Rounders (1998)

Der Jura-Student Mike McDurmott (Matt Damon) will sein altes Leben eines Glückspielers vergessen. Doch als sein bester Freund Worm (Edward Norton) aus dem Gefängnis entlassen wird, tun die alten Pokerkumpanen sich wieder zusammen, denn Worm hat noch aus der Zeit vor seinem Urlaub auf Staatskosten hohe Spielschulden. Schon bald geraten sie zwischen die Fronten eines Kredithais, des Gesetzes und anderen Glücksspielern…

Ein Wettkampf muss nicht immer nur im Bereich des Sportes erfolgen, es sei denn das man sogenannten „Kneipensport“ auch dazu zählen kann. Ich bin der Meinung das man diese sonderbare Art auch ruhig zu einem sportlichen Wettkampf zählen kann, denn auch hier wird Können, Talent gemischt mit Ehrgeiz und Motivation betrieben. Schliesslich wurden auch andere Kneipensportarten schon filmisch umgesetzt, wie zum Beispiel mit „Billiard“ mit Tom Cruise und Paul Newman in den Hauptrollen.

Im Jahr 1998 wagte sich Regisseur John Dahl an einen ganz anderen Vertreter, nämlich dem Pokern. Das Pokern wird im Film als Wettkampf dargestellt und nicht als Glücksspiel. Noch heute ist Pokern allseits beliebt und die Teilnahme an Turnieren und geselligen Runden daheim werden zunehmend mehr. Und wer sich etwas mit der Materie auskennt und mehr davon erfahren möchte, sollte sich „Rounders“ anschauen. Regisseur Dahl kann nicht auf viele Filme in seiner Filmographie zurückblicken, er ist eher der Mann für TV Serien. Mit Dennis Hopper und Nicolas Cage drehte er 1992 „Red Rock West“, später im Jahr 1996 folgte noch „Unforgettable“.

Der Storyaufbau von Rounders ist einfach und simpel gestrickt, da gibt es einen Aussteiger , der aber dennoch nicht die Finger vom spielen lassen kann, ein Angstgegner den man nur ungerne gegen übertritt und einen Kumpel, der einen mehr als nur einmal in missliche Situationen bringt. Das sowas nicht ohne Hürden und Misserfolgen geschehen kann, ist mehr als Menschlich. Doch man bekommt die Chance des Lebens, woran man nach etlichen Niederschlägen nicht mehr geglaubt hat, und nutzt sie und befindet sich auf dem Weg zum großen Ziel. So einfach wie die Geschichte klingt und spielt sie sich auch im Film ab, jedoch mit zahlreicher Klischeehaftung an vielen Ecken und Kanten. Doch kann man getrost darüber hinwegsehen, wenn man sich die Besetzungsliste des Films genauer anschaut.

In den Hauptrollen agieren Matt Damon, vielen aus den „Bourne“ Filmen bekannt, oder auch „Pearl Harbor“ an der Seite von Ben Affleck. Schauspielerische Unterstützung bekommt er durch Edward Norton, der hier sein Talent für obskure und abstrakte Rollen völlig offen darlegt und man ihm seine Rolle förmlich abkauft. Doch an Realismus hapert es bei Matt Damon, die Rolle eines Studenten nimmt man ihn vor allem optisch kaum ab, er wirkt zu alt für so eine Rolle – einen anderen beruflichen Hintergrund hätten seiner Rolle mehr authenzität verliehen. Doch eine Nebenrolle im Film spielt fast allesamt an die Wand, die Rede ist von John Malkowich als Teddy KGB – ein Russe der dem Pokerspiel verfallen ist. Sein russischer Akzent zumindest in der deutschen Synchronisation ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber doch sehr überzeugend.

An vielen Stellen wirkt Rounders etwas langatmig und der Zuschauer muss Ausdauer und Geduld beweisen. Das man hier nicht mit einem Actionspektakel rechnen kann, sollte jedem klar sein bei diesem Film. Doch ist es recht unterhaltsam, wenn zwei Profispieler eine Truppe von Cops hinters Licht führen wollen. Der Film besteht zumeist aus Dialogen, Spielszenen diverser Pokerturnieren, die allerdings eher an geheimen Orten stattfinden, und Platz für eine kleine Liebesgeschichte ohne Happy End fand auch noch seinen Platz im Plot.

Rounders ist ein unterhaltsamer Beitrag im Bereich des Kneipensports, ruhig, sachlich und sehr informativ. Jedoch sollte der Zuschauer für das Pokern offen eingestellt sein, auch ohne Vorkenntnisse und bekommt somit anständige Filmkost nach Hause. Den Film gibt es in Deutschland auf DVD und Blu-ray und besitzt eine Freigabe von FSK 12. Für den Filmhappen zwischendurch bestens zu empfehlen!