Richard Kiel – Der beißerische Hulkchewbacca

Richard Kiel – Geboren am 13.09.1939 in Detroit Michigan, USA; Gestorben am 10.09.2014 in Fresno, Kalifornien, USA

Richard Dawson Kiel schuf mit der Figur des „Beißers“ in „James Bond 007 – Der Spion der mich liebte“ (1977) und James Bond 007 – Moonraker“ (1979) eine wahre Kultfigur des modernen Popkinos. Mit seinen 2,18 Metern war er nicht nur von außergewöhnlicher Statur. Durch diese enorme Größe war er stets ein Blickfang in Film und Fernsehen.

Kiel, dessen Großeltern aus dem schleswig-holsteinischen Kiel stammten, hatte die Hormonstörung Akromegalie. Diese Störung hat eine ausgeprägte Vergrößerung der äußeren Extremitäten zur Folge. Bereits mit 18 Jahren war Kiel über 2 Meter groß. Trotz seiner Größe hatte er Höhenangst. So musste er für einen Stunt in „Moonraker“  durch einen Stuntman ersetzt werden. Denn dieser Stunt wurde in 607 Metern Höhe vollzogen. Bevor er in Film und Fernsehen Karriere machte war er unter anderen als Rausschmeißer in Clubs, als Sargverkäufer und als Mathelehrer tätig.

In den 1950er Jahren entdeckte man ihn dann. In der TV-Serie „Laramie“ machte er in der Episode „State of Hate“ sein Debüt. Es folgten einige TV-Serien. So wirkte er als Alien Kalamit in der mittlerweile klassischen Episode „To Serve Man“ (1959) der TV-Serie „Twillight Zone“ mit. Als Assistent Voltaire in der TV-Serie „The Wild Wild West“ hinterließ er ebenfalls einen  bleibenden Eindruck. 1962 wirkte er mit im Horrorfilm „Eegah“. Auch in “der verrückte Professor” (1963) oder neben Elvis Presley in “König der heißen Rhytmen” (1964) war er zugegen.

Über die Jahre spielte er dann in solch unterschiedlichen TV-Serien mit wie in „Solo für O.N.K.E.L.“, „Starsky & Hutch“, „Simon & Simon“, „Gilligans Insel“oder „Ein Colt für alle Fälle“.

Als die Bond-Produzenten Kiel in der TV-Serie „Küste der Ganoven“ sahen (eine Mischung aus Western und Agentengeschichte mit William Shatner und Doug McClure in den Hauptrollen) engagierten sie ihn für den James Bond Film „Der Spion, der mich liebte“. Die Figur des „Beißers“ wurde so populär, dass Kiel diesen Charakter noch ein zweites Mal spielte in „Moonraker“. Als Gegenspieler von Roger Moore war er auf der Leinwand eine böse Präsenz. Im wahren Leben verband ihn mit Moore eine tiefe Freundschaft nach den Filmen, die bis zu seinen Tod anhielt. Eine ähnliche Figur spielte er übrigens bereits 1976 an der Seite von Gene Wilder und Richard Pryor in „Trans-Amerika-Express“. Die Rolle des Chewbaccas in „Krieg der Sterne“ (1977) wurde ihm gleichzeitig angeboten. Er lehnte aber zugunsten von Bond ab.

1978 sollte er die Hauptrolle spielen in der TV-Serie „Der unglaubliche Hulk“. Es wurden bereits über zwei Tage lang Szenen für die Pilotfolge mit ihm gedreht. Dann entschieden die Produzenten, dass Kiel nicht „kräftig“ genug aussah, sondern nur groß. Zudem war es für Kiel schwer die grünen Kontaktlinsen zu tragen. Da er nur auf einen Auge richtig sehen konnte, war es für ihn schwierig diese zu tragen. Auch das Auftragen des grünen Make-Ups bereitete ihn Probleme. Er wurde ersetzt durch Lou Ferrigno und alle Szenen wurden neu gedreht. Mit Ausnahme einer Szene, in der Kiel beim Retten eines Mädchens vorm Ertrinken zu sehen war.

Kiel war dann in solche Filme zu sehen wie „Auf dem Highway ist wieder die Hölle los“ (1983), „Mad Mission 3“ (1984) „Pale Rider“ (1985), „Inspektor Gadget“ (1999)  oder „Happy Gilmore“ (1996).

1992 war Kiel in einen Autounfall verwickelt. Er wurde schwer am Kopf verletzt. Dies hatte zur Folge, dass sein Gleichgewichtssinn eingeschränkt wurde und er nur noch mit Gehhilfe oder einen Rollstuhl sich fortbewegen konnte (in „Happy Gilmore“ zum Beispiel gibt es keine Szene wo er geht. Lediglich stehend oder aufstützend war er zusehen).

Kiel war 40 Jahre lang verheiratet und hat 4 Kinder und 9 Enkel. Er selbst sagt von sich er sei wiedergeborener Christ gewesen und diese dies hätte ihn von seiner Alkoholsucht befreit. Er besaß eine Filmproduktionsfirma und trat als „Big Foot“ in einer Dokumentation von National Geographic auf.