Roadflower – Eine tödliche Begegnung (1994)

Auf den amerikanischen einsamen Highways die sich oft hunderte an Milen durch die Wüste ziehen, treiben sich oft kuriose Gestalten rum. Sei es Rocker die als Zombies wieder auftauchen, oder auch was sehr beliebt ist, Psychopathen! Man kennt es aus „The Hitcher“ oder auch „Kalifornia“. Abgedreht, wirr, konfus mit einem Hang zur Gewalt. Psychoterror ist nicht nur bei den Filmemachern sehr beliebt, auch die Zuschauer verfallen gerne dem Genre.

Regisseur Deran Sarafian nahm sich dieser Thematik 1994 ebenfalls an und drehte ein schnörkelloses RoadMovie mit allerlei Zutaten an Dramatik, Action und Thrillfaktoren – dazu gabs noch als Würze obendrauf eine gut bestückte Castliste und fertig war „Roadflower Eine Tödliche Begegnung“.

Sarafian ist kein unbekannter und kein Neuling im Filmgeschäft, schon 1990 arbeitete er mit Jean-Claude van Damme in „Mit stählernder Faust“ zusammen, zwei Jahre zuvor drehte er „Tödliche Lippen“, aber das Jahr 1994 war sein bestes Jahr, drei Filme innerhalb eines Jahres abgedreht, den „Roadflower“, „Gunmen“ und „Tödliche Geschwindigkeit“. In den späteren Jahren widmete sich Sarafian eher den TV Serien, und drehte einzelne Episoden zahlreicher TV Serien.

Für die vielseitigen Rollen / Charaktere in „Roadflower“ wurden zahlreiche bekannte und auch noch junge, unverbrauchte Schauspieler gecastet und engagiert. Allen voran für die Hauptrolle des Rächers wurde Christopher Lambert verpflichtet, der allseits bekannte Highlander diesmal ohne Schwert aber mit viel Rachegelüste an einer Psychogruppe die ihr Unwesen auf den einsamen Highways treibt und unschuldige Menschen tyrannisiert. An seiner Seite tauchen Namen wie Josh Brolin, Michelle Forbes, Graig Sheffer, David Arquette, Joseph Gordon Levitt und Michael Greene um nur ein paar aus der langen Liste aufzuführen.

Roadflower“ ist ein waschechtes Roadmovie, gespickt mit Action, Gewalt aber auch Gefühlen, ohne jedoch zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Sarafian konzentriert sich im Film auf das Wesentliche und vergeudet keine Zeit für Charaktervorstellungen. Das Szenario der weiten Wüste unterstreicht sehr gut das Gefühl der Einsamkeit und Ausweglosigkeit. In der Gruppe auf die Lambert trifft, hat jeder so seine Macke mit der er sich durchs Leben kämpft, doch der Anführer ist der wahre Psychopath der so einiges auf dem Kerbholz hat. In „Roadflower“ geht es kompromißlos zu, hier wird vor Sheriffs, Deputys oder auch normalen Mitbürgern kein Halt gemacht, wenn sie sterben sollen, dann wird das Urteil mit der Waffe einfach ausgesprochen und ausgeführt. Die Story von „Roadflower“ folgt gradlinig ihren Verlauf und bietet keine sonderlichen Überraschungen oder Wendungen. Es zeigt eindrucksvoll wie ein Mann sich über das Gesetz hinwegsetzt um selbst die Zügel in die Hand zu nehmen – Selbstjustiz ist ein beliebtes Schmuckstück für Thriller. Der Film legt ein sattes Tempo vor, und lässt dem Zuschauer kaum Zeit sich zu erholen, die Action ist realistisch, Unfälle sauber inszeniert ohne irgendwelche Übertreibungen zu bestreiten. Hier wurde auch auf oft unrealistische Martial Arts Einlagen komplett verzichtet. Der Spannungsaufbau ist Sarafian sehr gut gelungen, dezent wird die Kurve angehoben und auf einem guten Level gehalten – der Zuschauer erwartet das erlösende Finale und wird auch mit einem guten belohnt.

Dennoch sollte man „Roadflower“ nicht auf der Stufe mit „The Hitcher“ setzen, es haben sich ein paar kleine Logikfehler in den Plot eingeschlichen, die aber aufgrund des Spannungsaufbaus und dem Unterhaltungswert nicht sonderlich auffallen. Doch etwas mehr Charakteraufbau und Tiefe hätten dem Film sicherlich gut getan. Aber an den schauspielerischen Leistungen aller Akteure kann und sollte man nichts ausetzen.

Doch leider gibt es noch einen Haken am Film – es gibt ihn bis heute nur auf VHS, und er ist seit dem 29.04.1995 auf dem Index und wurde auch leicht gekürzt, aber die Gewalt wurde unverändert im Film belassen, lediglich ein paar Handlungsszenen sind der Schere zum Opfer gefallen.

Roadflower“ ist ein tempo- facettenreicher Thrillerbeitrag mit Roadmovie Anleihen, gute Cast Liste und schauspielerischen Leistungen aller Akteure im Film.