Joey (1985)

Nachdem sein Vater gestorben ist, entwickelt der kleine Joey plötzlich telekinetische Kräfte. Auch sein Vater scheint sich aus dem Jenseits zu melden, mittels eines roten Spielzugtelefons. Doch in Wirklichkeit arbeitet hier ein böser Geist gegen den Jungen, der in einer Bauchrednerpuppe wohnt, die Joey in einem verlassenen Nachbarhaus gefunden hat. Ohne den Grund zu wissen, verwandelt sich Joeys Heim plötzlich in ein übernatürliches Tollhaus…

Herzlich willkommen zur neuen Rubrik

FILME, DIE KEINEN SINN ERGEBEN, DIE WIR ABER TROTZDEM GERN HABEN UND ALLE PAAR JAHRE IMMER WIEDER ANSCHAUEN, DAMIT MAN DARÜBER SINNLOSE REZENSIONEN SCHREIBEN KANN

oder so. ^^

Denn genau so ist Roland Emmerichs zweiter abendfüllender Spielfilm aus dem Jahr 1985. Er erfüllt keinen Sinn und Zweck, ist aber schön anzuschauen, denn in Joey wird viel gezeigt, aber wenig erklärt. Und genau das macht es schwierig, Joey „vernünftig“ und „objektiv“ zu rezensieren, denn ich habe keinen Bock darauf, einen reinen Verriss zu schreiben. Das hat der Film nicht verdient. :)

Roland Emmerich klaut für seinen Film Joey bei solchen Filmen, die zum damaligen Zeitpunkt recht aktuell waren und schon einen hohen Maßstab erreicht haben. So gibt es Anspielungen auf „Poltergeist“, „E.T.“ und auch ein bisschen Star Wars. (Naja, zumindest fliegt Star Wars-Spielzeug durch die Luft, is’ doch was, oder? ^^) Man könnte ihn sogar mit den „Goonies“ vergleichen, aber der entstand zur gleichen Zeit wie Joey. Also kann man hier Ideenklau sehr wahrscheinlich ausschließen.

Das Schlimme ist, dass mir das gefällt. Auch heute noch, nach über 25 Jahren, als ich den Film zum ersten Mal sah – damals noch im Fernsehen. Mir ist zwar bei der letzten, aktuellen Sichtung nicht ganz klar geworden, um was es in Joey ging, aber ich hatte Spaß. Und das ist doch die Hauptsache, oder? Vielleicht muss ich wieder 12 Jahre jung sein, um ihn zu verstehen. ^^ Ob andere an diesen äußerst seltsam anmutenden Film Spaß haben können, weiß ich natürlich nicht, aber ich hoffe es. Vielleicht gibt es ja tatsächlich noch jemanden da draußen, der ein Fan des „Spielbergle aus Sindelfingen“ ist und von Joey noch nichts gehört hat. Dem sei dieser Film vom ganzen Herzen empfohlen. Aber derjenige oder diejenige sollte keine hohen Erwartungen haben, denn dieser Film stammt aus einer anderen Zeit, wo Spezialeffekte noch echte Handarbeit waren, und keine Computertricksereien. :)

Roland Emmerich siedelt seine Geschichte in Virginia, USA an. Das liegt sicherlich daran, weil Roland Emmerich mal als Austauschschüler eine zeitlang dort gelebt hat. Dennoch wurde der Film in Deutschland gedreht, jedoch auf englisch, weil die meisten Darsteller aus Amerika stammten oder Kinder amerikanischer Soldaten waren, die zu dieser Zeit in Deutschland stationiert waren. Gedreht wurde in Döffingen, Sindelfingen und Stuttgart, aber auch in Newport, Virginia, USA. Dort entstanden aber nur Außenaufnahmen ohne Darsteller.

Joey-Darsteller Joshua Morell war zehn Jahre alt, als der Film gedreht wurde und lebt heute in Utah, USA und hat sich den Mormonen angeschlossen. Er hat in keinen weiteren Film mehr mitgespielt.

Mitproduziert wurde Joey vom ZDF. Und nur das ZDF hat sich mal getraut, diesen Film an einem Sonntag Vormittag vollkommen ungeschnitten zu zeigen. Das ist bei den heutigen Jugendschutzbedingungen, die fürs deutsche Fernsehen gelten, nicht mehr möglich, denn der Film ist auch heute noch ab 12 Jahren freigegeben. Und das wird sich wohl auch nicht ändern, sind einige Szenen doch etwas zu „gruselig“ für jüngere Kinder. Aber damals war so was noch möglich und keinen hat’s gestört. Tja, früher war halt doch alles besser. Irgendwie. ^^

Einen (persönlichen) negativen Punkt möchte noch einfügen: Die Musik, die man in Joey beinahe ununterbrochen hört. Die wurde von Hubert Bartholomae komponiert und arrangiert, und besteht zum größten Teil nur aus synthetischen Pre-Sounds. Da hat selbst die Kult-Combo Kraftwerk zehn Jahre zuvor bessere Spezialsounds für ihre avantgardistische Musik entwickelt. Aber vielleicht sollten diese einfach klingenden Sounds dazu dienen, den ganzen Film kindlich aussehen und klingen zu lassen. Passen tut es schon, aber mich hat es an vielen Stellen genervt. Hubert Bartholomae war auch für die visuellen Effekte in Joey verantwortlich und hatte die selben Aufgaben in Roland Emmerichs ersten Spielfilm „Das Arche-Noah-Prinzip“ aus dem Jahr 1983 und im 1987 entstandenen Film „Hollywood Monster“ übernommen.

Joey gibt es als VHS, DVD (von Kinowelt und Universum Film) und BluRay. Zu empfehlen ist die BluRay, die hat ein recht knackiges Bild für so einen alten Film, nur bei diversen Trickaufnahmen wird das Bild etwas grobkörnig. Hin und wieder wird er auch im Fernsehen gezeigt; früher vielleicht öfter als heutzutage.

Fazit: Kindheitserinnerung. *schnief* Muss reichen. ^^

Ich gebe Joey trotz allem eine Handvoll Sterne (das wären quasi 10 Sterne nach der alten Bewertung. ^^)