Die Vergelter (1986)

Ein Kneipenbesitzer (David Carradine) mit Vietnam-Vergangenheit und sein Vater (Lee van Cleef) beginnen einen ebenso blutigen wie brutalen Rachefeldzug gegen eine japanische Gangsterorganisation, als Mitglieder ihrer Familien deren Machenschaft zum Opfer fallen.

Die Vergelter ist ein Actionfilm der 80er Jahre der so ziemlich in Vergessenheit geraten ist, und damals unter den Massen der Filme so ziemlich untergegangen ist, obwohl er sich ein wenig von dem Mainstream abhebt und sich durch ein paar Besonderheiten auszeichnet. Zwar wird die Vergelter als Actionstreifen aufgeführt, besitzt doch mehr ein paar Thriller Elemente mit einem minimalen Hauch von Drama. Regisseur von diesen Film war der bekannte Fred Olen Ray, er drehte Filme wie andere Menschen ihre Wäsche wechseln und das noch unter etlichen Pseudonymnamen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Evil Toons“ von 1990, „Alienator – Der Vollstrecker aus dem All“ aus dem Jahr 1989 und „Das Geheimnis des Grabmals am Nil“ von 1985. Er arbeitete mit vielen bekannten Schauspielern zusammen, Don „The Dragon“ Wilson und Dolph Lundgren sind nur ein paar Beispiele.

Für die Vergelter wurden ebenfalls zwei sehr bekannte Filmgrößen der Vergangenheit gecastet, für die Hauptrollen wurden David Carradine und Lee van Cleef besetzt und diese Auswahl wird mit guter schauspielerischer Leistung belohnt. Carradine kennt man aus dutzenden Streifen und Serien, und hatte auch diverse Nebenrollen in vielen anderen bekannten Produktionen von Hollywood, er verstarb 2009 in Thailand.  Lee van Cleef ist ebenfalls eine sehr bekannte Größe im Filmgeschäft, er spielte an der Seite von Chuck Norris und Kurt Russell und viele mehr, im Jahr 1989 verstarb er an einem Herzinfarkt. Schon alleine daraus das die beiden Hauptdarsteller nicht mehr am Leben sind, ist dieser Streifen ein gutes Andenken an zwei Filmgrößen und Ihre Werke.

Die Vergelter überzeugt den Zuschauer mit einer sehr gut durchdachten und dichten Story, die selbst wenn man mal nicht aufmerksam dem Geschehen folgt, nichts verpassen tut. Vor allem werden hier noch einige Wendungen und Überraschungen auf den Zuschauer treffen, zwar ist manches Vorhersehbar und Berechenbar, aber Platz für neue Dinge war im Drehbuch noch vorhanden. Die Story ist nachvollziehbar, und real steht aber manchmal im Zwiespalt von den Handlungen der Rollen. Die Vergelter ist daher auch ein typisches Werk der 80er Jahre, vor allem optisch macht er viel her, zwar kann man hier keinen Megablockbuster erwarten, aber wozu aufwendige Drehs und Effekte wenn man mit minimalistischen Mitteln einen viel größeren Eindruck vermitteln kann.

Die Sets und Schauplätze sind sehr gut gewählt und ausgestattet, die Location der Bar und von China Town sind sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt worden und vermitteln beim Zuschauer sehr viel Realismus. Doch es gibt auch ein paar Schwächen im Film, die Action kommt ein wenig zu kurz, zwar sieht man mal eine Schiesserei, eine Verfolgungsjagd und Explosionen, doch die sind auf die Spielzeit sehr weit verteilt und nehmen dem Streifen ein wenig an Fahrt. Auch sind manche Zweikämpfe etwas zu kurz und einfallslos gestaltet worden. Ein wenig mehr hätte dem Film nicht geschadet und hätte ihm vielleicht auch etwas mehr Anerkennung gebracht. Doch die Vergelter unterhalten den Actionfan sehr gut, und die Leistungen aller Darsteller und vom Regisseur überzeugen einen.

Der Plot wechselt gut zwischen Action, Dialoge und Thrillerelementen hin und her und auch der Wechsel der Schauplätze wirkt ansprechend. Die Vergelter gibt es in Deutschland auf VHS und DVD, und beide haben eine Freigabe von 18 erhalten, doch leider sind beide Versionen geschnitten worden, nur die englische Auflage ist vollkommen ungeschnitten, hat aber nur eine englische Tonspur. Die Schnitte sind bei der Folterszene und bei der Schluss-Szene angesetzt worden. Die Folterei und die Explosion eines Kopfes waren wohl zuviel für die FSK.

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