Kleine Teufel (1974)

Bei einem Minibusunglück auf verschneiter Landstraße sterben sowohl Fahrer wie Beifahrer, nur fünf Kinder überleben und machen sich auf die Suche nach Hilfe. Das nächstgelegene Haus ist das des wohlhabenden Papa Doc (Gene Evans), der dort mit seiner Frau Lovely, einem befreundeten Pärchen sowie seiner Tochter Julie (Joan McCall) und ihrem Mann Rick logiert.
Als die Kinder das Haus erreichen, erscheinen sie den Bewohnern zwar leicht kurios, werden aber geradezu beiläufig aufgenommen. Das stellt sich als Fehler heraus, denn wären die Erwachsenen nicht so mit sich selbst beschäftigt, würden sie merken, daß die Kinder in eine geschlossene Anstalt überstellt werden sollten und ihre beabsichtigten Spielchen mörderische Folgen haben.

Kleine Teufel das sagen und denken wohl viele Erwachsene gegenüber Kindern wenn sie genervt sind oder tyrannisiert werden. Der Regisseur Sean MacGregor nahm sich dieser Thematik im filmischen an und drehte den Horrorfilm „Kleine Teufel“ im Jahr 1974. Die Laufbahn des Regisseur ist sehr kurz gewesen und der richtige Durchbruch mit einem Film blieb ihm auch verwehrt, zu seinen Werken zählen Filme wie „Irrsinn der Gewalt“ von 1973, „The Kill Machine“ von 1988 und sein letztes Werk war „A Mission to a kill“ aus dem Jahr 1992.

Das Horrorszenario Kinder war in den 70er Jahren noch unerfahren und nicht filmisch angenommen wurden, erst in den 80er durch die Filmreihe „Kinder des Zorns“ wurde diese Story erfolgreich an den Kinokassen aufgewertet. Die Unerfahrenheit merkt man Kleine Teufel auch leider sehr an, dieser Streifen besitzt eine Menge Logiklöcher und Lücken die selbst einem unerfahrenen Zuschauer auffallen dürften. Das fängt schon am Anfang des Films an, man nehme ein Busunglück wo alle Insassen ums Leben kommen aber aus keinem Körper dringt der rote Saft hervor, oder es herrschen Minusgrade draußen und die Kinder schaffen es ohne Winterkleidung unbeschadet einen langen Fußmarsch zu überstehen?!

Wenn man von der Logik absieht, so bemerkt man noch das die Story sehr flach gehalten wurde und nicht viel Zeit investiert wurde um einiges aufzuklären oder zumindest anzusprechen. So wird der Zuschauer ziemlich ins kalte Nass geworfen und weiß gar nicht wie im geschieht. Die nötige Tiefe der Charaktere wurde völlig außer Acht gelassen und somit wirken alle sehr plump und einfach und der Zuschauer entwickelt kaum Interesse ihnen gegenüber. Die Schauplätze im film beschränken sich auf die Natur und das Haus in den Bergen wo eine Gruppe Erwachsener Urlaub machen möchte, die Gruppe besteht aus einer alkoholkranken Frau, einem geistig zurück gebliebenen Mann, einem Angestellten der seinem Chef die Ohren zusabbelt um befördert zu werden und nicht zu vergessen die Kinder, die eher ausschauen als wenn Halloween wäre.

Die erste Halbe Stunde des Films ist sehr zäh und nagt sehr an der Geduld und Ausdauer des Zuschauers, hier passiert nicht sonderlich viel, und anstatt visuelle Effekte bei einem Mord einzusetzen wurde einfach die Szene in Zeitlupe abgespielt, und dann noch verdunkeln und unscharf drehen. Einfallsreich ist dies nicht gerade, und bewirkt eher das Gegenteil, man ist von dieser Szene sehr gelangweilt und desinteressiert. Die Ideen der Kinder wie sie die Gruppe der Erwachsenen dezimieren wollen, ist sehr interessant und abwechslungsreich in Szene gesetzt worden, doch auch hier übertrifft die Unlogik das Geschehen und trübt somit erneut das Gesamtbild des Horrorfilms.

Kleine Teufel ist verstörend, bricht oder besser gesagt brach zur damaligen Zeit einige Tabus und ist nicht sonderlich gut geschauspielert, dennoch haben viele Horrorfans auf eine DVD Veröffentlichung gewartet, die wurde nur durch ein Bootleg gestillt, seit 1987 ist dieser Film auf dem Index, und das obwohl der Härtegrad sehr gering ist, es fließt kaum Blut und die Gewalt geschieht eher im Off und das Szenario spielt sich eher im Kopf des Zuschauers ab als auf der Mattscheibe.

Den Film Kleine Teufel gibt es auf VHS in Deutschland und hat eine Freigabe von 18 bekommen, die in meinen Augen total übertrieben daherkommt, eine Freigabe ab 16 hätte vollkommen ausgereicht und würde nach heutigen Standards wohl eine FSK 12 bekommen. Dieser Film ist nur was für eingefleischte Fans solcher absurden Streifen, wer die Anfänge des Kinderhorrors erleben möchte, der ist bei diesem Film gut beraten und sollte sich ihn besorgen.

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