Flammendes Inferno (1974)

Doug Roberts (Paul Newman) ist der Architekt des neuen 145-Stockwerke-Wolkenkratzers, der an diesem Abend mit einer großen Party eröffnet werden soll. Gerade aus dem Urlaub zurück, stellt er fest, daß die Verkabelung des Hochhauses nicht nach seinen Entwürfen und Richtlinien fertiggestellt wurde und noch immer Kurzschlüsse produziert. Tatsächlich bricht auch unterhalb der auf zwei Drittel Höhe gefeierten Party ein Brand aus, der sich schnell ausbreitet. Bald darauf brennt es auch über der Party, so daß den Gästen der Rückweg abgeschnitten wird. Der Feuerwehrchef O’Halleran (Steve McQueen) hat von nun alle Hände voll zu tun, um die Eingeschlossenen aus der Flammenhölle zu retten.

 

 

Anfang der 70er kamen laufend neue Katastrophenfilme in die Kinos, und man kann gut sagen das Flammerndes Inferno der würdige Abschluss dieser Ära war und ist. Man hatte Vulkanausbrüche, Erdbeben, Schiffsunglücke, Zugentgleisungen und vieles mehr, manches realistisch und manches doch weit hergeholt. Aber mit Flammerndes Inferno haben die Filmemacher die größte Angst der Menschheit in einem Film verarbeitet. Regisseur und Produzent waren in diesem Fall zwei Menschen, Irwin Allen und John Guillermin, einer war für die Actionszenen zuständig, von denen es hier reichlich gibt und der andere drehte die restlichen Szenen. Beide haben ausreichend Erfahrung hinter der Kamera, Allen drehte auch „Der Tödliche Schwarm“ von 1978 und „Jagd auf die Poseidon“ von 1979. Deutlich mehr Erfahrung bringt Guillermin mit, seine Filmliste ist deutlich länger und abwechslungsreicher, „Shaft in Afrika“ aus dem Jahr 1973, „King Kong“ von 1976 und „Sheena – Königin des Dschungels“ aus dem Jahr 1984 um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Der Film Flammerndes Inferno bietet aber nicht nur hinter der Kamera bekannte Namen, erst vor der Kamera wird dem Zuschauer deutlich was hier für ein Staraufgebot dem Zuschauer präsentiert wurde. So eine abwechslungsreiche und vor allem Namenhafte Besetzungsliste gab es in Hollywood nicht sehr oft, dies dürfte wohl auch an der Finanzierung möglich sein, denn die meisten Kosten waren bestimmt die Schauspielergagen. Hier sind Namen wie Steve McQueen, Paul Newman, William Holden, Faye Dunaway, Fred Astaire, Richard Chamberlain, Robert Wagner, Robert Vaughn, O.J. Simpson und Jennifer Jones vertreten, doch das zur Verfügung stehende Budget wurde nicht nur für die Gagen benötigt, auch was die damalige Technik Möglich machte, kam im Film zum Einsatz, sei es die Feuerszenen oder auch die Actionszenen.

Die Story vom Film kommt dem Zuschauer sehr langsam entgegen, hier werden einem die einzelnen Charaktere erstmal deutlich näher gebracht und der Zuschauer nimmt an deren Leben und Ereignissen teil, auch die sagen wir mal Böse Seite und Absichten sind im Drehbuch verankert worden und fanden ihren Platz auf der Leinwand, erst im späteren Verlauf wird das Tempo angezogen und die Dramatik und Action nehmen deutlich zu. Auch der Hintergrund wieso es zu dieser Tragödie kommt wird beleuchtet und präsentiert, dies ist bei einer Laufzeit von knapp 2,5 Std. auch gut möglich unterzubringen.

Der Zuschauer begleitet eindrucksvoll die Retter die gegen das Feuer kämpfen und die eingeschlossenen die versuchen einen Weg aus der Feuerhölle zu finden, hier bekommt man einzelne Schicksale, Ängste und Erfahrungen deutlich näher gebracht, egal auf welcher Seite, denn so ein Inferno ist bestimmt psychisch und auch körperlich nicht einfach, egal auf welcher Seite man sich gerade befindet. Die Actionszenen können sich selbst heute noch nach fast 40 Jahren noch sehen lassen und brauchen sich nicht zu verstecken, vor allem wenn man bedenkt das hier die Tricks und Effekte noch handgemacht waren, und die CGI es noch gar nicht gab. Zwar sind an vielen Stellen die künstlich geschaffenen Feuerstätten zu erkennen, dies mindert aber nicht den Unterhaltungswert, sondern steigert das Interesse eines Fans der guten alten Ära.

Aber auch Klischees sind ein fester Bestandteil dieses Films, man sollte sich aber vom Schubladensystem des Genre Katastrophen nicht abschrecken lassen, und manche Charakterzeichnungen so hinnehmen wie sie sind. Flammerndes Inferno bekam insgesamt 3 Oscars und 2 Golden Globes, was er auch vollkommen verdient hat, denn dieser Streifen ist wirklich großes Kino und ein würdiger Abschluß der Katastrophen – Ära. Den Film gibt es auf VHS, DVD und BD, und hat eine Freigabe von 16 bekommen, doch hier ist auch etwas vorsicht angeboten, wer noch die gute alte VHS Variante des Films kennt und sich ihn dann auf DVD oder BD anschaut, der wird einige Veränderungen feststellen.

Die Rede ist von der Synchronisation, sie wurde komplett neu gesprochen und auch noch von anderen Sprechern, dies leigt dem Grund nach, das man die Tonspur anstatt Mono in Dolby Surround setzen wollte. Selbst im TV wird einem die neue Synchronisation gezeigt, nur noch die ersten Auflagen auf VHS besitzen noch die Urfassung der Synchronisation. Mann kann noch Anmerken das die VHS Vollbild war und die Neuauflagen waren schon im Breitbildformat umgewandelt, was mache Sound und Bildfetichisten sehr schwer im Magen liegen dürfte. Flammerndes Inferno ist Spannung und Unterhaltung pur, und das satte 2,5 Std. Starke Besetzungsliste, und ein Steve McQuenn der mal einen Held im Hintergrund spielen durfte, was man nicht kennt von ihm. Pflichtfilm für Katastrophen Anhänger!