Smoke – Raucher unter sich (1995)

Auggie Wren führt einen Tabakwarenladen. Schon seit Jahren spart er darauf, eine Ladung kubanische Zigarren für 5000 Dollar einzukaufen, um die dann an Gesetzeshüter gewinnbringend zu verkaufen. Sein Freund, der wegen eines persönlichen Schicksalschlages pausierende Schriftsteller Paul Benjamin, trifft auf der Straße den 17 jährigen Rashid, der seinen, vor zwölf Jahren verschwundenen Vater sucht. Sie alle verbindet das Rauchen und ihr Streben nach Familie.

 

Wie wäre es denn mal mit einem Drama? Viele dürfte diese Frage nun etwas zurückschrecken, aber der Film „Smoke – Raucher unter sich“ ist ein Drama was enorm leicht bekömmlich ist, den Film kann und sollte man in aller Ruhe genießen, die Raucher unter den Lesern dürften dieses Gefühl kennen wenn man genüsslich eine Zigarette raucht, dies soll jetzt keine Aufforderung zum Rauchen sein, denn das ist schlimm genug ( ich spreche aus Erfahrung).

Der Film Smoke entstand unter der Regieanweisung von Wayne Wang und Paul Auster, der auch das Drehbuch zu diesem Film verfasst hat. Beide waren auch am Sequel zusammen hinter der Kamera tätig, dazu aber später mehr. Die Story kommt entspannend und nachdenklich rüber und fesselt den Zuschauer auf eine ganz besondere Art und Weise, es muss nicht immer alles Hauruck über die Leinwand gehen, dazu tragen auch viele Namenhafte Schauspieler ihren Teil zu bei.

Da wäre zum einen Harvey Keitel, den die meisten wohl aus „Reservoir Dogs“ aus dem Jahr 1992 und „Bad Lieutenant“ von 1995 kennen dürften, aber auch viele andere Produktionen glänzen mit seiner Präsenz und seinem Talent für die verschiedensten Rollen und Charaktere. In weiteren Rollen sind William Hurt zu bewundern, in Smoke spielt er einen Schriftsteller der einsam und traurig in seinem Appartment lebt und versucht für die hiesige Zeitung Artikel zu verfassen. Hurt spielte auch in „Ich liebe Dich zu Tode“ von 1990 und „Michael“ aus dem Jahr 1996 an der Seite von John Travolta mit. Aber noch viele weitere Schauspieler sind im Film Smoke zu sehen, Forest Whitaker, Daniel Auster, Jared Harris und Michelle Hurst sind nur einige Namen die auf der Besetzungsliste zu lesen sind.

Der Film Smoke ist in Episoden aufgeteilt, der Zuschauer begleitet immer die Hauptperson der Episode, und die Episoden fügen sich Stück für Stück zusammen und viele Charaktere sind in diversen Abschnitten zu sehen und sind an der jeweiligen Geschichte beteiligt. Doch der Hauptdrehpunkt im Film Smoke ist der Tabakladen von Auggie (gespielt von Harvey Keitel), dort treffen sich verschiedene Charaktere. Die Story besitzt eigentlich keinen Roten Faden, es besteht zwar ein Grundgerüst aber dies ist nur ein Angelpunkt. Geschehnisse und Erlebnisse von Freunden und Familien werden dem Zuschauer auf nachdenkliche Weise näher gebracht, viele Schicksale überdauern Generationen und brauchen Jahre bis sie vielleicht von jemanden verarbeitet werden. Regisseur Wang und Autor Auster bringen uns so einen Jungen der seinen Vater sucht, ein Mann der seiner verstorbenen Frau nachtrauert, und wie jemand nach 18 Jahren plötzlich als Vater da steht.

Der Film Smoke regt manche Zuschauer zum nachdenken an, und bewirkt bei manchen vielleicht rein gar nichts, dennoch ist der Film ganz großes Kino und sollte mindestens einmal gesehen worden sein. Alle Darsteller bis in die Nebenrollen hinein liefern saubere und glaubwürdige Arbeit ab, und sind allesamt ein Genuss für Filmfreunde. Den Film gibt es auf VHS, DVD und BD und wird gelegentlich im Free TV ausgestrahlt.

Noch im selben Jahr, eigentlich direkt im Anschluss an Smoke entstand das Sequel mit dem Titel „Blue in the Face“ wieder waren Wang und Auster hinter der Kamera tätig, doch diesmal entstand der Film ohne Drehbuch, alles war improvisiert und waren aus Gedanken und freien Ideen der Darsteller gespielt, in dem Sequel hatten unter anderem Michael J. Fox, Madonna und Roseanne Barr Auftritte. Er bedient sich der gleichen Schauplätze und einiger Charaktere von Smoke, stellt aber keine Fortsetzung dar. Wayne Wang und Harvey Keitel erhielten für Smoke 1995 auf der Berlinale den Spezialpreis der Jury, den Silbernen Bären. Beim dänischen Robert-Filmfestival wurde der Film 1996 als bester ausländischer Film ausgezeichnet.