Sabotage – Dark Assassin

Im Auftrag der CIA soll Michael Bishop während des Bosnienkonflikts als Anführer einer Spezialeinheit Geiseln aus der Hand des brutalen Söldners Sherwood befreien. Doch die Aktion endet in einem Blutbad. Jahre später, nachdem er unehrenhaft entlassen wurde, arbeitet Bishop als Leibwächter. Als seine Klienten nacheinander ermordet werden, stößt er bei seinen Nachforschungen auf ein brisantes Komplott – und Sherwood scheint auch daran beteiligt.

 

Nach der wirklich unfassbar launigen Action-Granate „Viper“ mit Ex-Soap-Star Lorenzo Lamas, hat der ungarische Regisseur Tibor Takacs, bei mir ein Stein im Brett. Nach meiner letzten Durchforstung, meines bevorzugten Film-Shops in Darmstadt, stich mir im hintersten Regal des „ab 18 Bereichs“ eine DVD ins Auge, die den Titel „Sabotage – Dark Assassin“ auf dem Cover trug. Ich begann, die DVD genauer zu betrachten. „Ach guck, der Tibor!“ war meine Reaktion und bei einem Preis von 7 Euro inklusive Bonusfilm selbigen Regisseurs, dachte ich, dass mich das nicht enttäuschen könnte, hat es auch nicht!

„Sabotage“ unterscheidet sich von „Viper“. In dem Lamas-Vehikel ging es um kompromisslose Hau-Drauf-Action und Dauer-Feuer aus allen Rohren, was Low-Budget hergab. Im nun vorliegenden Werk, versucht Takacs, sich etwas mehr auf Storytelling zu fokussieren, was dem Film sehr gut tut. Der Streifen schafft einen guten Spagat zwischen einer angenehmen, nicht übermäßig spannenden, aber durchaus soliden Thriller-Story und gut gefilmten Action-Szenen, die hier aber weniger ausgewalzt daherkommen, wie Takacs‘ „Meisterstück“. Die Szenen sind knackig und gut inszeniert. Vom Prolog in Bosnien, was einfach ne alte Lagerhalle in Bergheim sein könnte, aber egal, bis zum Finale auf einem Bauernhof, sind die Action-Momente prägnant und eruptiv. Auch der Härtegrad ist angemessen, es gibt ein paar durchaus blutige Shoot-Outs. Das ganze ummantelt die CIA-FBI-Waffenschieber-Verschwörungsstory sehr gekonnt. Der Film hat durchaus spannende Momente auch wenn alles nicht wirklich originell ist, zudem ist das Finale doch vorhersehbar. Das Drehbuch benutzt durchaus gängige Muster ähnlich gelagerter Streifen aus diesem Genre. Dennoch versteht es Tibor Takacs eine gute Symbiose aus allem zu schaffen und durchweg 95 Minuten zu unterhalten.

Die Darsteller indes tun ihr Bestes. Hauptakteur dieses B-Movies ist hier Mark Dacascos, seines Zeichens Kampfsportler, der ziemlich blass ist. Er geht neben den restlich gut aufspielenden Schauspielern deutlich unter und gewinnt kaum eigenes Profil. Er hat zudem eine einzige Kampfszene, die gut rüber kommt, davon hätte ich gerne mehr gesehen. Der spätere „Matrix“-Star Carrie-Anne Moss spielt da durchaus impulsiver und wirkt dadurch eher etwas Dominant in Bezug auf Dacascos. Das Duo verkauft sich somit nicht auf einer Augenhöhe, was den Film an einigen Stellen etwas Zäh macht. Aber einer stiehlt allen die Show! Der „Candyman“ himself, Tony Todd liefert als finsterer Berufskiller Sherwood eine total unterhaltsame Performance ab. Er spielt mit viel Diabolik und mit schwarzem Humor, was seine Auftritte extrem amüsant gestaltet, aber auch Dacascos noch mehr verblassen lässt.

„Sabotage – Dark Assassin“ ist ein solider und unterhaltsamer B-Action-Thriller. Regisseur Takacs hat hier das Beste rausgeholt und hat eine zwar etwas vorhersehbare aber launige Story in einen durchaus spannenden Film verpackt. Dazu gibt es ein paar gute Action-Szenen und einen gut aufspielenden Cast, der mit Ausnahme von Mark Dacascos, vollends überzeugen kann.
Für kurzweilige Unterhaltung an einem verregneten Sonntag ist der Film durchaus empfehlenswert, aber auch klassische Genre-Fans dürften hieran Gefallen finden. Als Bonusfilm gibt es noch „Deadly Past“ mit Dacascos in der Hauptrolle, ebenfalls von Takacs, der aber so sterbenslangweilig sein soll, dass ich noch nicht weiß ob ich diesen anschauen soll. Mal sehen, ihr werdet es lesen.

PS: Die besprochene DVD ist ungeschnitten und kann günstig erworben werden, und ist auch in der Platinium Cult Collection als Blu-Ray erhältlich.