Running Cool (1993)

In den 90er Jahren waren die Biker Filme schon längst aus der Mode und kaum an Publikum war noch interessiert an solchen Produktionen. Die Hochzeit solcher Highway und Freiheitstreifen war in den 70er Jahren und später folgten nur noch vereinzelt solche Werke. So auch 1993, die Geschwister Beverly und Ferd Sebastian wagten sich an ein Skript, und versuchten an den Erfolg von „Stone Cold“ und „Made of Steel“ anzuknüpfen. Ihre Filmliste ist recht klein, „Hetzjagd im Sumpf“ von 1974, „Delta Fox“ von 1979 und „Abrechnung im Dschungel“ von 1988 dürften die bekanntesten sein. Sie drehten immer zusammen Filme.

Running Cool“ lautet der Titel des Films, und beinhaltet eine Handvoll Klischees die zu einem Bikerstreifen dazu gehören. Fette Maschinen, Kriegsveteranen und die typischen Outfits, dazu gehört wohl auch der Bierbauch! Doch reichen solche Dinge aus, um einen unterhaltsamen Film zu drehen – die Story trägt natürlich auch einen festen Teil dazu bei, und in „Running Cool“ ist eine interessante Story verpackt worden.

In diesem Film sind teilweise Archiv Aufnahmen von Bikertreffen mit hinein gesetzt worden, aber auch selbst gedrehte sind vorhanden. Ob es sich bei vielen Darstellern um echte Biker handelt, oder es alles Schauspieler sind, ist leider nicht bekannt. Aber die Vermutung ist nahe, das es sich um echte Biker Gruppierungen handelt, denn schon in voran gegangenen Produktionen wurde auf echte Biker aufgrund des Realismus Wert gelegt. Untermalt werden die Fahrten, Treffen, und kleinen Saufgelagen der Biker mit ansprechender Rock Musik, nicht zu aufdringlich aber auch nicht zu dezent, eine gute Mischung ist getroffen worden.

Das Erzähltempo des Films ist sehr ruhig, und es gibt einige Passagen die doch sehr dialoglastig sind. Wer hier harte Bikeraction wie aus „Stone Cold“ sucht, wird leider enttäuscht auf die Mattscheibe schauen. Hier wird mehr auf Tiefe einer Story und einer Liebesbeziehung zwischen einem Dorfmädchen und einem Biker geachtet, das es dadurch einige Hänger im Plot gibt, ist leider nur schwer zu verschmerzen.

Doch „Running Cool“ hat noch einen hohen Pluspunkt, die Besetzungsliste. Für die Rolle des Bone wurde Andrew Divoff gecastet, doch habe ich ihn nur schwer im Film erkennen können, muskulös, lange Haare und einen etwas längeren Bart, dazu die typischen Biker Klamotten. Ihn dürften die meisten als „Djinn“ aus „Wishmaster“ kennen, aber auch aus „Air Force One“, „Jagd auf Roter Oktober“ und „Und wieder 48 Stunden“ um nur ein paar aus seiner langen Liste zu nennen. Aber auch die kleine Schwester Dedee Pfeiffer von Michelle Pfeiffer hat eine Rolle in „Running Cool“ besetzt, auch sie ist keine unbekannte vor der Kamera und kann auf diverse Erfahrungen im Schauspielbereich zurückgreifen. In weiteren Rollen sind noch Tracy Sebastian, Paul Gleason, Bubba Baker und James Gammon zu sehen.

Für hartgesottene Biker Fans ist „Running Cool“ eine Empfehlung und Sammlungserweiterung, es gibt ihn auf VHS und DVD, wobei auf DVD nur in einer Box „Bikers of Anarchy Vol. 1“ vom Label Savoy Film. Der Film hat eine Freigabe von 16 Jahren und ist komplett ungeschnitten, es sind auch kaum bis wenig Gewaltszenen zu entdecken und auf Einsatz von Schusswaffen wurde komplett verzichtet.

Interessante Story, hübsch verpackt, cooles Setting in einem Sumpfgebiet, in einer typischen amerikanischen Kleinstadt auf dem Lande. Doch die Längen und Pausen im Film beeinträchtigen den Filmgenuss etwas und lassen den Film extrem lang wirken.