Long Weekend (1977)

Als ein australisches Vorstadtpärchen mal wieder in der Natur Urlaub machen will, suchen sie sich eine abgelegene Stelle an der Küste aus. Doch die Idylle trügt, denn die Natur ist gar nicht gut auf die beiden zu sprechen. Die Atmosphäre ist feindlich, ein Waschbär reagiert ungewohnt aggressiv auf die beiden, ihr Essen verfault, eine friedliche Seekuh, die versehentlich harpuniert wurde, taucht als hartnäckiger Kadaver immer wieder auf. Die beiden geraten immer mehr unter psychischen Druck und fangen an zu streiten. Während einer Nacht eskaliert die Situation.

Wer möchte nicht mal gerne ein verlängertes Wochenende genießen? Und wenn man in Australien wohnt kann man sich noch die tolle Landschaft anschauen, der Strand, die Wildnis und vieles mehr bietet dieser Kontinent. Aber auch vielerlei Gefahren, die Tierwelt im Outback ist oft mehr als nur freundlich zum Menschen, aber sie muss sich auch in dieser rauen Umgebung behaupten und durchbeißen. Somit verwundert es nicht das ein Regisseur und Drehbuchautor einen Horrorfilm in dieses Reich verlegt, es muss ja nicht immer ein Serienkiller sein der sein Unwesen treibt. Regisseur Colin Eggleston drehte 1977 den Film Long Weekend. Zu seinen weiteren Werken kamen noch Filme wie „Dakota Harris“ von 1986 und „Cassandra“ ebenfalls von 1986 dazu.

Im Prinzip ist Long Weekend einfach gestrickt, ein junges verliebtes Pärchen möchte zusammen ein verlängertes Wochenende machen, raus aus der Großstadt und in die freie Natur. Doch nicht nur die Bewohner der ländlichen Gemeinde bereiten dem Pärchen ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, auch die Natur ist unberechenbar und hat ihre Tücken und Macken. Das dieser geplante Trip auch ganz anders als geplant verlaufen kann, wird das Paar noch am eigenen Leibe spüren und erleben. Dass die Story recht einfach ist, bedeutet nicht dass der Streifen pure Langeweile ist, denn es kommt darauf an was man aus wenigen Mittel für ein Endprodukt liefern kann.

Man kann gewissermaßen auch Long Weekend ein wenig mit dem Streifen „Blair Witch Projekt“ vergleichen, zwar wurde hier keine Wackelkamera eingesetzt, aber die atmosphärische Darstellung befindet sich gut auf demselben Level und kann den Zuschauer fesseln. Und noch eine Übereinstimmigkeit, man benötigt nicht viele Darsteller um die Story dem Zuschauer schmackhaft zu machen! Für die Rollen des Pärchens wurden John Hargreaves und Briony Behets verpflichtet, die beide im Film ihr volles Talent der Ausdruckstärke zum besten geben und den Film wunderbar tragen, von Anfang bis Ende des Streifens sind sie auf einem guten Stand und zeigen dem Zuschauer was ein Paar so alles auf die Beine stellen kann.

Hargreaves spielte unter anderem auch im Film „Dakota Harris“ mit, dazu kamen noch andere Produktionen wie „Mad Dog – Der Rebell“ von 1976 und „Special Air Patrol 22“ aus dem Jahr 1979. An seiner Seite war Behets, auch sie ist in diversen anderen Streifen in der Besetzungsliste aufgetaucht, zu ihren weiteren Filmen gesellen sich Titel wie „Nightmare on the Street“ von 1980, „Skin Deep“ (nicht verwechseln mit Skin Deep – Männer haben es auch nicht leicht) von 1983 und „Cassandra“! Wenn man sich gegenüber der Natur rücksichtslos verhält, dann dauert es nicht lange und sie schlägt auf ihre Art und Weise zurück und nimmt Rache, das dies nicht mit dem Holzhammer vonstatten geht, ist klar, aber diese schleichenden Momente der Rache ist ja das unheimliche und diese spannenden Momente gibt es zuhauf im Film. Sie verhelfen zu einem komischen Gefühl im Bauch und regen auch zum Denken an, das man mit der Natur etwas vorsichtiger sein sollte.

Long Weekend ist Psychohorror pur, nichts ist schrecklicher wie die Realität, dies trifft vollkommen auf diesen Film zu. Die Schlinge um den Hals der beiden Darsteller ist schon eng genug, und wann schnürt sie sich komplett zu? Diese Frage bleibt dem Zuschauer nicht lange verwehrt und man begleitet die beiden klasse Darsteller auf ihren Leidensweg und den Psychostress. Der Spannungsaufbau und die Atmosphäre bauen sich konstant und langsam auf und halten sich bis zum Abspann. Somit wird der Zuschauer vollkommen an den Bildschirm gefesselt. Die düstere und beklemmende Atmosphäre trotz der freien Natur und ihre Weiten verhelfen dem Streifen zu einem guten Unterhaltungswert!

Long Weekend gibt es in Deutschland auf VHS und DVD, und beide Versionen haben eine Freigabe von 16 und sind vollkommen ungeschnitten. Wer auf Psychohorror von Mutter Natur erleben möchte, sollte sich diesen Streifen mal zu Gemüte führen, am besten vorm nächsten Campingurlaub!

Hier der Link zur Kritik vom Remake von 2008

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