Review: Gor (1987)

GOR – der hinter der Sonne verborgene Zwillingsplanet der Erde – ist eine Welt, auf der nur ein Gesetz herrscht: das des Stärkeren. Gor ist eine ungezähmte Welt, von wilden Völkern bewohnt und von fremden Mächten umkämpft.
Hier muß sich Tarl Cabot, College-Professor in New- Hampshire und alles andere als ein Held, behaupten: gegen machtgierige Tyrannen, Sklavenhändler, blutgierige Banditen und die schwarze Magie der Priesterkönige..

Die Gor – Saga ist berüchtigt, verhalf sie doch dem Autor zu einem gewissen Ruhm, vor allem innerhalb der S/M Szene, John Norman, dieser Name sorgte schon früher für viel Aufsehen und vor allem für ein Deutschlandweites Verbot seiner Bücher. Sie spiegeln chauvinistische Männerfantasien von Sex und Gewalt. Es war nur eine Frage der Zeit bis diese Bücher auch den Weg auf die Leinwand fanden, Fritz Kiersch war der verantwortliche Regisseur, der sich heranwagte dieses außergewöhnliche Thema auf die Leinwand zu bringen. Kiersch hatte schon vor Gor zwei Filme abgedreht, die meisten dürften seinen ersten Film „Die Kinder des Zorns“ aus dem Jahre 1984 kennen, darauf folgte „Love – Fighters“ von 1985 bis es dann endlich zu Gor kam. Der Film Gor ist zwar eine Buchverfilmung, aber prägt doch den typischen Look von den 80er Sandalenfilmen, die gab es ja zuhauf, besonders aus dem Land Italien.Doch Gor ist ein Film aus USA.

Tarl Cabot ist Professor für Physik an einem College. In seinen Ferien will er die Recherchen über einen alten Familienring durchführen. Dieser soll die Fähigkeit haben, das Tor zu Gor, einer Gegenerde, zu öffnen. Bei einem Autounfall wird er durch die magische Kraft des Rings in diese Gegenerde gebracht. In diesem wüsten und vorzeitlichen Land gilt das Recht des Stärkeren. Er wird Zeuge, wie die Stadt Koroba von dem Priesterkönig Sarm und seinem Heer niedergemetzelt wird. Im Kampf kann er Sarms Sohn töten und mit einigen Kriegern entkommen. Die meisten Bewohner wurden getötet oder versklavt und der Heimatstein, der Geist der Stadt, wurde entwendet. Gemeinsam machen sich die letzten Überlebenden auf den Weg in Sarms Festung. Doch der Weg ist lang und gefährlich, Räuber und Sklavenhändler treiben ihr Unwesen.

Der Film Gor bietet genug Platz für die typischen Klischees und nutzt sie auch gekonnt aus. Eine Böse Armee macht ein Dorf nieder, ein weiser Mann redet von einem Auserwählten und was auch typisch ist: eine komische Synchronisation und manchmal schwer nachvollziehbare Dialoge. Doch auch mit diesen Klischees kann Gor sehr gut unterhalten, was einem besonders auffällt ist die Atmosphäre die der Film dem Zuschauer unterbreitet, dies kommt vor allem durch die aufwendigen Sets und Kostüme zustande. Zwar sind die Frauen auch hier in diesem Film leicht bekleidet, aber so was ist ja schon fast normal und alltäglich geworden.

Für Gor wurden auch ein paar bekannte Gesichter und Namen engagiert, eine Frau fällt einem besonders positiv auf, die Rede ist von Rebecca Ferratti, sie kennt man auch aus „Beverly Hills Cop II“ und „Drei Amigos“, und nicht zu vergessen aus der Fortsetzung von Gor mit dem Titel „Der Geächtete von Gor“.

Rebecca Ferratti

In weiteren Rollen sind Oliver Reed und Jack Palance zu bewundern. Alle Darsteller liefern eine gute und glaubwürdige Leistung ab, keiner fällt besonders negativ auf. Dem Zuschauer wird in Gor auch viel Abwechslung geboten, sei es ein paar Schwertkämpfe, ein Training zum Kämpfer und nicht zu vergessen Frauencatchen in leichter Kleidung!

Die Dialoge sind manchmal schwer zu verstehen und ziehen den Film etwas in die Länge und strapazieren so etwas die Ausdauer des Zuschauers. Auch wenn die Story etwas simpel daherkommt, kann sie einen sehr gut unterhalten, bis auf die paar Schwächen bei den Dialogen. Gleich zu Beginn hört man orchestrale Musikstücke, sie passen stimmig zum Setting des Streifens, doch im späteren Verlauf von Gor werden sie durch unpassende Synthesizerklängen abgelöst und bringen die Stimmung etwas durcheinander.

Der erotische Part in Gor wurde aus meiner Sicht etwas vernachlässigt und kam zu kurz, das die Frauen in kurzen Kleidern, oder man kann auch sagen in Bikinis durchs Bild rennen und wackeln, ist noch lange kein Indiz für Erotik im Film. Die Gewaltdarstellung ist ebenfalls sehr kurz geraten und wird nur angedeutet, wer Blut sehen möchte, der kann bei diesem Film sehr lange suchen und wird kaum was finden. Wer auf harte brutale Fights steht, wo Köpfe rollen und Blutfontänen spritzen, der wird hier etwas enttäuscht sein. Doch im Großen und Ganzen kann Gor gut überzeugen und sich aus der Masse der Sandalenfilme, so wie viele solche Streifen nennen, etwas hervorheben. Der Streifen war so erfolgreich das es zwei Jahre später noch eine Fortsetzung gab.

Gor ist nur auf VHS in Deutschland erschienen, und hat eine Freigabe von 16 bekommen und ist gekürzt, daher sucht man wohl auch das Blut vergeblich! Gor macht Spaß und kann mit seinen Wüstensets und Kostümen überzeugen und Fans von solchen Filmen begeistern. Andere dürften sich schon nach kurzer Zeit fragen: Was ist das? Hier und da ein paar kleine Macken und Schwächen, über die man als Filmfan aber getrost hinwegsehen kann und sollte.

Ich gebe Gor 8 / 10 Frauenkämpfe

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