Review: Heisse Hölle L.A. (1986)

Nach 30 Jahren Ehe lassen sich Daryls (Anthony Michael Hall) Eltern scheiden. Der 18jährige soll zu seinem älteren Bruder nach Los Angeles ziehen. Doch auf dem Flughafen erwischt Daryl die falsche Reisetasche. Statt Zahnbürste und Pyjama schleppt er Heroin im Millionenwert mit sich herum. Am nächsten Morgen liegen sein Bruder und seine Schwägerin tot im Bett. Erschossen. Daryl gerät unter Mordverdacht. Mit Hilfe der Kellnerin Dizz (Jenny Wright) macht er sich auf die Jagd nach den Tätern.
Die Jäger sind gleichzeitig Gejagte. Nicht nur die Cops, sondern auch die Drogenmafia ist hinter ihnen her. Daryl färbt sich die Haare schwarz, setzt seine verspiegelte Sonnenbrille auf und rast im pinkfarbenen Cabrio von einem blutigen Rendezvous zum nächsten. Der Junge vom Land wird zum gnadenlosen City-Hai.

Heisse Hölle L.A. ist der zweite und auch zugleich der letzte Film vom Regisseur Richard Tuggle. Der Film entstand im Jahr 1986, zwei Jahre zuvor drehte Tuggle den Film „Der Wolf hetzt die Meute“ mit Clint Eastwood, wofür er auch das Drehbuch schrieb, wie auch für den bekannten Film „Flucht von Alcatraz“ ebenfalls mit Eastwood in der Hauptrolle. Heisse Hölle L.A. ist eine Mischung aus Action, Krimi und Thriller, im Film herrscht eine gesunde Mischung dieses Genres. Für die Hauptrollen wurden zwei bekannte Gesichter engagiert, die Rede ist von Anthony Michael Hall und Jenny Wright, beide hat man zuvor und später in weiteren Filmen zu sehen bekommen, teils bekannte und auch unbekannte Streifen aus den 80er und 90er Jahren. Hall dürften die meisten aus dem Film „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“ kennen, man erinnere sich an die BH – Szene auf dem Kopf zurück, aber auch in Filmen wie „Die schrillen vier auf Achse“ von 1983 und „Breakfast Club – Der Frühstücksclub“ aus dem Jahr 1985 wirkte er als Schauspieler mit. Die Schauspielerin Wright kann nicht mit einer fast endlos wirkenden Filmliste aufwerten, aber auch sie hat in Filmen wie „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ von 1987 und „Twister“ von 1988 (nicht zu verwechseln mit „Twister“ von 1996) mitgespielt.

Daryl, ein junger Mann vom Lande, aus Iowa, soll nach der Trennung seiner Eltern, die Farm verlassen und zu seinem älteren Bruder nach Los Angeles ziehen. Doch bereits am Flughafen kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung. Er greift auf dem Kofferband nach der falschen Tasche, und statt seiner Privatsachen, erwischte er eine Sporttasche voller Drogen. Doch diesen Fehler bemerkt er erst am nächsten Morgen im Haus seines Bruders. Als er seinem Bruder von dem Missgeschick erzählen will, findet er die Freundin und seinen Bruder ermordet vor. Ein Nachbar der zur Hilfe eilt wird durch einen Clinch im Affekt von Daryl erschossen. Er macht sich auf die Flucht, die Polizei denkt er sei der Mörder und verfolgt ihn. Er erinnert sich an das Mädchen aus dem Flugzeug und bittet sie um Hilfe, da er sonst niemanden in Los Angeles kennt. Als ein Treffen mit der Polizei misslingt, beschließen beide auf eigene Faust den wahren Mörder zu finden.

Heisse Hölle L.A. wirkt teils wie ein Teenie – Streifen, die 80er Fans werden voll auf ihre Kosten kommen, sei es die Frisuren, die Klamotten und vor allem die Musik, wobei hier vor allem sehr bekannte Musikkünstler ihre Werke zur Verfügung stellten. Das Erzähltempo im Film ist recht flott und abwechslungsreich inszeniert worden, sei es durch Verfolgungsjagden, kleinen Liebeleien zwischen den Hauptrollen oder auch der Flucht vor den wahren Mördern und Drogenbesitzern. Actiontechnisch hält sich Heisse Hölle L.A. etwas bedeckt, zwar ist der Film wohl als gnadenlose Hetzjagd ausgelegt, verpufft aber manchmal dieses Tempo ins Leere und wirkt etwas zu brav und bieder. Ein paar Szenen lassen das Actionherz höher schlagen, aber sie sind deutlich zu gering, ein wenig mehr Abwechslung an Schauplätzen und Action hätte hier gutes getan.

Doch ein guter unterhaltsamer B – Movie Streifen ist Heisse Hölle L.A. allemal geworden. Schauspielerisch gibt es kaum was zu bemängeln, das sozusagen ein Landei nicht zum Rambo mutiert, ist gut überlegt worden und auch inszeniert worden. Auch die Rolle der Schauspielerin / Kellnerin an Daryls Seite wirkt real und überzeugend. Die Spannungskurve wird nicht allzu sehr angezogen, weiß aber dennoch zu überzeugen, große Wendungen und Überraschungen sollte man nicht erwarten, schon nach wenigen Minuten bekommt der Zuschauer mitgeteilt, wer auf wessen Seite steht und wer so alles in der Geschichte sein Tragen hat.

Über ein paar kleine Logikfehler im Skript kann der Zuschauer getrost hinwegsehen, die sind nicht Teil der Geschichte und dienen auch nicht der Auflösung des Rätsels bei der Suche nach dem Mörder oder dem Besitzer der Drogen.

Heisse Hölle L.A. gibt es leider bis dato nur auf VHS, in zwei verschiedenen Auflagen. Beide Versionen haben eine Freigabe von 18 bekommen, die sie aber in keinster Weise rechtfertigen, eine 16er Freigabe hätte hier wohl vollkommen ausgereicht. Beide Auflagen sind vom Label „RCA Columbia“, eine Kauf und eine Verleihversion, die Verleihversion hat ein aufgeklebtes Prägecover, und die Kassette hat eine rote Klappe. Die Kaufversion ist eine Standardhülle und schwarze Kassette, beide Versionen sind identisch vom Schnitt, ob Heisse Hölle L.A. geschnitten wurde, ist leider nicht bekannt.

Fazit: Für B – Movies Fans und Fans der 80er Jahre was Musik, Haare, Klamotten und mehr ein Pflichtfilm. Heisse Hölle bietet gute Unterhaltung mit einem Wiedersehenswert. Eine gesunde Mischung von Action, Krimi und Thriller in einem Film.

Ich gebe Heisse Hölle L.A. 9 / 10 Sporttaschen