pakt mit dem Wesen ein, um das Leben seiner Tochter zu retten. Doch es ist schon ein mysteriöser Fremder (Scott Glenn) aus Griechenland auf dem Weg, um das Schlimmste zu verhindern..

Es gibt Filme, über die ist es nicht sonderlich einfach was zu schreiben, sei es weil es kaum Informationen gibt oder weil man manchmal als Autor nicht weiß wie man etwas schreiben soll und kann. Der Film die Unheimliche Macht ist ein Kandidat von solchen Filmen. Für die Regie saß Michael Mann im Stuhl, dieser Mann brachte uns einige weitere Filme näher, sei es „Der letzte Mohikaner“, „Heat“ oder auch „Ein Mann kämpft allein“. Mann hat eine auserlesene Filmauswahl in seiner Laufbahn, ein Mensch der nicht einen Film nach den anderen dreht, sondern sich die Drehbücher sorgfältig auswählt und umsetzt.

Für die Rollen vor der Kamera wurden ebenfalls sorgfältig Darsteller ausgesucht, Scott Glenn und Jürgen Prochnow, zwei erstklassige Schauspieler. Prochnow bekam nach dem Film „Das Boot“ fast ausschließlich Rollen angeboten wo er einen deutschen Soldaten mimen kann, die Schulterabzeichen sind ein fester Bestandteil seiner Karriere geworden, und das vor allem außerhalb Deutschlands.

Ein Trupp deutscher Soldaten unter der Leitung des Hauptmanns Woermann (Jürgen Prochnow) besetzt eine steinerne Festung nahe einem Gebirgspass. Innerhalb des Baus befinden sich viele in die Wand eingelassene Metallkreuze, welche die Begierde der Besatzer wecken. Als zwei Wehrmachtssoldaten ein Kreuz mitsamt dem dahintersitzenden Steinblock aus der Wand ziehen, besiegeln beide nicht nur ihr vorzeitiges Ende, sondern entfesseln ein jahrelang in der Mitte der Festung gefangenes Böse. Die Story von die Unheimliche Macht ist sehr stimmig und ruhig in Szene gesetzt worden, der Zuschauer erfährt wie die Charaktere im Film Stück für Stück ein Happen Geschichte und Hintergründe von dem Bösen, dies weckt sehr das Interesse am Film. Der Zuschauer wird in das Geschehen integriert und wird teil des Films.

Die Darsteller liefern allesamt sehr gute und überzeugende Leistungen ab und wirken sehr real. Was besonders noch auffällt sind die aufwendigen Sets und Bauten die für diesen Film hergestellt wurden. Ob es sich um Pappe und Holz handelt kann man nicht erkennen, sie wirken sehr realistisch. Auch der Spannungsaufbau wurde gut umgesetzt, es passiert nicht zu viel und auch nicht zu wenig, hier wurde auf eine gute Mischung von Dialogen und Action geachtet und auch bildlich umgewandelt. Die Unheimliche Macht ist Effekttechnisch gesehen etwas einfach gehalten worden, hier wurde mit viel Trockeneis und Lichtern gezaubert, und das Kostüm des sagen wir mal „Dämons“ ist etwas einfach und wirkt teilweise sehr künstlich, war hier jemand in einem Gummikostüm mit rot leuchtenden Augen? Aber selbst wenn, dies tut dem Filmgenuss keinen Abbruch und stört nicht im Geringsten.

Doch leider kann und sollte man die negativen Aspekte nicht außer Acht lassen, die damalige Produktionsfirma setzte die Schere an, und das nicht wenig, 96 Minuten Laufzeit haben sie übrig gelassen, das ist sehr wenig wenn man bedenkt das die ursprüngliche Version ca. 210 Minuten ging. Was geblieben ist, ist ein Gerüst, zwar mit vielen guten Effekten und Spannungsmomenten, aber vieles was den Eindruck noch verstärkt hätte und vor allem den Unterhaltungswert noch mehr gestiegen hätte, fehlt einfach!

Viele Gründe sprechen dafür das es eine längere Urversion vom Film gibt, die Romanvorlage ist umfassender und ausführlicher, dies bestätigte auch der Autor des Romans, und dann kommt noch der musikalische Aspekt der für eine längere Version spricht. Der Soundtrack ist erst 1997 erschienen, und nur drei Songs von ihm sind im Film wiederzufinden. Wo ist der Rest hin? Aber der Soundtrack kann sehr überzeugen, auch im Film ist er an der richtigen Stelle eingesetzt worden und dies nicht übermäßig. Die Gruppe „Tangerine Dream“ ist ein Inbegriff für elektronische Klänge und stellt dies im Film tatkräftig unter Beweis.

Die Unheimliche Macht gibt in Deutschland und Ausland nur auf VHS, und alle nur in der gekürzten Version, ob dieser Film jemals eine DVD und BD Veröffentlichung erhalten wird? Dies ist zu hoffen, denn die unheimliche Macht überzeugt auch mit den fehlenden Szenen und macht einen nur noch mehr heiß auf die Urversion. Man kann und sollte nur hoffen, dass die Urversion nicht als verschollen gilt. Die Unheimliche Macht ist in Deutschland eine kleine Rarität auf VHS und wird von vielen Sammlern gesucht. Wer sie besitzt sollte sie gut aufbewahren.

Der Film wird auch gelegentlich im Free TV ausgestrahlt, doch auch leider mit einem anderen Ende als auf Video, dies kann man gut als Beweis auslegen das das Urmaterial noch vorhanden ist. Die Unheimliche Macht ist nicht nur was für VHS Freaks, auch Fans von Prochnow und Mystery kommen hier voll auf ihre Kosten, selbst wenn manche Schlüsselszenen vielleicht fehlen und die Schnitte etwas konfus wirken.