RoboForce – Die Zukunft hat begonnen (1988)

Die Hero Gang terrorisiert Hongkong mit Hilfe ihrer zwei Roboter. Während ‘Dominator 1’ ein übermannsgroßer, bulliger Mecha ist, wurde das zweite Model nach der so schönen wie auch agilen Maria, der durchtriebenen rechten Hand des Bandenchefs modelliert. Als das Maria-Ebenbild ein abtrünniges Gangmitglied töten soll und bei der Mission beschädigt wird, sieht ein erfindungsreicher Polizist seine Chance gekommen: Er stiehlt den beschädigten Roboter und programmiert ihn in Eigenregie neu, um ihn als Waffe gegen ihre Erbauer einzusetzen. Doch dann entwickelt ‘Dominator 2’ ein eigens Bewusstsein…

 

Roboter übten schon immer Faszination beim Menschen aus, auch bei den Filmemachern machte diese Faszination nicht halt, und lieferte genug Material und Ideen für Filme. Sei es im Action, Horror, SciFi oder auch Komödien Genre, sie waren fast überall vertreten. Im Jahr 1988 entstieg ein weiterer Roboter empor, und machte C3PO aus “Krieg der Sterne”, “Terminator” und “RoboCop” Konkurrenz. Die Rede ist von ROBOFORCE, der auch unter dem Alternativtitel “I LOVE MARIA” recht bekannt ist.

 

Als Verantwortlicher Regisseur nahm David Chung auf dem Stuhl Platz und inszenierte einen kruden Mix aus Action, SciFi und Komödie. Chung drehte auch zwei Jahre zuvor den HongKong Actioner “Ultra Force” mit Michael Wong und Michelle Yeoh. 

Schon zu Beginn von ROBOFORCE bekommt man einen Eindruck was einen in Sachen Roboter noch erwarten darf. Ein übergroßer Mech der bedrohlicher und finsterer Ausschaut als der Mech aus “RoboCop” mit Peter Weller. Der Zuschauer wird fasziniert auf die Mattscheibe starren und sich die Hände reiben, nach dem Motto: das wird ein Action-Klopper hoch zehn! Doch leider weit gefehlt, so schnell der erste Eindruck kam, so verschwindet er auch wieder in der Versenkung. Doch wer weiterschaut, wird noch mit vielen anderen Dingen belohnt und konfrontiert. 

Allen voran die deutsche Synchronisation des Films ist für Freunde lustiger Dialoge ein Ohrenschmaus. Mit flotten, wirren und oft flachen Sprüchen, Kommentaren und kleinen Reimen wird der Zuschauer unterhalten. Zwar driften manche Gags etwas zu sehr in den Bereich des Klamauks, aber verfehlen nicht ihre Wirkung. Wer natürlich mit solchen Synchronisationen nichts anfangen kann, wird schnell genervt sein. Trash Fans werden hier sicherlich hellhörig werden.

Im weiteren Verlauf des Films bekommt man mehr den weiblichen Roboter Maria zu Gesicht, ein Abbild der Frau des Bandenchefs, mithilfe er seine Ziele umsetzen möchte. Hier sind gewisse Ähnlichkeiten mit C3PO aus “Krieg der Sterne” sehr offensichtlich zu erkennen. Aber auch wenn es geklaut ist, so macht das zuschauen wenn sie in Action ist voll Bock. Sie kann ihre Arme ausfahren wie Inspektor Gadget und noch viele andere kleine Gimmicks sind eingebaut. Somit erhöht sich der Trash Faktor noch um eine Stufe.

Die Action in ROBOFORCE ist ganz ordentlich in den Plot integriert, und man bekommt auch den großen Mech ein paar mal in Aktion zu Gesicht. In den etwas ruhigen Passagen zieht sich der Rote Faden der einfachen Story etwas und bremst sie aus. Doch für solch trockene Passagen ist die Synchronisation ja noch da und verhilft einem gut über die Längen im Film.

Die Story von ROBOFORCE ist recht einfach gestrickt und verfolgt gradlinig sein Ziel – das Finale. Die Settings sind zumeist in einem bläulichen Licht gehalten, was die Kälte von Metall und ein Zeichen der Gefühlslosigkeit von Maschinen interpretieren soll. Dazu passende Beleuchtung und einen Hauch von Nebelschwaden.

Für den Cast wurden zahlreiche bekannte Gesichter aus Fernost engagiert, sei es John Sham, Tony Leung,  Lam Ching-Ying und auch John Woo besetzte eine kleine Rolle. Für ROBOFORCE wurde ein hohes Budget zur Verfügung gestellt, was man deutlich an den Robotern und Actionsequenzen spürt und erkennt. Dennoch bewahrte es den Film nicht davor im Kino ein Flop zu werden, so das er zügig wieder aus dem Programm genommen wurde. 

In Deutschland ist ROBOFORCE nur auf VHS erschienen vom Label “Splendid”, und noch dazu in einer gekürzten Fassung. Auch wurde die deutsche VHS vom Bild her ziemlich abgedunkelt, das war auch eine Methode um härtere Szenen zu entkräften und durch die FSK Begutachtung zu kommen, genützt hat es leider nicht viel.

Roboter Fans und Trash Enthusiasten sollten nach dieser VHS die Augen und Ohren aufhalten. Ein Feuerwerk an dummen Sprüchen, satte Action und einer klasse Besetzungsliste.