Robinson Crusoe auf dem Mars (1964)

Commander Draper und ein Äffchen haben als einziges die Katastrophe, die das Forschungsraumschiff, das den Mars mit einem weiteren Astronauten aus einer Umlaufbahn kartografierte, überlebt und sind nun auf dem roten Nachbarplaneten der Erde gestrandet. Die Situation scheint hoffnungslos, denn der Sauerstoff neigt sich dem Ende zu und Hilfe von der Erde ist nicht zu erwarten. Durch einen Glücksfall kann Draper sich mit dem Äffchen in einer Höhle vor den extremen Bedingungen wie Meteroitenschauer und Stürmen in Sicherheit bringen. Durch Zufall entdeckt er ein mineralisches Gestein, dass durch Verbrennung Sauerstoff erzeugt und somit erst einmal ein Überleben sichert. Während Draper als einer Art kosmischer Robinson Crusoe den Mars gründlicher erkundet macht er eine sensationelle Entdeckung. der angeblich lebensfeindliche Mars ist bewohnt…

 Was sich vielleicht hier eher wie die Inhaltsangabe zu einem völligen Trashfilm ließt, entpuppt sich bei näherem Hinschauen als eine kleine feine Abenteuergeschichte, die sich an der Geschichte von Robinson Crusoe orientiert, nur eben mit dem Unterschied, dass diese auf dem Mars spielt. Um diese nicht schon zu beenden, bevor sie begonnen hatte, musste Regisseur Byron Hasin, der auch den wohl meiner Ansicht nach spektakulärsten Science Fiction-Klassiker aller Zeiten; Kampf der Welten aus dem Jahre 1953 machte, gewisse wissenschaftliche Fakten und Regeln umgehen oder gar außer Kraft setzen, damit seine Geschichte auf dem Mars spielen konnte.

 Das der Film nur so von aus heutiger Sicht völlig unsinnigen und abstrusen Vorstellungen über den Mars strotzt, macht ihn aber meiner Ansicht nach ebenso sympathisch wie unterhaltsam, denn Byron Haskins völlige Neuinterpretation von Robinson Crusoe sowie der herrlich kindlich naiven Darstellung des unwirtlichen Planeten Mars hat ein wunderschönes, farbenfrohes und verspieltes Science Fiction-Abenteuermärchen zur Folge, dass einfach nur Spaß macht.

 Wunderschöne bunte Kulissen, die im kalifornischen Death Valley National Park gedreht und mit so einigen Pappmaschee-Zusätzen aufgebaut wurden und ein beeindruckend großartig dressiertes Affenweibchen machen den eigentlich recht unrealistischen fast schon hahnebüchigen Film zu einem Filmgenuss, wie man ihn eben nur in den Filmen der 1950ern und 1960ern erleben kann. Allzu gern vergibt man Robinson Crusoe auf dem Mars, dass hier alles völliger Nonsens ist, von der Darstellung des Planeten angefangen bis hin zu den her etwas mauen Trick und der Tatsache, dass die Raumschiffe der Außermarsianischen Rasse ohne Frage, wie bei Space Mutiny von 1988 einfach die Schiffe aus Kampfstern Galactica einkopiert wurden, aus Kampf der Welten stammen. Aber da beide Filme, Kampf der Welten wie auch Robinson Crusoe auf dem Mars von Haskin stammen, ist das vielleicht ein Zeichen davon, dass man Produktionskosten sparen wollte, aber nicht weiter schlimm. 

 Robinson Crusoe auf dem Mars kann mit Sicherheit nicht als eine Art actiongeladenen Sci-Fi-Film bezeichnen, denn in dem Film wird eher das Hauptaugenmerk darauf gelegt, wie Commander Draper, dargestellt von Paul Mantee, der in etlichen US-TV-Serien wie zum Beispiel in der Krimiserie um die zwei weiblichen Detectives Cagney und Lacey aus den 1980ern mitwirkte, sich mit den Bedingungen auf dem Mars auseinandersetzt und arrangiert und letzten Endes sich mit dem an einen Altägypter oder Maya erinnernden Eingeborenen, der von den Bösen versklavt wurde, anfreundet, die nur als hin und her zuckende Raumschiffe aus Kampf der Welten zu sehen sind. Ob “Freitag”, niedlich naiv und primitiv von Victor Lundin verkörpert, nun ein Marsianer darstellen soll oder von ganz anders woher stammt, wird eigentlich nicht wirklich beantwortet, was aber auch nicht unbedingt hilfreich gewesen wäre, da Robinson Crusoe schon genug Fragen offen lässt.

 Mir persönlich hat der Film trotzdem sehr gut gefallen, einfach weil er kindlich naiv wirkt und mal etwas völlig anderes ist, als die sonstigen (auch guten) Klassiker, in denen es um außerirdische Invasoren oder bizarre Monster geht. Eigentlich kann man gar nicht so viel zu Robison Crusoe auf dem Mars schreiben, besitzt er eine simple Geschichte und da so richtig viel passiert trotz allen Lobes eigentlich auch nicht, was wohl auch daran liegt, das Bryon Haskin sich mit einem Budget von 1,200,000 US-Dollar zufrieden geben musste und um einen wesentlich vielseitigeren Film aus dem Sci-Fi-Genre zu drehen bedarf es oft schon ein wenig mehr.

ch kann den Film trotz allem nur empfehlen. Endlich, seit Januar 2012  ist der Film als DVD und BluRay von WGF/Schröder Media erhältlich. Ich werde ihn mir auf jeden Fall kaufen.

Wertung: 9/10 Punkten 

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