RoboCop: Prime Directives – DARK JUSTICE [TV-Mini-Serie] (2000)

Robocop ist in die Jahre gekommen, tut aber immer noch seinen Dienst in den Straßen von Delta City, dem ehemaligen Detroit. Sein Sohn, der zuerst nichts von seinem noch lebenden Vater ahnt, ist ein aufstrebendes Nachwuchstalent des OCP-Konzerns.

Doch OCP ist zerfressen von Korruption und Intrigen, Verschwörungen und Machgeilheit. Und so muss sich Robocop in der Serie mit allerlei bösem Gesindel herumschlagen, z.B. mit Bone-Machine oder seinem eigenen Doppelgänger. Diese bösen Gesellen versuchen unter dem Einfluss noch böserer OCP-Intriganten, Robocop von der Erfüllung seiner Pflichten, den Prime Directives, abzuhalten.

Oft folgt von einer Serie ein Film, oder aber auch anders rum, wie in diesem Fall. ROBOCOP: PRIME DETECTIVES aus dem Jahr 2000. Nun diese TV – Mini – Serie schliddert ganz knapp an unserem Slogan vorbei und kann sich dennoch halten. Aufgrund dessen das die Filme des ROBOCOPS so erfolgreich waren und immer noch sind, entschloss man sich damals auch eine eigens fürs TV produzierte Serie ins Leben zu rufen, die an einigen Hauptsträngen der Filme angesiedelt ist und ein paar Nebenstränge ausführlicher beschreibt.

Diese TV – Mini – Serie umfasst insgesamt 4 Episoden die allesamt in Spielfilmlänge daherkommen. Regisseur aller 4 Episoden war Julien Grant, der auch schon bei der TV – Serie THE RELIC HUNTER mit Tia Carrere beteiligt war, aber auch der Actioner AIRBORNE aus dem Jahr 1998 stammt aus seiner Hand (Kritik folgt noch). Man sollte gleich vorweg sagen das die Serie PRIME DETECTIVES nicht an den Standard der einzelnen Filme herankommt, sich aber gut im Fahrwasser behaupten kann, und durchaus seine Qualitäten vorweisen kann. Der erste Teil der Reihe trägt den Titel „DARK JUSTICE“, und spielt ungefähr 10 Jahre nach dem Auftauchen des Supercops, Delta City ist immer noch ein heißes Pflaster und die Machenschaften von OCP sind noch lange nicht vorbei. Die Machtspiele der Vorstände und Manager sind heisser als zuvor, der Ruhm und die Verlockung nach Geld sind weiterhin voll ausgeprägt. Dieser Teil der Reihe ist der ruhigste und auch intensivste. Viele Dialoge sind zu überstehen, die aber allesamt einen guten Einblick hinter OCP gewähren, was oft in den Filmen nur angeschnitten wurde.

ROBOCOP ist in die Jahre gekommen und manche Menschen und Manager von OCP bezweifeln seine Beständigkeit. Ein neuer Roboter muss her, doch durch geheime Versuche und Machenschaften mißlingt dieses Unterfangen und der einst neue Cop rutscht auf die böse Seite und geht seinen eigenen Weg. Durch Nachforschungen von ROBOCOP kommt er OCP auf die Schliche, und stellt fest das es sich nicht um einen Bösewicht im eigentlichen Sinne handelt, sondern ein neues Werk seiner Schöpfer ist. Doch diese Serie und dieser Teil der Reihe bietet nicht nur positives, auch negative Aspekte haben sich eingeschlichen. Allen voran ist es sehr schade, das man nicht mehr den damaligen Schauspieler Peter Weller für die Rolle des ROBOCOPS bekam, zwar ist hier der gutgemeinte Blechman nur selten ohne Helm zu sehen, doch den optischen Unterschied bemerkt man auch bei der kleinen Öffnung des Helms unterhalb der Augen.

Desweiteren sind die Actionsequenzen sehr rar, und halten sich meist nur am Anfang und am Ende der Episode auf, doch sie wissen zu gefallen und erinnern sehr stark an die damaligen Szenen. Der düstere Ton und Atmosphäre wurden gut eingefangen und wiederbelebt. Das Kostüm des ROBOCOPS wirkt etwas plastischer und billiger, besonders fällt einem dies bei Szenen auf wo ROBOCOP am gehen ist, vielleicht war das Originalkostüm nicht mehr vorhanden oder es passte dem neuen Darsteller nicht. Aber soundtechnisch vernimmt man die typischen Sounds des Cops ohne Zweifel.

Der Spannungsaufbau verhält sich etwas bedeckt und nimmt leider sehr viel ab, schon zum Anfang der Episode ist fast alles aufgebraucht und nur schwer am Ende wird etwas wieder aufgefangen und aufgebaut. Die vielen Dialoge, die allerdings sehr informativ sind, nehmen der Story das Tempo. Diese Episode ist sehr ruhig und langsam und vor allem sehr blutleer. Aber Fans von ROBOCOP werden dennoch ihre Freude haben. Er ist und bleibt einfach KULT!

Die technische Umsetzung ist leider dem Label KSM nicht sonderlich gut gelungen, zwar ist der Sound und die Sprachausgabe sehr klar und deutlich, aber das Bild ist recht häufig verschwommen und unscharf, besonders bei schnelleren Bewegungen der Darsteller zu erkennen. Hier wurde anscheinend nur von VHS auf DVD gepresst ohne eine weitere Bearbeitung vorzunehmen. 

Für den Preis von knapp 10 Euro kann man nicht meckern, die Box beinhaltet 2 DVDs, auf jeder Scheibe sind zwei Episoden vorhanden, dies mindert ohnehin schon die Qualtät der Filme. Ein Wendecover ohne FSK Flatschen ist vorhanden. Die Box hat eine Laufzeit von 370 Minuten Spielzeit. Zuvor gab es die Episoden jeweils auf einer DVD vom Label SUNFILM. (Danke an Onkel DirtyDortmund für den Hinweis)

Episode 2 folgt…….