Morbidia – Der Tod ist erst der Anfang (1992)

Während Inspektor Lui seine schwangere Frau ins Krankenhaus fährt, überfällt ein Gangstertrio einen Juwelierladen und flüchtet anschließend in eine Bauruine. Am Tatort eingetroffen, erschießt Lui den jüngeren Bruder und die Schwester des Bandenchefs, wofür dieser ihm grausame Rache schwört. Als Lui ins Krankenhaus zurückkehrt hat seine Frau Zwillinge geboren. Die Beiden tragen Male mitten auf der Stirn und für einen Moment blicken sie Lui mit den Fratzen der beiden getöteten Gangster an. Der Verdacht, daß es sich bei den Kindern um die Reinkarnation der getöteten Gangster handelt, wird für Lui bald zur grausamen Gewissheit.

Morbidia – Der Tod ist erst der Anfang ist ein Action – Horror Film aus dem Jahre 1992 aus dem schönen fernen Osten. Der Film ist unter der Regiearbeit von Tony Leung Siu-Hung entstanden, zu seinen weiteren Werken die hier in Europa bekannt sein dürften zählen Titel wie: „Karate Tiger 9“ von 1995 und „Iron Angels“ aus dem Jahr 1987. Bei Morbidia kann man meines Erachtens ruhig die Behauptung aufstellen, das man sich bei den Filmen „Das Schweigen der Lämmer“ und „Das Omen“ ein wenig bedient hatte, dies diente dazu um Action mit Horror Elementen zu vermischen und auf die Leinwand zu bringen.

Aber auch vor der Kamera ist das ein oder andere bekannte Gesicht zu entdecken, in der Hauptrolle des Polizisten dessen Kinder seit der Geburt ein komisches Leben führen agierte Ray Lui, ihn kennt man aus vielen Filmen die es bis Europa geschafft haben, „End of the Road“ von 1993, „Hunting List“ von 1994 sind nur einige seiner Filme in seiner langen bis heute anhaltenden Filmlaufbahn. Die anderen Schauspieler an seiner Seite dürften manche kennen, obwohl deren meisten Filme es kaum bis nach Europa geschafft haben. Man kennt sie aus einigen Nebenrollen aus westlichen Produktionen.

Die Story in Morbidia ist sehr abwechslungsreich, die schon zu Beginn dem Zuschauer zeigt wo es langgeht. Morbidia fängt gleich mit einem kleinen Massaker an, was schon eine gewisse Härte präsentiert, es fließt schon einiges an Kunstblut und viel Blei in der Luft verteilt wird. Doch dann beginnt erst so richtig die Hauptgeschichte, der Zuschauer erfährt dann so einiges über die einzelnen Charaktere und deren Geschichte. Es wird sich ein wenig Zeit genommen den Rollen ein wenig Tiefe zu geben. Die Geschichte und das älter werden der Kinder ist sehr interessant dargestellt und nimmt einen großen Teil der Filmdauer in Anspruch. Man bekommt auch hier und da ein paar Schlüsselszenen mitgegeben, die für den weiteren Verlauf der Story in Morbidia nötig sind.

Jedoch gibt es auch dort ein kleines Manko, manche Dinge wiederholen sich einfach zu oft, und dies weckt beim Zuschauer Langeweile und Desinteresse, dieses zieht den Gesamteindruck etwas nach unten, das Tempo in Morbidia wird somit auf eine sehr langsame Stufe runtergeschraubt, schade. Zum Ende des Film Morbidia wird das Tempo wieder angezogen und es wird actionlastiger, doch auch leider etwas zu kitschig in meinen Augen, aber in Asien ist im Film alles möglich, man kennt dieses Verfahren schon aus anderen Streifen aus dem Land der untergehenden Sonne. Doch Morbidia nimmt sich im gewissen Sinne nicht selber ganz ernst, was einiges wieder entschuldigen könnte.

Der Unterhaltungswert ist auf einem gesunden Level, und die Story und Atmosphäre stimmen, auch wenn manchmal die Spannungskurve etwas drunter leidet. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen, man kennt oft Verhunzungen diverser Filme mit Hilfe der Synchronisation. Die Stimmen passen eindeutig zu den jeweiligen Charakteren in Morbidia.

Den Film gibt es in Deutschland nur auf VHS und das von zwei Labels, einmal vom Label „VPS“ was in Deutschland um knappe 4 Minuten gekürzt erschienen ist und vom Label „Screen Power“ mit einer Freigabe von 18, die gerechtfertigt ist und dann noch Ungeschnitten! Vielleicht bringt ein deutsches Label den Film mal ungeschnitten auf DVD heraus, verdient hätte er es.

Fazit: Für Fans asiatischer Actionstreifen, ist dieser Film ein Pflichtfilm, für Neugierige mal eine willkommene Abwechslung.

Ich gebe dem Film Morbidia 8 / 10 Punkten