The Punisher (1989)

Der Polizist Frank Castle (Dolph Lundgren) führt seit fünf Jahren einen blutigen Kampf gegen das moderne Verbrechen, vor allem aber gegen jene, die damals seine Frau und Kinder töteten. So wird der von der Presse nicht gekannte Mann nur als “Punisher” bezeichnet. Als die japanische Yakuza die örtliche Mafia ausbootet und die Kinder der Gangsterbosse als Geiseln nimmt, zwingt der Gangsterboss Franco (Jeroen Krabbé) den kinderlieben Punisher, bei einer Befreiungsaktion mitzumachen…

Tja, was soll man dazu sagen (oder schreiben ^^)? Vielleicht: „Ganz schön scheiße der Film, aber dennoch ein sehr unterhaltsamer Scheiß“. Zugegeben, keine gute Einleitung für eine Rezension zu einen Film, den ich irgendwie gut finde. Aber weil da eben dieses Wort „irgendwie“ mit drin ist, entschied ich mich, diesen Text so beginnen zu lassen. 

Noch vor dem neuen Jahrtausend hatte man den Mut dazu, sich an eine Verfilmung der Comicvorlage von The Punisher heranzuwagen, lange bevor man solche Filme mit größerem Eifer und mehr Geld realisierte. In dieser Version glänzt die 80er Jahre Actionikone Dolph Lungren in der Rolle des Frank Castle. Die Regie übernahm damals Mark Goldblatt, den man eher als Editor bei so einigen Hollywoodkrachern kennt. Zuvor drehte er den Midnight Movie „Dead Heat“ für das gleiche Studio. (Eine Rezension zu diesem äußerst amüsanten und gelungenen Film findet ihr hier bei retro-film.info. ;) ) Das Ergebnis ist eine Comicadaption, die sich vielleicht in ihrer Stumpfsinnigkeit an den Comics orientiert, aber ansonsten nicht viel mit der Marvel-Vorlage gemein hat.

Aber das ist – zumindest in meinen Augen – völlig egal! Denn was die Macher von The Punisher hier aufgezogen haben, ist 80er Jahre Actionkino in Reinkultur. Die dreckige und düstere Inszenierung, der Bodycount, der Rekorde brechen will und die rasante Action machen aus The Punisher einen Actionfilm, wie man ihn damals einfach drehen musste. Heute wie damals kann dieser Film für einen verdammt unterhaltsamen Filmabend sorgen, bei dem keine Langweile aufkommt. Dennoch ist die Story total bescheuert, hat jede Menge Logik- und Filmfehler, Kontinuität wird eher klein geschrieben und die Action variiert von fade bis hin zu überraschend gut und ist zum Teil extrem blutig.

Alle Akteure sind recht durchschnittlich, manchmal sogar richtig furchtbar! Mit Dolph Lungren, der hier dauerhaft mit grimmiger Mine zu sehen ist, dass es schmerzt, Louis Gossett Jr. (der Einzige, der sich hier wirklich anstrengt!) und Jeroen Krabbe, der auch irgendwie fehl am Platz wirkt, kennt man ihn doch eigentlich eher aus anspruchsvolleren Filmen wie „Zwei Welten“, hat The Punisher sogar noch ganz annehmbare Schauspieler mit im Gepäck. Die Geschichte, die erzählt wird, ist zwar so platt wie ‘ne Briefmarke, aber es war hier bestimmt auch nicht die Absicht der Filmemacher, eine hochwertige Comicverfilmung auf Zelluloid zu bannen. Die Dialoge sind herrlich stupide und offerieren ein paar schöne, dumme One-Liner, die kein Mensch ernst nehmen kann. Hinzu animieren die dominierende Action, die rücksichtslose 80er Jahre Gewaltdarstellung und andere unfassbare Szenen regelrecht zum abfeiern des Films. Die 89 Minuten gehen einigermaßen schnell vorbei, allerdings treten hin und wieder ein paar Längen auf und die „Der Punisher befreit entführte Kinder-Aktion“ ist so grotesk und blöde, dass unfreiwillige Lacher stark in den Vordergrund treten können. Aber irgendwas Gutes muss der „Held“ ja tun im Film, gell? Und immer nur böse Menschen erschießen ist ja auf die Dauer auch langweilig. ^^

Regisseur Mark Goldblatt hat mit seiner Version von The Punisher der Comicwelt zwar keinen Gefallen getan, aber das 80er Jahre Actionkino um einen kleinen Schatz reicher gemacht.

Und mehr kann man über diesen Film auch nicht schreiben. :)

In Deutschland ist The Punisher aufgrund der Rache-Thematik indiziert. Und das in allen Fassungen, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. (Reißerisch dargestellte Selbstjustiz wird hier in Doofland nicht gern gesehen ^^) Auch die geschnittene FSK 18 Fassung steht auf den Index, obwohl die in ihren Jugendschutzmaßnahmen vieles aus den Zugsamenhang reißt und die Schnitte auch dem durchschnittlichen Filmzuschauer auffallen sollten. Zumindest sind mir die Schnitte in der damaligen Videozeit, wo ich den Film zum ersten Mal sah (gaaaanz laaaange her!), aufgefallen. Von Koch-Media gibt es inzwischen eine HD-Version in der R-Rated und Unrated Fassung, die ungeprüft auf dem Markt kam.

The Punisher gibt es als VHS, DVD und BluRay, wobei alle deutschsprachigen VHS-Veröffentlichungen geschnitten sind, dasselbe gilt auch für die offiziellen DVD-Veröffentlichungen. Nur das Media-Book von Koch Media enthält die ungeschnittene Fassung und zusätzlich ein Workprint, was in meinen Augen sogar eine bessere Fassung ist als die Fassung, die dann veröffentlicht wurde. Hin und wieder sieht man ihn auch im Fernsehen, dass aber sehr selten und dann auch noch geschnitten.

Fazit: Hirn abschalten, dann kann man an diesem Film (vielleicht) Spaß haben. :D