Point Blank – Over and Out

Point Blank – Over and Out gehört wohl eher zu den unbekannteren Filmen des B – Action Bereiches. Doch wieso tristet er sein unbekanntes Dasein? Liegt es am Film selbst? Ist der Regisseur schuld? Diese Fragen kann man beruhigt verneinen, Point Blank muss sich keineswegs unter den vielen B – Movies verstecken, er schwimmt sehr gut mit der Masse der Streifen mit, und dem Regisseur Matt Earl Beasley trifft auch keine Schuld, auch wenn dies sein erster Film war und er danach nur noch ausschließlich für Serien einzelne Episoden gedreht hatte.

In Point Blank geht es um eine Truppe von Verbrechern unter der Leitung von Joe Ray (Kevin Gage), zu der Gruppe gehören noch ein paar weitere Knastbrüder, die eigentlich nur durch unglückliche Umstände ins Gefängnis gekommen sind, außer Wallace (Danny Trejo) hat so einiges auf dem Kerbholz. Rudy Ray (Mickey Rourke)der Bruder von Joe, war früher als Texas Ranger im Dienst und hat sein Beruf aus familiären Gründen an den Nagel gehängt, mittlerweile arbeitet er als Söldner. Als er vom Ausbruch seines Bruders hört, macht er sich auf den Weg in das Einkaufszentrum wo die Gruppe sich verschanzt hat, um seinen Bruder aus der Misere zu befreien und ihm den Weg zur Freiheit zu geben. Angekommen am Einkaufszentrum schleicht er sich ins Gebäude und nimmt sich einen nach dem anderen vor. Unterdessen durchleben die Verbrecher so einiges aus ihrem Leben erneut und sie werden vor Entscheidungen die für sie wichtig sind gestellt. Kann Ray seinen Bruder aus der Notlage befreien?

Wenn man sich die Story so durchliest, könnte man denken es handelt sich um ein Rip – Off von Stirb langsam, dies bekommt man auch optisch in Point Blank ganz offen vermittelt. Vieles erinnert sehr doch an die erfolgreiche Action Filmreihe mit Bruce Willis. Schon das Outfit von Mickey Rourke ist sehr ähnlich, weißes dreckiges Oberhemd, aber anstatt Barfuss gegen die Widersacher zu kämpfen, hat er Stiefel an. Seine Frisur ist außerdem etwas ungewöhnlich im Film. Die Action in Point Blank kommt sehr gut rüber, nicht übertrieben und für einen B – Movie eine sehr gute dosierte Menge, aber etwas mehr wäre vielleicht noch besser gewesen?!

Viele Explosionen, Schusswechsel und harte Zweikämpfe fanden ihren festen Platz im Drehbuch und können den Zuschauer doch sehr gut unterhalten. Die Story geht schon am Anfang des Streifens in einem rasanten Tempo ans Werk, doch wird durch viele lange Dialoge sehr gebremst, auch wenn der Zuschauer in diesen Passagen so einiges über die einzelnen Charaktere und deren Leben in Erfahrung bringen kann, so hätte man dies gewiss auch etwas dezimieren können, denn in einem Action B – Movie geht es um Geballer, Explosionen, harte Fights und nicht um tiefe Gefühle. Dramatik hat hier nichts zu suchen und kommt zu schnulzig rüber. Dies wirkt sich leider etwas an dem Gesamtbild aus, auch ist die Soundwahl doch sehr misslungen, oder sagen wir mal gewöhnungsbedürftig. Im Sommer einen Weihnachtssong?

Im Großen und Ganzen bietet Point Blank einen guten Unterhaltungswert, Hirn aus und Action an, wenn man die langen Passagen der Dialoge überwunden hat, wird man wieder ausreichend mit Action vertröstet. Alle Schauspieler sind gut in ihren Rollen verkörpert worden, auch wenn manche vielleicht etwas überzeichnet und klischeehaft rüberkommen, so fällt kaum einer besonders negativ auf, und Danny Trejo ist in Point Blank in einer seiner Lieblingsrolle als Killer wieder mal ein Augenschmaus.

Point Blank gibt es auf VHS und DVD, und auf DVD mit einer 16er Freigabe und einer Spio / KJ Fassung, die 16er ist geschnitten und nicht nur Action wurde entfernt auch Teile vom Handlungsstrang fielen der Schere zum Opfer.

Fazit: Gutes B – Action Kino mit bekannten Schauspielern. Guter Unterhaltungswert trotz der negativen Aspekte. Hirn aus – Action an!

Schreibe einen Kommentar