Review: Space Defender (1996)

2049: 200 Jahre nach dem kalifornischen Goldrausch macht sich ein neuer Rush breit. Eine riesige Stadt auf dem Mond – bevölkert von zwielichtigen Gestalten – stellt alles, was im Wilden Westen geschah in den Schatten. Drei Fremde – Crile Hager, der Minenarbeiter Ben Rutherford und der Weltraumpilot Sam Horton – finden die größte Mine aller Zeiten. Doch mit jedem Goldfund wächst ihre Angst vor einem Goldrausch im All. Besessen vom Gedanken an Macht und Reichtum beginnt ein Katz- und Mausspiel, das schließlich in Moon-City ein überraschendes Ende nimmt.

Das manche Drehbuchautoren zwei Genres miteinander vermischen ist nichts neues, aber was ein Regisseur dann später draus macht ist was anderes. Das Genre Western mit Science – Fiction zu vereinen ist nicht gerade einfach, und aus diesem Ausgangsmaterial was sinnvolles und vor allem unterhaltsames auf die Leinwand zu bringen, erfordert viel Feingefühl und Erfahrung im Filmgeschäft. Der Regisseur von Space Defender ist der Franzose Philippe Mora, wer die Filme „Mad Dog – Der Rebell“ von 1976 und „Die Brut des Adlers“ von 1984 kennt, weiß wer sich hinter diesen Namen verbirgt. Der Franzose hat schon des Öfteren mit dem Niederländer Rutger Hauer zusammen gearbeitet, wie auch in Space Defender.

Hauer mimt hier allerdings nicht gerade die sogenannte Hauptrolle, hat aber dennoch sehr viel Screentime zu bieten und überzeugt wiedermal mit seinem Können und Talent vor der Kamera. Ein Charakterdarsteller aus der guten alten Zeit, der bis dato immer noch aktiv vor der Kamera tätig ist.

Brion James

In weiteren Rollen sind ebenfalls zwei sehr bekannte Gesichter zu entdecken, da wären vor allem der Schauspieler Brion James, denn kennt man zu genüge aus unzähligen Filmen, meistens als Nebendarsteller aber dann auch oft in einprägsamen Rollen. Er wirkte in Blade Runner, Die letzten Amerikaner, Das 5.te Element und vielen weiteren Filmen mit. 1999 verstarb Brion an einem Herzinfarkt. An seiner Seite steht die Schauspielerin Joan Chen, auch sie ist kein unbeschriebenes Blatt in Hollywood, sie kann man noch in Filmen wie „Die Jugger – Kampf der Besten“ von 1989, „Der letzte Kaiser“ von 1987 und in „Judge Dredd“ von 1995 erleben.

Space Defender verlegt das Suchen nach Gold in den Weltraum und anstatt nach Gold wird nach Precious gesucht. Die Sets sind zwar wie so oft nur ehemalige Fabriken, aber wie soll man auch ohne zu wissen wie es ausschauen könnte Weltraumstationen darstellen. Die Story in Space Defender ist nichts Besonderes und man hat vieles schon dutzende Male in anderen Produktionen gesehen, aber dennoch hat der Film seine Reize. Der Spannungsaufbau ist etwas lahm und kommt nur selten richtig in Fahrt, doch dies liegt wohl auch am Drehbuch und das einige Geschehnisse der Story in Space Defender nicht sonderlich ausgearbeitet wurden, und manches nur angedeutet wird ohne darauf einzugehen. Um ein Beispiel zu nennen: Der Asteroid hat eine eigene

Joan Chen

Atmosphäre. Aber wieso hat er sie? Solche Ähnlichen Dinge häufen sich leider manchmal zu viel.

Aber die Schauspielerischen Leistungen aller Darsteller sind auf einem guten und hohen Level und können in ihren Rollen den Zuschauer überzeugen. Auch viele Sinnfreie Dialoge gibt es in Space Defender kaum. Optisch ist für SciFi Fans der Streifen ein Augenschmaus, denn auch die Special Effekte der Raumschiffe und Weltraumstationen sind nicht einfach und wirken auch nicht billig. Man hat in anderen Filmen schon weitaus schlechteres gesehen. Der Regisseur Mora ist ebenfalls in einer kleinen Rolle in Space Defender zu erblicken, er mimte den Händler Kosnikov.

Space Defender ist in Deutschland auf VHS und DVD erschienen, was bei der VHS Version kurios ist, auf der Hülle ist ein FSK 18 Aufdruck, und wenn die Kassette läuft wird einem ein FSK 16 Logo gezeigt. Dennoch ist Space Defender komplett ungeschnitten, denn die Gewaltdarstellung hält sich doch sehr bedeckt und geschieht eher im Hintergrund.

Für Rutger Hauer und SciFi Fans ist Space Defender ein guter Tipp. Zuschauer die mit Weltraum nichts anfangen können dürften sich sehr schnell langweilen. Netter unterhaltsamer B – Movie mit guter Besetzung und ansehnlicher Ausstattung!

Ich gebe Space Defender 7 / 10 Precious